Archiv der Kategorie: Unterwegs in Bildern

Mehr zu unseren “großen” Unternehmungen (Urlaubsziele, Städte- und Länderreisen) habe ich auf den Seiten REISEN UND BERICHTE eingestellt.

Unterwegs im Osterzgebirge (4)

Nach Tour3 hier die Bilder und Impressionen einer weiteren Erzgebirgs-Rundwanderung. Dazu in unserem Gepäck: Die Anregungen aus dem “Sächsischen Wanderkalender 2020“. 


15.05.2020

Rundwanderung um die Talsperre Klingenberg

Still ruht der Stausee…

Die Verbundtalsperren an der Wilden Weißeritz: Klingenberg und Lehnmühle

“Die Trinkwassertalsperre Klingenberg im Erzgebirge ist ein frühes Meisterwerk des berühmten Architekten Hans Poelzig. Sie wurde zwischen 1908 und 1914 gebaut. Ursprünglich hieß sie Friedrich-August-Talsperre und war somit dem letzten sächsischen König gewidmet. Heute steht die gekrümmte Staumauer aus Bruchsteinen unter Denkmalschutz. Die Talsperre Klingenberg versorgt im Verbund mit den Talsperren Lehnmühle, Rauschenbach und Lichtenberg den gesamten Weißeritzkreis, die Stadt Freital und 60 Prozent der Stadt Dresden mit Trinkwasser.

Fast 100 Jahre lang war die Stauanlage ununterbrochen in Betrieb. Von 2005 bis 2013 wurde die Talsperre Klingenberg in einem der größten Bauvorhaben der Landestalsperrenverwaltung saniert. Im September 2013 fand die feierliche Wiedereinweihung statt.

Die alte Vorsperre Klingenberg ist beim Hochwasser 2002 stark beschädigt und zunächst provisorisch wieder errichtet worden. Mit dem Beginn der Sanierung der Talsperre Klingenberg entstand zwischen 2006 und 2008 eine neue Vorsperre. Oberhalb der Vorsperre wurde eine neue Wildholzsperre errichtet”. (aus: Informationen der Landestalsperrenverwaltung  des Freistaates Sachsen; Staumeisterei Weißeritz)

Mit einer Steckenlänge von ca. 11km und einem Höhenunterschied unter 50m zählt die Rundtour zu den leichten Wanderungen. Unsere Variante startet an der Vorsperre im Süden, dem Einlauf der Wilden Weißeritz. Sie führt an der östlichen Gewässerseite entlang und endet nach Überquerung der Staumauer und dem westseitigen Rückweg wieder am gleichen Punkt:


An der 2008 neu errichteten Vorsperre

An der Talsperre Klingenberg: Die Staumauer aus Bruchsteinen ist 310m lang und 34m hoch. Sie begrenzt einen Stauraum von 17 Mio qm und steht heute unter Denkmalschutz

Mehr als machbar: Beide Uferwege zwischen Staumauer (Mitte) und Vorsperre (unten)  sind nicht länger als 5km

Im naturbelassenen Tal der Wilden Weißeritz. Der Fluß entspringt übrigens auf dem tschechischen Erzgebirgskamm bei Nove Mesto, legt auf seinem Weg bis zum Zusammenfluß mit der Roten Weißeritz bei Freital eine Strecke von 53km zurück und überwindet dabei ein Gefälle von rund 650m…

Wenn man der Weißeritz ab hier stromaufwärts weiter folgt, schließt sich nach ca. 4 Stunden Wanderung die Talsperre Lehnmühle an. Sie wird in engem Verbund mit der Talsperre Klingenberg bewirtschaftet und dient als Hochwasserschutz und als deren Auffüllspeicher (Talsperrensystem). Doch das ist schon wieder eine andere Tour…

 

Vita und technische Daten

  • Tourenvorschlag aus: “Begleitheft für den sächsischen Wanderkalender 2020”

(v.k.)

Unterwegs im Osterzgebirge (3)

Nach Tour2 hier die Bilder und Impressionen einer weiteren Erzgebirgs-Rundwanderung. Dazu in unserem Gepäck: Die Anregungen aus dem “Sächsischen Wanderkalender 2020”


07.05.2020

Rundwanderung von Maxen/Erzgebirge in das Tal des Lockwitzbachs, zur Märchenwiese bei Hausdorf und nach Schlottwitz im Müglitztal

Maxen ist ein Ortsteil der Gemeinde Müglitztal und liegt in 360m Höhe auf einem Hochplateau zwischen dem Lockwitz- und dem Müglitztal. Nicht nur um seine herrliche Aussicht auf das entfernte Elbtal mit Heidenau und Pirna ist der Ort zu beneiden. Es sind vor allem seine geologischen Attraktionen und seine reiche Geschichte: Maxen wurde im frühen 14. Jahrhundert als Herrensitz oder Rittergut gegründet und beherbergt in seinem Umfeld die ehemaligen Kalk- und kurfürstlichen Marmorbrüche August des Starken. Der Ort liegt zudem an einem bedeutenden Schlachtfeld des Siebenjährigen Krieges, bei dem 1759 die Preußen besiegt und ihr Korps unter General von Finck gefangengenommen wurde (“Finckenfang von Maxen”).  Der Verlauf der Schlacht in Kälte und Schnee zwischen dem Preußenkönig Friedrich II. und den Truppen der österreichischen Kaiserin Maria Theresia ist in einem Diorama des Heimatmuseums nachgestellt. Nach dem Verkauf des Rittergutes von der Familie von Schönberg an den Major Friedrich Anton Serre entwickelt sich Maxen im 19. Jahrhundert zu einem kulturellen und künstlerischen Treffpunkt. Musiker, Dichter und Maler wie Robert und Clara Schumann, Franz Liszt, Carl Maria von Weber, Hans Christian Andersen, Ludwig Tieck, Ludwig Bechstein, Carl Gustav Carus, Ludwig Richter und Johan Christian Dahl waren berühmte Mitglieder dieser Gesellschaft.

Rittergut und barockes Schloß, Dorfkirche, Finckenfang-Höhe, “Blauer Pavillon”, Marmorbruch und bespielte Naturbühne sind Hintergrund dieser unserer Wandertour mit Start und Ziel Maxen…

Start und Ziel: Maxen am Ausläufer des Osterzgebirges. Das Pfarrdorf aus dem 14. Jahrhundert faßt heute ca. 750 Seelen und liegt etwa 15km vor den Toren des Dresdens. Hier: Ortsansicht, Schloß, Finckenfang und Pfarrkirche

Die Hochebene um den Ort mit dem historischen Schlachtfeld des Siebenjährigen Krieges…

….und rundum blühenden Rapsfeldern

Nach erfolgreichem Durchstieg durch die Kroatenschlucht: Vor uns das liebliche Lockwitzbach-Tal mit der (pandemie-bedingt) leider geschlossenen Teufelsmühle

Auch die Hirschbachmühle im Tal ist bis auf weiteres zugesperrt. Weiter geht es durch die Reinhardtsgrimmaer Heide. Wohin? Immer geradeaus !

Zwischenziel an den Buschhäusern bei Hausdorf: Die romantische Märchenwiese mit…

…seinen liebevoll geschnitzten Märchenfiguren

Oben: Das Müglitztal bei Schlottwitz mit der Orgusmühle. Nach schweißtreibendem Kraxeln weiter hangaufwärts: Windräder und Funkturm auf dem Lärchenhügel (417m)

Nach 19km Streckenlänge und ca, 540m Anstieg endlich erreicht: Panorama am Alten Kirchweg vor Maxen. Ganz im Hintergrund: Das Elbtal

  • Tourenvorschlag aus: “Begleitheft für den sächsischen Wanderkalender 2020”
  • image: de.m.wikipedia.org

(v.k.)

Unterwegs im Osterzgebirge (2)

Nach Tour1 hier die Bilder und Impressionen einer weiteren Erzgebirgs-Rundwanderung. Dazu in unserem Gepäck: Die Anregungen aus dem “Sächsischen Wanderkalender 2020“. 


27.04.2020

Rundwanderung von Schönfeld/Erzgebirge in das Tal der Wilden Weißeritz, das Nebental des Weißbachs und nach Seyde und Hermsdorf

Start und Ziel: Die im 14. Jahrhundert gegründete Gemeinde Schönfeld im Osterzgebirge. Zu dem ca. 2km langen Waldhufendorf gehört eine bescheidene Steinkohlelagerstätte, die bis 1937 abgebaut wurde

Unterwegs an der Wilden Weißeritz; ihre Quelle liegt auf dem Erzgebirgskamm nahe Moldava (Böhmen)

Die idyllisch gelegene (ehemalige) Essigmühle bei Seyde

Hermsdorf im Frühling: Gemeindeamt, Kita und Gaststätten sind pandemiebedingt geschlossen bzw. im eingeschränkten Notbetrieb

Auf unserer Wanderung unübersehbar: Nach zwei Jahren mit extrem trockenen Sommern und ungehinderter Borkenkäferinvasion sind große Teile der Erzgebirgs-Wälder schwer und irreparabel(!) geschädigt

  • Tourenvorschlag aus: “Begleitheft für den sächsischen Wanderkalender 2020”

(v.k.)

Bilder aus dem Bayerischen Wald (2)

01.02.-08.02.2020

Was laut Schneebericht im Monat Januar für das polnisch/böhmische Riesengebirge gilt, muß nicht zwangsläufig für die Höhenlagen des Bayerischen Waldes zutreffen. Nicht immer gilt der Schneezauber des Dreisesselgebietes, wie im vergangenen Jahr erlebt und berichtet.

Zumindest in diesem Jahr gilt für das Dreiländereck zwischen Bayern, Böhmen und Österreich “Ski und Rodel nicht (!) gut”. Die kurzen Tage des diesjährigen Möchtegern-Winters sind hier kaum durch Schneeflocken erhellt worden. Grau-grüne Matten in 360° Panorama-Rundumsicht und leider auch im benachbarten Langlaufgebiet des Nordischen Ski-Zentrums von Schöneben (in ca. 1000m Höhe). Eine Landschaft unter glitzerndem Pulverschnee, dazu frischgespurte und frost-knirschende Neuschnee-Loipen: Allesamt Fehlanzeige!

Böhmerwald-Aussichten von Neureichenau mit einem spärlichen Anflug von “Weiss”

So bleiben nur die alpinen Abfahrten mit Kunstschnee aus den rund um die Uhr laufenden Schneekanonen. In der Ski-Schaukel der Hochficht-Arena im österreichischen Mühlviertel z.B. dreht sich Anfang Februar alles um Speed und Fun zwischen blauen, roten und schwarzen Pisten:

Im lockeren Gewölk der Beschneiungsanlagen: Die Ski-Arena am österreichischen Hochficht (1338m)

Eine weitere Alternative für uns zwischen Schmuddelwetter und dem angekündigten Orkantief “Sabine”: Erkundungen abseits der Pisten, hier in der Dreiflüssestadt Passau.

Passau am Zusammenfluß von Donau, Inn und Ilz: Cafe-Blick zu den Grenzfesten Ober- & Niederhaus

In Passau: Barocker Dom St. Stephan mit der größten Domorgel der Welt (5-teilige Orgel mit 17.974 Pfeifen)

(v.k.)

Bilder aus dem Riesengebirge (2)

25.01.-01.02.2020

Es ist an der Zeit, dem Riesengebirge auch in diesem Jahr wieder einen Besuch abzustatten.  Genauso wie im vergangenen Jahr. Auch, um Rübezahl in seinem Reich in gebührlicher Form “Guten Tag” zu sagen. Dem Berggeist, der seit Jahrhunderten in den Gefilden des Krkonos hausen soll. Und von dem man sagt, daß er zuweilen gute Taten vollbringt oder auch übermütigen Spott und Schabernack mit Mensch und Tier treibt. Viel wird von ihm erzählt. Stolz soll er sein und unberechenbar, aber auch launisch, je nach Wetter und Gemütslage…

Tauchen wir eine Woche ein in die winterliche Natur von Krkonos und Iser-Gebirge…

In den verschneiten Wäldern des Riesengebirges

Um 950m N.N.: Farbige Wegemarken, jede Menge Langlaufski und drei lustige Gesellen vor dem einstigen Glasort Clausthal (Orle)

Rübezahl allgegenwärtig: Auch auf die Wanderwege und Loipen hier hat er ein Auge…

In den Wäldern um das frühere Torfabbaugebiet: das Naturschutzgebiet Groß-Iser

Es scheint zu stimmen: Wer einmal das Riesengebirge besucht hat, den zieht die bizarre und abwechslungsreiche Landschaft immer wieder aufs neue in ihren Bann. Wälder und Moore, steile Felsen und Schluchten sowie anmutige Bäche und Wasserfälle wechseln sich ab. Grenzüberschreitend zwischen Böhmen und Polen. Erlebbar bleibt ein Stück Natur in ihrer ganzen Schönheit, Vielfalt und Urwüchsigkeit, wie man sie in unserer aufgeräumten Kulturlandschaft vergeblich sucht.

Die eisige Iser (Jizera) unter Schönwetterwolken: Aus dem Norden kommend und auf ihrem Weg nach Böhmen…

Geöffnetes Natur-Fenster am Flußufer: Guten Tag und guten Weg, Jizera!

Im Langlaufgebiet um Sklarska Poreba (Schreiberhau)

(v.k.)

Unterwegs im Osterzgebirge (1)

Im Begleitheft für den “Sächsischen Wanderkalender 2020” sind zwölf Rundwanderungen in Streckenverlauf und Bild vorgestellt. Allesamt – so die Verfasser- sollen sie zu den schönsten Zielen des Erzgebirges (!) führen. Ob sie wirklich dorthin führen, weiß man beim Lesen nicht so genau, könnte man aber ohne großen Aufwand nachprüfen. Wie? Natürlich auf Schuster`s Rappen! Packen wir es an, mit monatlich einer Wanderung könnte der Test schon Ende 2020 abgeschlossen sein…

Die Touren im Begleitheft sind recht detailliert beschrieben, so daß nichts hinzuzufügen ist. So bleibt viel Zeit für eigene Betrachtungen, das Sammeln von Eindrücken und natürlich das Fotografieren.


16.01.2020

Rundwanderung vom Grenzdorf Fürstenau durch das Hochmoor Fürstenauer Heide, nach Gottgetreu und über die Kadner- und Traugotthöhe

© OpenStreetMap-Mitwirkende: Rund um das Grenzdorf Fürstenau/Osterzgebirge mit seinen Ortslagen Gottgetreu und Müglitz; die hier fließende Weiße Müglitz ist der Grenzbach mit Böhmen

Schneeloses Müglitztal im Januar 2020

Blick vom Fürstenauer Hochmoor auf schnurgerade Feldraine und den Kamm des Osterzgebirges. Der Bergbaulehrpfad verweist auf den Zinnerzbergbau in dieser Gegend  ab dem 15. Jhd. (um Altenberg & Zinnwald)

Sanfte Hügellandschaft  an der Müglitz: Die Fürstenauer Kirche, der hölzerne Glockenturm im Ort Gottgetreu sowie typische Lesesteinhaufen und Bergbauhalden aus der Zeit des hiesigen Zinnbergbaus

  • Kartenimage: © OpenStreetMap-Mitwirkende
  • Tourenvorschlag aus dem: “Begleitheft für den sächsischen Wanderkalender 2020”

(v.k.)

Königsorte an der Straße der Romanik

10.-12.11.2019

In Sachsen-Anhalt unterwegs zu den Stammburgen der Ottonen und Askanier

R o m a n,  R o m a n i k,  R o m a n t i k. . .

Kann eine Straße der Romanik romantisch sein? Und ob! Als Reiseweg an sich, der den Ort A mit Ort B verbindet, sicher weniger. Dafür jedoch die Sehenswürdigkeiten, Denkmäler, Bauten und Städte, die seinen Verlauf säumen! Die gute Nachricht: Es gibt genau so eine Straße in Sachsen-Anhalt, die einen unschätzbaren Reichtum an mittelalterlichen Baudenkmälern verbindet. Und die allesamt aus der Zeit-Epoche zwischen 950 und 1250 u.Z. stammen. Hier ist sie, die Straße der Romanik:

Die Romanische Straße in Form einer “8” mit der Landeshauptstadt Magdeburg als Schnittpunkt

“Sachsen-Anhalt kann eine unvergleichliche Fülle an Baudenkmälern vorweisen, die einen geschichtlichen Einblick in die Epoche der Romanik bieten. Der Reichtum an kulturhistorisch wertvollen Baudenkmälern war Anlaß, 1993 diese Straße ins Leben zu rufen. Auf einer Länge von 1000km verbindet sie 88 romanische Bauwerke in 73 Orten. Diese sind eng verknüpft mit der Geschichte der Ottonen und der Königserhebung Heinrichs I. In ihrer 25-jährigen Geschichte hat sich die Romanische Straße zu einer der bedeutendsten Ferienstraßen Deutschlands entwickelt und zieht jährlich 1.5 Millionen Kultur- und Geschichtsinteressierte an. Seit 2007 ist diese Straße ein Teil der Europäischen Kulturroute TRANS-ROMANICA, die europäische Regionen in acht Ländern verbindet.” 

Wichtige Orte, die eng mit der Entstehung des ostfränkischen bzw. des späteren Heiligen Römischen Reichs zusammenhängen, liegen auf der Südroute eben dieser “8”. Genauer am Nordrand des Ostharzes, wo sich seine bewaldeten Höhen zur Ebene im Norden hinabsenken. Unsere Ziele sind die Welterbestadt Quedlinburg und die mittelalterlichen Städte Gernrode und Ballenstedt.

Wir gönnen uns pro Tag eine historische Stadt -ein mehr als sportliches Unterfangen! In diesem Kontext einige Ansichten und Anmerkungen zur reichen Historie dieser Städte:

Quedlinburg

Wirtschaftliche Keimzelle Quedlinburgs, Grablege der Ottonen und Damenstift. Blick von der Stiftskirche St. Servatii…

…auf die Dächer Quedlinburgs

In der einstigen Königspfalz am Nordrand des Harzes begann vor mehr als 1100 Jahren und mit der Königs-Krönung Heinrich I. die deutsche Geschichte. Er machte die Pfalz zum Zentrum der Reichspolitik und begründete in seiner Familiendynastie mit Otto II. auch den ersten deutschen Kaiser:

“Die Geschichte König Heinrichs I. und der Dynastie der Ottonen ist eng mit der Landesgeschichte des heutigen Sachsen-Anhalts verbunden. Eine besondere Rolle spielt Quedlinburg: Der dort gelegene Finkenherd gilt als der legendäre Ort, an dem Heinrich I. im Jahr 919 zum ostfränkischen König erhoben wurde. Später wählte Heinrich Quedlinburg zum Ort seiner Grablege. Mit seiner klugen Politik, die auf Ausgleich mit den Großen in Sachsen und Franken sowie auf weitsichtige Heiratsverbindungen setzte, schuf er das Fundament für den Erfolg seiner Nachkommen, den Ottonen. Sie sollten eines der bedeutendsten Herrschergeschlechter der europäischen Geschichte werden. Mit der Verbindung der königlichen mit der kaiserlichen Macht leitete Heinrichs Sohn, Otto der Große, eine Entwicklung ein, die später den Aufstieg des ostfränkischen Reiches zum Heiligen Römischen Reich begründete. Damit wurde eine der historischen Grundlagen für das heutige Deutschland geschaffen.” (1)

Mit ca. 86 ha ist Quedlinburg heute eines der größten Flächen-Denkmale in Deutschland. Mit mehr als 2000 Fachwerkbauten und einer einmaligen, mittelalterlichen Stadtanlage wurde die Stadt 1994 in die UNESCO-Welterbeliste der schützenswerten Kulturgüter aufgenommen.

Marktplatz mit Rathaus, Stadt-Wappen und reichen Bürgerhäusern

In der romanischen Stiftskirche St. Servatii mit Krypta (Confessio) und beiden Domschatzgewölben

Auf königlicher Spurensuche: Wappen, Goldmünze und die heilige Lanze, die 933 in der (siegreichen) Schlacht der Ostfranken gegen die Ungarn mitgetragen wurde

Stadterkundung und tausendjährige Geschichte(n) machen pflastermüde und hungrig…

Gernrode

Weniger als 10 km in südlicher Richtung liegt ein zweiter Besuchermagnet der Romanik mit mehr als 1100-jähriger Geschichte: Gernrode.

Vor der Stiftskirche Sankt Cyriakus

“In Gernrode zeigt sich in besonders deutlicher Weise die enge Verbindung zwischen der Familie Heinrichs I. (875-936) und der Oberschicht der sächsischen Adelsfamilien der Region. Der Name der Stadt verweist auf den Markgrafen Gero, einen engen Vertrauten Kaiser Otto des Großen (912-973), der hier eine Burg als Herrschaftsmittelpunkt seiner Familie erbaute. Ohne Erben geblieben, gründete Gero im Jahre 959 auf dem Burggelände ein Kanonissenstift mit der Stiftskirche St. Cyriakus. Von den Ottonen wurde das Stift Gernrode aus familiärer Verbundenheit in der Folgezeit weiterhin reich beschenkt und mit Privilegien bedacht.” (1)

Das beeindruckendste Bauwerk hier: Die sehr gut erhaltene romanische Stiftskirche aus dem 10. Jahrhundert. Mit einem weiteren Highlight in seinem Inneren: Im südlichen Seitenschiff befindet sich die älteste erhaltene Nachbildung des Grabes Christi nördlich der Alpen (11.Jhd.).

Die Stiftskirche St. Cyriakus: Kirchenschiff mit Hohem Chor, Decke und Sarkophag des Markgrafen Gero

Im Inneren der Stiftskirche: Apsis, Krypta und Nachbau des Heiligen Grabes

Gernrode zum Anfassen: Die Stiftskirche aus der Kaffeehausperspektive, ganz in der Nähe die vermutlich älteste protestantische Elementarschule Deutschlands (1533)

Ballenstedt

Diesmal sind es wiederum nicht mehr als 10km, bis wir Ballenstedt in Richtung Osten erreichen. Der geschichtliche Sprung von Qedlinburg und Gernrode zur Wiege Sachsen-Anhalts und zum Adelsgeschlecht der Askanier beträgt jedoch mehr als 150 Jahre. Als Ort erstmals im Jahre 1030 urkundlich erwähnt, gründet Esico von Ballenstedt auf dem heutigen Burgberg ein Kollegiatsstift. Das Stift auf dem Gelände der Stammburg wird 1123 in ein Benediktinerkloster umgewandelt. An Stelle der in ein Kloster verwandelten Burg wird durch den Enkel Esicos, den späteren Markgrafen Albrecht der Bär (1100-1170) die Burg Anhalt im Selketal gebaut. Die Klosterkirche wird Begräbnisstätte der Anhaltiner.

“Die Grafen von Ballenstedt, die im 11. und 12. Jahrhundert zu den mächtigsten Dynastien Mittel- und Ostdeutschlands gehörten, sind unter Bezugnahme der bis 1315 in ihrem Besitz befindlichen Grafschaft Aschersleben auch als Askanier und somit als Ahnherren des anhaltinischen Fürstenhauses in die Geschichte eingegangen. Von unbekannter Meisterhand wurde Uta von Ballenstedt, Schwester des Grafen Esico, als Stifterfigur im Naumburger Dom ein weltbekanntes Denkmal gesetzt. Markgraf Albrecht der Bär ist mit seiner Siedlungs- und Kolonialisationspolitik Wegbereiter der Mark Brandenburg”. (2)

Schloß Ballenstedt mit Klosterkirche im Hintergrund und Aufgang zum Schloßtheater

Albrecht der Bär im einstigen Stammgebiet der Askanier im Selke-Gebiet des Ostharzes

Uta von Ballenstedt vor Krypta und gräflicher Begräbnisstätte

Von den 88 romanischen Bauwerken liegen bedeutende und gut erhaltene im Harzvorland (s.o.). Einige davon haben wir kennengelernt, der “Rest” muß sich halt noch etwas gedulden…

karten-image: de.m.wikipedia.org

Angegebene Zitate aus:

  • (1): “Königsorte-Auf den Spuren Heinichs I. in Sachsen-Anhalt”/Zentrum für Mittelalterausstellungen (ZMA) 2019
  • (2): “Ballenstedt-die Wiege Anhalts”/Informationsbroschüre der Stadtverwaltung Ballenstedt 2019

(v.k.)

Blumenschau im Advent

24.11.2019

Für die Floristen gibt es sie schon immmer- die sechste Jahreszeit. Wenn der Herbst seinen Malerpinsel endgültig aus der Hand gelegt hat und die Adventszeit andauert, wird sie allgegenwärtig und präsent. Denn: Weihnachten steht vor der Tür.

Auch in diesem Jahr hat sich eine der größten Gärtnereien Freibergs mächtig in`s Zeug gelegt und präsentiert Blumenschmuck, Pflanzen und Weihnachtsdekorationen vom Feinsten. Entstanden sind kleine Kunstwerke auf Eis und Schnee. Kein Wunder, steht diese Schau doch unter der Schirmherrschaft der Schneekönigin, siehe unten…

(v.k.)

Wo die Zeit lebt: In der Uhrmacherstadt Glashütte

31. Oktober 2019

Im malerischen Müglitztal südlich von Dresden und Heidenau liegt die sächsische Kleinstadt Glashütte. Zwischen steilen und bewaldeten Berghängen und auf einer Höhe von 350m wurde der Ort am Anfang des 16.Jhd. erbaut.

Glashütte gehört heute mit seinen 7500 Einwohnern zum Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge. Seine Koordinaten zum Nachschlagen: 50° 85`nördliche Breite und 13° 78`östliche Länge. Das Besondere dieses Ortes: Hier werden seit über 170 Jahren Uhren von besonderer Qualität hergestellt. Ob astronomische Kunstuhren, Schiffsuhren, Tachometer, präzise Pendeluhren oder mechanische Taschenuhren: “Made by Glashütte/Germany” ist das Qualitätssiegel der hier ansässigen elf Familienunternehmen mit unterschiedlicher Tradition.

Moderne Produktionsstätten an der Müglitz und das Deutsche Uhrenmuseum

“Mit seiner Entwicklung ist Glashütte einer der spannendsten Schauplätze deutscher Wirtschaftsgeschichte. 1506 als Bergstadt gegründet, bedeutet das Versiegen der Silberfunde im Erzgebirge für die Menschen eine Zeit der Verarmung und Entbehrung. Andere Einnahmequellen sind schwer zu finden. Durch die ehrgeizigen Pläne von Ferdinand A. Lange ab Mitte des 19. Jahrhunderts kommt das Uhrmacherhandwerk in die Stadt und der Aufschwung beginnt. Im Jahr 1845 beginnt er mit der Ausbildung der ersten 15 Lehrlinge und der Fertigung von ersten relativ schlichten Zeitmessern. Weitere Uhrmacher folgen. Mit Leidenschaft, Können und unternehmerischem Geschick verwirklichen talentierte Uhrmachermeister wie Ferdinand Adolph Lange, Julius Assmann, Moritz Großmann und Adolph Schneider ihren Traum von einer eigenständigen sächsischen Uhrenindustrie und begründen den weltweiten Ruf des Ortes. Schnell entwickelt sich Glashütte zum Inbegriff der deutschen Uhrmacherkunst, die seitdem weltweit große Anerkennung findet”.

Ferdinand Adolph Lange (1815-1875): Gründer der Glashütter Uhrenindustrie, erster Bürgermeister und später Ehrenbürger der Stadt

Die “UNION”-Uhrenfabrik ist eine der gegenwärtig elf Uhrenproduzenten von Glashütte

Bei einem Besuch der Stadt ein unbedingtes Muß: Das Deutsche Uhrenmuseum Glashütte im Gebäude des ehemaligen Fachschule für das Uhrenhandwerk.

“Unter dem Motto “Faszination Zeit – Zeit erleben” inszeniert das deutsche Uhrenmuseum Glashütte seit seiner Eröffnung im Jahre 2008 nicht nur den Mythos Glashütte, sondern verschafft mit seiner Sammlung auch einen emotionalen und philosophischen Zugang zum Phänomen Zeit. Meisterwerke aus Glashütte vereinen kunstvoll Präzision und Schönheit mit lebendiger Tradition, die vom Streben nach handwerklicher Perfektion getragen wird”. (Quellen aus: “Faszination Zeit- Deutsches Uhrenmuseum Glashütte”). 

Für die Nachwelt aufbewahrt: Exponate von hoher Präzision, Schönheit und zeitloser Eleganz

Der Mythos: Die technische Miniaturwelt eines mechanischen Uhrwerks! Mit Komponenten so dünn wie ein Haar und nur durch eine Lupe sichtbar. Das Zusammenwirken seiner unzähligen Einzelteile und die komplexen Mechanismen hinter den Zeigern. Die Kreativität von Ingenieurskunst und handwerklicher Perfektion sowie die Faszination der Zeitmessung über ein Wunderwerk en minature…

Der Zeittakt von Glashütte-1

Der Zeittakt von Glashütte-2

(v.k.)

Im Tiroler Alpbachtal

Im September, 2019

Wanderurlaub in den Tiroler Bergen

Karte Alpbachtal© OpenStreetMap-Mitwirkende

Der Ort Alpbach liegt etwa auf halbem Weg zwischen Kufstein und Insbruck in einem kleinen Nebental das Inns. Auf einem schrägen Plateau in SW-Richtung hingestreckt fällt er damit unter die Orte mit ausgeprägtem “Sonnenkinder-Image”. Die Bergwelt um das Tal ist lieblich und genau das richtige für Bergwanderer wie uns: Etwa 2500m beträgt die Gipfelhöhe der Berge Im Talschluß nach Süden; sie fällt damit bescheidener aus als die ihrer sichtbaren und schon schneebedeckten Nachbarn in den Dolomiten.

“Ob wandern, bergsteigen, mountainbiken oder einfach nur erholen und die schöne Natur genießen. Wohlfühlen steht in Alpbach im Vordergrund. Seit 1953 bauen die Alpbacher ausschließlich im hergebrachten Alpbacher Baustil und sind berechtigterweise stolz auf die bezaubernden und einheitlichen Holzhäuser. Seit 1945 ist das Dorf Tagungsort des „Europäischen Forum Alpbach“, an dem jährlich führende Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur teilnehmen. Das moderne Congress Centrum in Alpbach ist dank seiner genialen Architektur wunderbar in das Dorfbild dieses Tiroler Ortes integriert” (aus: “Alpbachtal-Seenland, Region und Orte”).

Alpbachtal

Alpbach-Panorama mit Gratlspitz im Norden (1893m)

Alpbachtal

Wegzeichen und Blaubeerenfelder am Wiedersberger Horn (2172m)

Alpbachtal

Seit uralten Zeiten wird in der Region Kupfer und Silber abgebaut und verhüttet…

Alpbachtal

Auf Wandertour zwischen Joelspitze (1964m) und dem Gipfelkreuz am Schatzberg (1898m)

Alpbachtal

Ausblick in das benachbarte Zillertal

(v.k.)