Archiv der Kategorie: ► Wegbegleiter

Die Wegbegleiter sind ganz besondere Bilder, Texte, Gedichte und Gedanken. Oder auch- wenn man so will- ein Stück Wertesystem meines Lebens. Sie sind wie Meilensteine an Weggabelungen, die ein Gefühl der Sicherheit bei Krisen oder schwierigen Entscheidungen vermitteln. Und die an das Urvertrauen in unser Leben erinnern.

12.08.-20.08.2022: Kurzurlaub in Breege/Rügen

Sommer-Romantik: Sonnenuntergang auf dem Bug bei Dranske/Rügen

Ein weithin unverstellter Blick gen Westen: In der Abenddämmerung sind die Umrisse der Insel Hiddensee von Dranske aus recht gut auszumachen (oben). Sie verwischen, werden schemenhaft und verschwinden, wenn der Feuerball (an diesem Tag leider hinter den Wolken) im Meer versinkt…

(v.k.)

Wenn die Rapsfelder blühen…

15.05.2022

Wie in jedem Jahr bricht auch in Sachsen Ende April/Anfang Mai das “Gelbfieber” aus: Der Raps blüht! Geprägt wird die hügelige Erzgebirgslandschaft ab diesem Zeitpunkt durch das Summen unzähliger Bienen, durch einen intensiven Geruch und durch prächtige, gelbe Flächen fast bis zum Horizont… 

(v.k.)

2021 geht zu Ende

       Des Jahres letzte Stunden…       

 


Weihnachten und das Jahr 2021 sind Geschichte…

Die vor zwölf Monaten an gleicher Stelle geäußerten Hoffnungen und Wünsche sind leider nicht in Erfüllung gegangen: Die lebensbedrohende Pandemie feiert im Jahre 2 nach Wuhan fröhliche Urständ und quer durch die Bevölkerung zieht ein unübersehbarer Graben. Das Vertrauen in die Führungseliten unseres Landes ist schwer angekratzt und Lethargie und Erschöpfung haben sich bei vielen von uns breitgemacht. Aber auch Ignoranz und Verantwortungslosigkeit bei Impfgegnern und CORONA-Leugnern. Zwischen Wollen und Können bei der Bekämpfung klafft eine tiefe Lücke, wie ich im April schon unter Kritisches angemerkt habe.

Deutschland tut sich schwer. Es hat mit seinen gesundheitspolitischen Pfunden- insbesondere seinen wirkungsvollen Impfstoffen- durch schlechte Kommunikation und politisches Versagen nicht gewuchert. Das Gegenteil scheint der Fall. Blickt man hinter die Versprechungen, Ankündigungen und Großmäuligkeiten, offenbaren sich im “High-Tech-Land” ungeahnte Baustellen: Defizite bei der Koordinierung, bei Beschaffung und Logistik und in der Kommunikation. Defizite bei der Digitalisierung und beim Datentransfer, insbesondere der Gesundheitsämter (“FAX-Zeitalter, Datenanalysen nach “Brieftauben-Niveau”). Die halbherzigen oder fehlenden Kontrollen der Corona-Schutzmaßnahmen, die Rangeleien zwischen Landesregierungen und Gerichten um den richtigen Weg sowie die offen ausgetragenen Dissenzen zwischen Immunologen, Medizinern und Politik haben zu tiefer Verunsicherung und Mißtrauen in der Bevölkerung geführt. Nicht zu vergessen der zehrende kakophone Mißklang innerhalb der 16 Bundesländer.

2021 ist Vergangenheit. Quo voadis? Der am ersten Weihnachtsfeiertag im Gebirge gefallene Schnee deckt diese Frage zu. Und eine Menge anderer Fragen gleich mit.

Aber: Obwohl es kein Bilderbuchjahr war- verabschiedet sich das alte Jahr mit diesem opulenten Sonnenuntergang:

Möge 2022 für die Welt ein besseres Jahr werden als sein Vorgänger…

(v.k.)

Wo der Herbst zu Hause ist…

Oktober, 2021

Gelb, Ocker, Rot und Gold sind die Farben dieser Jahreszeit. Doch wo wohnt der Herbst eigentlich, der Maler und große Verschwender dieser Farben? Ich habe nachgeschaut: In der Bergstadt Freiberg kommen dafür nur dieses Haus am Weinstock oder die in der Mittagssonne leuchtenden Parkanlagen am Freiberger Kreuzteich in Frage:

Zur Mittagsstunde im Freiberger Albertpark

Und weil ihm die gelben Farben gerade ausgegangen sind, malt der große Meister ab heut nur noch mit Kamin- und Purpurrot weiter…

Klein, aber ein echter Hingucker: Der scharlachrote Fächer-Ahorn

(v.k.)

Hermann Hesse: “Stufen”

STUFEN

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

                                   ***

 

(aus: “Das Lied des Lebens, Die schönsten Gedichte von Hermann Hesse“, Suhrkamp-Verlag Frankfurt am Main, 1986)

(v.k.)

Weihnachtswunsch für 2021

Kurz bevor die Sonne aufgeht, ist die Nacht am dunkelsten…

(Selma Lagerlöf)


Das neue Jahr steht vor der Tür und wir wünschen und hoffen, daß es ein besseres Jahr als das vergangene wird. Die ersten Lastzüge mit COVID-19-Impfstoffen des Pharmakonzerns Pfizer aus dem Belgischen Puurs sind heut mit militärischem Geleitschutz auf dem Weg nach Deutschland und in andere EU-Länder. Es sind die langersehnten der von BIONTECH/PFIZER entwickelten und angekündigten Präparate, im kommenden Jahr sollen mehr als 1.3 Milliarden davon ausgeliefert werden. Damit können neun Monate nach Erklärung der Pandemie durch die WHO die Impfungen auch in Deutschland beginnen.

Ich weiß nicht, wieviel Versuche die Welt noch hat, sich aus der tödlichen Umklammerung der CORONA-Pandemie zu befreien. Heut zumindest hat ein entscheidender begonnen. Auch gegen den Widerstand von Besserwissern, CORONA-Leugnern, “Querdenkern” und ähnlichen Minderbemittelten.

Die Auslieferung des genbasierten Vakzins ist ein Zeichen der Hoffnung vor einem Weihnachten des Isoliertseins und der Einsamkeit. Wir verbinden mit dieser Hoffnung den Wunsch nach Gesundheit und endlich wieder einem Stück weit mehr an Wärme, Begegnung, Umarmung und Normalität für die nahe Zukunft.

Morgen ist Weihnachten, im Erzgebirge ist in diesem Jahr der erste Schnee gefallen…

….vom Christkind und der ganzen Welt mit Sehnsucht erwartet: Der Schnellzug mit wirksamen Impfstoffen gegen die COVID-Pandemie

image: pixabay

(v.k.)

Hermann Hesse: “Manchmal”

MANCHMAL

Manchmal, wenn ein Vogel ruft
Oder ein Wind geht in den Zweigen
Oder ein Hund bellt im fernsten Gehöft,
Dann muß ich lange lauschen und schweigen.
 
Meine Seele flieht zurück,
Bis wo vor tausend vergessenen Jahren
Der Vogel und der wehende Wind
Mir ähnlich und meine Brüder waren.
 
Meine Seele wird ein Baum
Und ein Tier und ein Wolkenweben.
Verwandelt und fremd kehrt sie zurück
Und fragt mich. Wie soll ich Antwort geben?

                              ***

(aus: “Das Lied des Lebens, Die schönsten Gedichte von Hermann Hesse“, Suhrkamp-Verlag Frankfurt am Main, 1986)

(v.k.)