Archiv der Kategorie: Bergstadt Freiberg

Weitere Informationen zu meiner Heimatstadt Freiberg erscheinen auf der Seite ÜBER MICH unter BERGSTADT FREIBERG.

Erste Wanderung im Schneegebirge…

Die erste Winterwanderung im Neuen Jahr führt uns in die historische Bergbaulandschaft von Freiberg, genauer zum ehemaligen Grubenfeld der “Jungen Hohen Birke” im Freiberger Stadtteil Zug. Die Silbermine gehört zu einem größeren Abbbaugebiet, das auf einem langen Haupterzgang in nordöstlicher Richtung verläuft. Der Verlauf dieses Erzganges wird durch die aufgeworfenen Bergbauhalden sichtbar. Als kleine, wie an einer Perlenschnur aufgereihte Inseln mit kargem Baumbewuchs, sind sie inmitten der Felder nicht zu übersehen! Mit Beginn des Erzabbaus entsteht hier eine Bergmanns-Siedlung aus Wohn-und Huthäusern, Kauen, Bergschmieden und Wäschen- der Ursprung der heutigen Gemeinde Freiberg-Zug.

Der Bergbau auf diesem Gangzug wird 1511 erstmals erwähnt, um 1590 entsteht der Hohe Birker Kunstgraben: Teil einer 70km langen, künstlichen Wasserstraße aus miteinander verbundenen Gräben, unterirdischen Röschen und Hüttenteichen, die das für den Erzabbau benötigte Aufschlagwasser aus dem oberen Erzgebirge in das Freiberger Revier heranführt.

Das Zuger Grubenrevier mausert sich übrigens in der ersten Hälfte des 17. Jhd. zum Hauptgebiet des Freiberger Silbererz-Abbaus! Besonders ertragreich war die “Junge Hohe Birke” Fundgrube in der Zeit zwischen 1742 bis 1754. Ende des Jahres 1803 kommt der Erzbergbau jedoch zum Erliegen. Zum Grubenfeld der bis dahin bedeutenden Grube am Münzbach gehören umfangreiche architektonisch und maschinentechnisch bemerkenswerte Anlagen des damaligen sächsischen Kunstmeisters J.Fr. Mende. Letzte Zeugen einer 800-jährigen Montangeschichte…

Blick zum Goldberg

Verschneite Last…

 

 

 

 

 

Auf dem Schachtplateau der Fundgrube “Junge Hohe Birke”

Winterlandschaft mit Röschenmundloch und das 1703 erbaute Huthaus

Die Grubenzüge der mittelalterlichen Bergbauhalden in Freiberg-Zug

Verschneiter Spazierweg zum Tal des Münzbachs

Glückauf, 2022!

Quellen:

  • O. Wagenbreth, E. Wächtler: “Der Freiberger Bergbau”, Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1986
  • Der Freiberger Bergbau-Denkmale in Freiberg: “Die historische Bergbaulandschaft von Freiberg-Zug”; Lose Blatt-Sammlung, 1999 

(v.k.)

Wo der Herbst zu Hause ist…

Oktober, 2021

Sonnengelb, Orange, Ocker und Dunkelrot sind die Farben dieser Jahreszeit. Doch wo wohnt der Herbst eigentlich, der Maler und große Verschwender dieser Farben? Ich habe nachgeschaut: In der Bergstadt Freiberg kommen dafür nur dieses Haus am Weinstock oder die in der Mittagssonne leuchtenden Parkanlagen am Freiberger Kreuzteich in Frage:

Zur Mittagsstunde im Freiberger Albertpark

Und weil ihm die gelben Farben gerade ausgegangen sind, malt der große Meister ab heut nur noch mit Kamin- und Purpurrot weiter…

Klein, aber ein echter Hingucker: Der scharlachrote Fächerahorn

(v.k.)

Winter(sport)liches

14. Februar 2021

Zwischen der Idee, im Freiberger Umland ein Loipennetz für Skifahrer zu installieren und ihrer prompten Umsetzung durch findige Zeitgenossen, liegt nicht mehr als eine reichliche Woche: Schnell und unkompliziert, aber professionell gespurt, lädt ab Mitte Februar eine gespurte Loipe alle Langlauf-Fans zu Sport und Erholung “vor den Toren der Stadt” ein. Eine klare Ansage an die restriktive und mehr als verschwurbelte 15km-Radius Verordnung aus dem CORONA-Instrumentenkasten !

Das präparierte Gelände liegt übrigens im Südwesten des Freiberger Bergbaureviers zwischen den ehemaligen Gruben Himmelsfürst (Brander Revier) und der Freiberger Himmelfahrt-Fundgrube. Es wird von den winterlich verschneiten Übertage-Anlagen zahlreicher Schächte des einstigen Silberbergbaus dominiert:

Das Entscheidende dabei: Die Idee funktioniert außerordentlich gut, wie die Bilder zeigen…

Der Andrang schon vor den Loipeneinstiegen ist groß und nicht zu übersehen.

Ein Loipeneinstieg liegt direkt an der Bundesstrasse 101 vor dem bergbauhistorischen Haldengelände im Ortsteil Freiberg-Zug…

…und unweit des hochgelegenen Dreibrüderschachtes.

Und: Bei Kaiserwetter, herrlichem Sonnenschein und Wohlfühl-Temperaturen um -5°C auf der Skitour sind sie immer in Sichtweite:

Die bewachsenen Abraumhalden, einzelne Abschnitte des Kunstgrabens oder die winterlich verschneiten Silbergruben des ehemaligen Bergbaureviers. Auf der Collage unten die Übertage-Anlagen des Konstantin-Schachtes.

Karten-Image: © OpenStreetMap-Mitwirkende

(v.k.)

Fast ein Wintermärchen…

Freiberg, 17. Januar 2021

Ein Wintermärchen? Nur bedingt, denn auch das neue Jahr 2021 beginnt tief im Pandemie-Modus: Die Corona-Schutzbestimmungen hier in Sachsen sind restriktiv und machen die attraktiven Ski- und Wintersportgebiete sowohl im Böhmischen als auch im Oberen Erzgebirge für uns unerreichbar (Aufenthalte nur im 15km Radius möglich)!

Daß sich die Natur um krisenbedingten Lockdown, fehlende Impfstoffe in der EU oder Sinn bzw. Unsinn diverser Epidemie-Einschränkungen nicht schert, wollen die Bilder zeigen: Insbesondere der Wald hier im Erzgebirge ist zu einem verwunschenen Winterort geworden, voller Schönheit und voller Zurückhaltung. Und genau so märchenhaft weiß und tief verschneit sind die Straßen, Wege und Bahnlinien in seinem Umfeld, deren Enden sich irgendwo im Nirvana verlieren… 

Die Bilder zeigen aber auch, daß man zum Erleben dieser Schönheit nicht weit in die Ferne schweifen muss:

(v.k.)

Große Bergparade vor dem 2. Advent

07.12.2019

Bergmännische Aufwartung in festlichem Ambiente…

Ein Magnet für Tausende Schaulustige ist sie unbestritten, die traditionelle Bergparade in Freiberg. Neben den Aufmärschen in Chemnitz und Schneeberg schlägt sie den Bogen zur wohl größten Bergparade im erzgebirgischen Annaberg am kommenden 4. Advent. Dabei ist die alljährliche Parade sowohl der Höhepunkt der Adventszeit in der Silberstadt als auch ein Andenken an Jahrhunderte alte Bergbautraditionen in dieser Region.

…auf dem Freiberger Schloßplatz

Hier und heute im Fackelschein aufmarschiert sind die Historische Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft, mehrere Bergmusikkorps sowie die ganz in ihren schwarzen Habits vertretenen Bergleute aus Walbrzych/Tschechien. Denn: Auch im Bewahren des bergmännischen Kulturgutes über die Grenzen hinweg ist Freiberg seit diesem Jahr Welterberegion…

Umsäumte Straßen: Bergleute und Reiterstaffel auf ihrem traditionellen Weg zum festlich erleuchteten Schloß Freudenstein

Nach Begrüßung der durch den OB, bergmännischer Aufwartung auf dem Schloßplatz und Marsch durch die Innenstadt sammeln sich die Bergbrüderschaften auf dem Weihnachtsmarkt zu abschließender Bergpredigt und Mettenschicht in der Freiberger Petrikirche. Ihr Weg in diesen Abendstunden ist gesäumt durch die Freiberger und unzählige Gäste, die die Bergleute zu ihrer letzten Schicht des Jahres begleiten.

Der Freiberger Weihnachtsmarkt ist immer eines der Etappenziele auf dem Weg zum abschließenden Berggottesdienst

Ein beeindruckendes Bild – und doch voller Emotionen. Uns allen friedliche Adventstage und “Glück auf” an die Silberstadt Freiberg und die Welterberegion Erzgebirge!

(v.k.)

Blumenschau im Advent

24.11.2019

Für die Floristen gibt es sie schon immmer- die sechste Jahreszeit. Wenn der Herbst seinen Malerpinsel endgültig aus der Hand gelegt hat und die Adventszeit andauert, wird sie allgegenwärtig und präsent. Denn: Weihnachten steht vor der Tür.

Auch in diesem Jahr hat sich eine der größten Gärtnereien Freibergs mächtig in`s Zeug gelegt und präsentiert Blumenschmuck, Pflanzen und Weihnachtsdekorationen vom Feinsten. Entstanden sind kleine Kunstwerke auf Eis und Schnee. Kein Wunder, steht diese Schau doch unter der Schirmherrschaft der Schneekönigin, siehe unten…

(v.k.)

Freibergs Silber und Sachsens Glanz

Sonntag, 24. Februar 2019

FreibergBereits Ende des vergangenen Jahres eröffnet, geht die Verweilzeit dieser Sonderausstellung  im Freiberger Stadt- und Bergbaumuseum ihrem Ende entgegen. Das Thema: Das Kunsthandwerk im Kontext der reichen Silbererzvorkommen in Freiberg und Sachsen. Diese haben nicht nur die “Stad am freyen Berge” zur politisch und ökonomisch wichtigsten Bergstadt Sachsens gemacht. Aus dem gewinnträchtigen Abbau von Silber konnten insbesondere die Landesherren jener Zeit ihren perönlichen Nutzen ziehen. Es geht natürlich um das Silber und das damit verbundene “Berggeschrey”. Und es geht insbesondere um einmalige Kunstschätze und um Kostbarkeiten aus dieser Zeit…

 

Freiberg

Im Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg: Alles kommt vom Silber her…

Der erste Eindruck im musealen Ausstellungsraum der obersten Etage: Prunk und funkelnder Glanz. Ausgestellt werden wertvolle Exponate aus dem Tafelsilber August des Starken, die ihren eigentlichen Sitz im Grünen Gewölbe und der Rüstkammer Dresdens haben. Auf einer langen Tafel geschickt dekoriert: Doppelt vergoldete Silberstücke aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Sie springen genau so in das Auge wie die kunstvoll verzierten Willkommenspokale, wie die silbernen Kesselpauken, die vergoldeten Musikinstrumente und andere Kostbarkeiten.

Freiberg

Tafelschmuck und Ziergegenstände vom Feinsten…

FreibergVergangenheit spüren, Geheimnisse erkunden, Schätze entdecken:

Der Silberreichtum des Freiberger Bergbaus war über lange Zeit sichere Quelle für den Wohlstand der Stadt und auch den der sächsischen Markgrafen und Kurfürsten. Der mehr als 800 Jahre währende Erzbergbau hat die Region in vielerlei Hinsicht geprägt. Beim Bergbau auf Erzgängen wurden Minerale und Silber zu Beginn des 12. Jahrhundert übertage, später in den Stehenden Gängen (N-S-Richtung) und den Spatgängen (O-W-Richtung) unter Tage abgebaut. Dabei betrug die Mächtigkeit der Erzgänge in der Teufe meist 10….50cm, nachgewiesen sind auch Gänge bis zu 6m. Das “uf dem gebirge” ausgeschmolzene Silber wurde der Münze des Landesherrn zugeführt. Silbermünzen und -Barren wurden begehrte Exportartikel…

“Von 1168 bis 1900 wurden bei Freiberg über 5000t Silber gefördert, davon der größere Teil im 19. Jahrhundert. Nach der Tiefe zu sind Gänge bisher bis etwa 750 m bergmännisch aufgeschlossen worden. Um 1850 arbeiteten im Freiberger Revier über 9000 Mann im Montanwesen, davon etwa 7500 Bergleute und 1500 Hüttenleute.” (aus: O. Wagenbreth, E. Wächtler: “Der Freiberger Bergbau”, 1988)

Freiberg

Die Knappschaftsinsignien Schlägel, Eisen und Erztrog. Rechts eine Stufe gediegen Silber, darunter höfische Silberprodukte des 17. Jahrhunderts, hier die kurfürstlichen Pauken und Trompeten

(v.k.)

Die Reise der gläsernen Arche: Kunst trifft Naturschutz

Freiberg, im Februar 2019

Sie glitzert in der Mittagssonne und wirkt in der offenen rechten Hand mehr als zerbrechlich: Die smaragdgrüne Glasarche 3 aus dem Bayerischen Wald. Ihre zentrale Botschaft auf der Reise durch ausgewählte Stationen in Deutschland ist ein Appell zum sorgsamen Umgang mit unserer Schöpfung sowie zu Achtung und Erhaltung von Natur und Umwelt.

Das Schiffs-Ensemble aus Glas und Holz will aufzeigen, daß die Bewahrung der Naturlandschaft allein in Menschenhand liegt. Seine leichte Neigung deutet ein sanftes Entgleiten der Arche aus der hölzernen Hand an. Ein Hinweis darauf, daß dieser Schutzauftrag nicht abstrakt ist, sondern auf jeden einzelnen Betrachter übergehen muß. Die symbolhaften Zerstörungen und Risse im Glas verweisen auf den brüchigen Zustand vieler Lebensformen, die es zu erhalten gilt.

Arche

Arche

“Die fünf Meter große gläserne Arche, getragen von einer Hand aus Eichenholz, entstand im Jahr 2016 im Rahmen des Naturschutzprojektes “Glasarche 3″, initiiert vom Landschaftspflegeverband Mittleres Elstertal e.V.  Seither befindet sie sich auf Expedition zu den schönsten Natur- und Kulturgebieten Mitteldeutschlands. Sie will den Menschen die Zerbrechlichkeit der Natur bewußt machen und sie daran erinnern, daß der Schutz besonderer Orte in ihrer Hand liegt” (aus: Projektkonzept zur Glasarche 3)

Arche

Das gläserne Boot in der Eichenhand stammt aus dem  “Atelier Männerhaut” im Bayerischen Zwiesel. Die Hand aus 84 Eichen-Kanthölzern hat übrigens ein Gewicht von ca. 3.5 Tonnen… Nach der Jungfernfahrt und dem Stop in Freiberg wird die Reise in 2019 über Dresden, Frankenberg, Eisenberg und Altenburg erst einmal weiter nach Jena gehen…

(v.k.)