Pfingstmontag, 25.05.2026 und nochmals am Mittwoch, 03.06.2026
Die Koordinaten · 51° 1′ 36″ N , 12° 46′ 14″ O sollte man im Auge behalten. Denn: Sie führen zu zwei Zielen, die abseits von Hektik, Alltagsstreß, Autobahnen und Schnellstraßen liegen und deren Liebreiz sich erst beim genauen Hinschauen offenbart: Der Rochlitzer Berg mit seinem hübschen Bergrestaurant „Türmerhaus“ auf dessen Kuppe und die romantische Talschleife der Zwickauer Mulde mit dem Kloster Wechselburg am Fuße des Berges. Beides gut ausgeschildert und ab Freiberg z.B. über Bräunsdorf, Hainichen, Mittweida und Rochlitz in ca. einer Autostunde erreichbar.
Auf dem Rochlitzer Berg

Die Kuppe des Rochlitzer Berges mit porphyrnem Aussichtsturm und modernem Sendeturm der Telekom, im Vordergrund Rochlitz mit Schloß und der St. Petri-Kirche
Inmitten des Sächsischen Hügellandes, zwischen dem Erzgebirgsvorland und der Leipziger Tieflandsbucht, erhebt sich der mit 353m weithin sichtbare Kegel des Rochitzer Berges. Von seinem 28m hohen Aussichtsturm aus bieten sich bei guter Witterung Aussichten bis nach Leipzig, Chemnitz, dem Collm und in das Erzgebirge. Der Turm wurde in Gedenken an König Friedrich August II. im Jahre 1860 errichtet (und hat, wenn ich mich nicht verzählt habe, 120 Stufen, die zu seiner Aussichtsplattform führen).
Das gesamte Gebiet gehört geowissenschaftlich zur sogenannten Rochlitz-Eruption, einem Super-Vulkanausbruch, der vor ca. 290 Millionen Jahren zu einem Kraterkessel von 50x30km (Rochlitz-Caldera) geführt hat. Und im Ergebnis zu einem großen Vorkommen an Porphyrgestein, das seit ca. 900 Jahren auf und rund um den Berg abgebaut wird.
Ein Geolehrpfad über 15 Stationen, der unterhalb des Türmerhauses beginnt, vermittelt Eindrücke über Geschichte und Geschichten aus dieser Zeit. Die bequeme Rundwanderung auf weitgehend ebenen Pfaden dauert ca. 1Stunde.

Wir halten auf dem 2. Parkplatz des Rochlitzer Berges und gehen noch etwa ca. 10 min zu Fuß. Nach dem Passieren des an der Zufahrtstraße gelegenen Restaurants „Waldschlößchen“ und dem linksseitigen Aufgang über einen breiten Treppenweg (oben links) sind wir am Bergrestaurant „Türmerhaus“ angekommen. Auch der Aussichtsturm öffnet offenbar gerade für uns seine Pforten- vielen Dank! (rechts)

Grandiose Ausssichten vom Turm in alle Richtungen (oben und unten), in der Mitte eine abgehobelte, rot leuchtende Porphyrwand auf dem Lehr- und Wanderpfad

Das Abbaugebiet Gleisbergbruch mit verlassener Technik und senkrechten Felsabstürzen (oben), Porphyr-Kletterfelsen „in Betrieb“, sowie Wände und Stationen im benachbarten Seidelbruch (unten)

Blick von einer der Aussichtsplattformen in die Porphyrbrüche (oben), Bergkeller, Einsiedelei und Gedenkstele am Fuße eines der Abbau-Trichter (unten). Achtung: Die angelegten Wege sollten nicht verlassen werden!
Kloster Wechselburg
Vom Rochlitzer Berg aus erreichen wir in 8 Autominuten über Mutzscheroda den Ort Wechselburg. Der malerische Ort ist an einer der vielen Muldenscheifen gelegen. Kleine Gassen und schmucke Straßen schlängeln sich aufwärts vom Muldental und den umliegenden Klosterdörfern hin zum historischen Marktplatz.
Wechselburg beherbergt eine Klosteranlage, die früher als Kloster Zschillen bekannt war. Das noch heute aktive Mönchskloster der Benediktiner aus dem Priorat Ettal ist ein spirituelles Anwesen voller Geschichte. Besonders beeindruckend: Die romanische Basilika aus dem 12. Jhd. mit dem Grabmahl der Stifterfamilie. Gegründet wurde das Kloster durch Graf Dedo von Groitzsch (1142-1190) nach Erhalt des Grundstücks durch seinen Vater Konrad *). Es kam später in den Besitz des sächsischen Herzogs Moritz (1521-1553), der es mit den Herren von Schönberg gegen Orte in der Sächsischen Schweiz tauschte. Dieser Tausch führte zum heutigen Ortsnamen Wechselburg.
Ein wunderschöner Ort der Stille, Ruhe und Kraft.

Chorgestühl und Lettner- der Trennwand zwischen Gemeinde und Chorraum (oben), unten die Grabmahle des Gründers Dedo von Groitzsch und seiner Frau Mechthild
*): Konrad I. von Wettin, Markgraf von Meißen: Vater des Geschlechts der Wettiner, beigesetzt in der —> Erbbegräbnisstätte der Wettiner auf dem Petersberg/Halle
Quellen:
♦ https://de.wikipedia.org/wiki/Rochlitzer_Berg
♦ https://www.kloster-wechselburg.de/basilika/
Karte:
© OpenStreetMap-Mitwirkende
(v.k.)















































































