Archiv der Kategorie: ► Muse: Theater und Musik

Musik und Theater gehören zu den wunderbarsten Schöpfungen des Menschen. Sie sind mehr als nur Träumen, Vergnügen, Hingabe oder Genuß. Denn: Sie geben dem Menschen all das Gute zurück, was in ihm ist und was auf dieser Erde zurückbleiben wird.

Im Tom Pauls Theater Pirna

10.01.2026

Klein, aber mehr als fein und nicht zu übersehen: Das Tom Pauls Teater am Pirnaischen Markt. Auf dem heutigen Programm steht „Rettet uns den Gogelmosch“:

„Viele betrachten Säggs’sch eher als Mundfäule statt als Mundart. Doch die Sachsen lassen sich das nicht gefallen. Sie retten ihre Sprache, denn Sprache ist Heimat. Im Gogelmosch sind die Wörter gesammelt, übersetzt und erklärt. Amüsant, hilfreich und wissenswert für alle Sachsen und all jene, die sie verstehen wollen. Der ursächsische Schauspieler Tom Pauls erzählt breed, weech und lässch, was es mit dem Gogelmosch auf sich hat, wo Sächsisch entstand, wie man es am besten spricht und wer es besser sein lässt. Säggs’sch ist jedoch nicht nur eine Sprache, sondern eine Weltanschauung. Wer sie verstehen will, horchd eefach ma droff. (1)“

Wissenswertes zum Theatergebäude: Nachstehend die beeindruckende Historie vom Neuaufbau des ehemaligen Peter-Ulrich-Hauses (frühes 16. Jhd.) zur beeindruckenden Spielstätte von heute:

(1): Aus der Programmvorschau
Quellen:
https://tom-pauls-theater-pirna.de/peter-ulrich-haus-in-pirna/

(v.k.)

Winter und Weihnachtliche Musik am Rande des aktuellen Mainstreams…

Donnerstag, 25.12.2025

Winter und Weihnachtliche Musik am Rande des aktuellen Mainstreams: Der Freiberger Knabenchor, Veronika Fischer, Herbert Grönemeier und die Gruppe Pentatonix…

Leider nur als Audio-Stream verfügbar (oben): Der Freiberger Knabenchor unter der Leitung von Wolfgang Eger. Der Chor wurde 1993 von ihm gegründet und bestand aus 30 Knaben und jungen Männern im Alter ab 8 Jahren. Mangels Nachwuchses wurde er 2017 aufgelöst.

 

(v.k.)

Dom und Klang- Eine Kunstbetrachtung

04.10.2025

„Wohin mich das Schicksal führt…“ Carlo di Cesare del Palagio in Sachsen

„Die Freiberger kurfürstliche Grablege verdankt ihre besondere Ausstrahlung dem florentinischen Bildhauer Carlo di Cesare del Palagio, der mit seinem außergewöhnlichen Figurenensemble großartiger, lebensgroßer Bronzebildnisse der wettinischen Familie bleibende Akzente setzte. Sein Werk verbindet italienische Kunsttradition mit sächsischer Auftraggeberschaft- ein faszinierendes Bild auf das Wirken eines Meisters, den das Schicksal aus seiner Heimat Florenz bis nach Sachsen führte.“ (1)  

Anmerkung: Die Wettiner besitzen mit dem Kloster Altzella (Meißner Linie), dem Freiberger Dom (Albertinische Linie), dem Kloster Petersberg bei Halle und der Dresdener Hofkirche (Sächsisch-Polnische Linie) vier berühmte Grablegen. Dabei ist die kurfürstliche Grablege im Freiberger Dom die letzte Ruhestätte der zwischen 1541 bis 1694 verstorbenen albertinischen Herzöge und Kurfürsten. Sie zählt zu den Hauptwerken des Manerismus in Deutschland.

Die o.g. Kunstbetrachtung in der Grablege des Freiberger Doms, verbunden mit einem musikalischen Cello-Programm von Johann Sebastian Bach, beleuchtet die künstlerischen Arbeiten der Italiener Giovanni Nosseni und Carlo del Palagio. Letzterer steht an diesem Nachmittag im Mittelpunkt. Der Florentiner Künstler schuf zwischen 1590-93 und speziell für die Umgestaltung des Freiberger Domchores zur Wettiner Begräbniskapelle zahlreiche Stuck- und Bronzefiguren. Die lebensgroßen Figuren sind einzigartig in Deutschland. Die Errichtung der Kapelle wurde von Kurfürst August von Sachsen (1526-1586) in Auftrag gegeben:

(1): Sabine Lohmann: Aus dem aktuellen Programm der Domführerin
Quellen:
(1): https://www.freiberger-dom.de/dombesuch/die-schaetze-des-domes-virtueller-rundgang/begraebniskapelle.html
(2): https://de.wikipedia.org/wiki/Carlo_di_Cesare_del_Palagio

(v.k.)

Galakonzert im Dresdner Zwinger

28.07.2025

Antonio Vivaldi: „Die vier Jahreszeiten“

„Ein gutes Konzert ist wie ein Rausch. Und das ganz ohne Nebenwirkungen. Es besteht nur die Gefahr, zum Wiederholungshörer zu werden. Wenn man jedoch die Solisten des DRESDNER RESIDENZ ORCHESTERS hört, geht man das Risiko gern ein. Den Musikern gelingt es mit Stücken von Mozart, Verdi, Puccini oder Vivaldi klangvoll zu begeistern. Prof. Igor Malinovsky bringt seine internationalen Erfahrungwen als großen Schatz in die musikalische Arbeit mit den jungen Solisten ein. So entsteht der Reiz dieses Ensembles, das mit großem Charme und großer Profession überzeugt.

Das Kammerorchester des Dresdner Residenz Orchesters verzaubert im Wallpavillon des Dresdner Zwingers mit hinreißenden kammermusikalischen Werken, beeindruckenden Violinsolisten und bezaubernden Sopranisten. So werden die Konzerte bei jedem Auftritt zu einem einmaligen Erlebnis nicht nur für die Musiker, sondern vor allem für das Publikum: Ein wunderbarer musikalischer Rausch“ (1)  

(1): Aus dem aktuellen Programm

(v.k.)

Musikalische Abendfeier 1945-2025 im Freiberger Dom

03.07.2025

Die Abendmusik vom 03.07. im Freiberger Dom ist eine Rekonstruktion der Musikalischen Abendfeier, die vor 80 Jahren genau am 7. Juni 1945 stattgefunden hat. Sie war die erste Abendmusik nach dem Ende des 2. Weltkrieges für mehr als 3.000 Freiberger Bürger, die auf Bitte der Stadtverwaltung und der sowjetischen Militäradministratur an den damaligen Domkantor, Arthur Eger, zustandegekommen war. Obwohl erst im Frühjahr 1945 von der Front zurückgekommen und noch im Krankenhaus bahandelt, war Arthur Eger maßgeblich beteiligt an den Proben und am Zustandekommen dieses Konzertes. Genau so wie damals dabei: Der Freiberger Domchor. 

Nach dem Konzert: Der Freiberger Domchor unter der Leitung von Clemens Lucke (oben links), die Violin-Solistin und Konzertmeisterin des Dresdener Barockorchesters Margret Baumgartl und der Organist und Dirigent Albrecht Koch (oben rechts) im Dom zu Freiberg

Auch an diesem Abend emotional und ergreifend: Der Choralsatz nach dem BWV431: „Wenn wir in höchsten Nöten sein“…

https://www.blick.de/mittelsachsen/emotionaler-auftritt-im-freiberger-dom-die-erste-abendmusik-nach-dem-zweiten-weltkrieg-artikel13869074

(v.k.)

„Doktor Schiwago“ am Mittelsächsischen Theater Freiberg

17.11.2024

Am Samstag, den 26. Oktober um 19.30 Uhr feierte im Freiberger Theater das Musical „Dr. Schiwago“ seine Premiere. Das Musical von Lucy Simon, Michael Weller, Michael Korie und Amy Powers greift auf den gleichnamigen Roman von Boris Pasternak (1890-1960) zurück.

„Das Musical Doktor Schiwago handelt von einem Mann, Jurij Schiwago, der sich zu zwei Frauen hingezogen fühlt: Zu seiner Ehefrau Tonia und der geheimnisvollen Lara, welche viele weitere Verehrer hat. Um ihr Herz kämpfen ihr Jugendfreund Viktor Komarovskij und ihr Ehemann Pascha Antipov, Führer der Roten Armee. In den Wirren der russischen Geschichte in den frühen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts gerät Jurij Schiwago zwischen die Fronten des Krieges und der Revolution. Lucy Simon erweckt Pasternaks Werk mit ihrem Broadway-Musical erneut zum Leben und entwirft dafür einen zeitgemäßen Sound mit russischer Klangsprache und vielen gefühlsbetonten Balladen. Barbara Schönes Inszenierung des Antikriegsdramas verdeutlicht anhand der Einzelschicksale der Protagonisten, dass es im Krieg nur Verlierer gibt.

Dieses Stück enthält folgende Themen: Gewalt, sexuelle Gewalt, Krieg, Mord, Suizid, Blut“ (1)

PS: Die bewegte Lebensgeschichte des Arztes und Dichters Schiwago vor dem Hintergrund der Russischen Revolution wurde 1965 erstmalig mit Julie Christie, Omar Sharif, Geraldin Chaplin und Rod Steiger in den USA verfilmt.

(1): Textpassage aus der Website der Silberstadt Freiberg/Kultur & Tourismus:
https://www.freiberg.de/leben-und-freizeit/ausgehen-und-freizeit/veranstaltungen/details/premiere-doktor-schiwago

(v.k.)

Joseph Haydn-„Die Schöpfung“

24.08.2024

„Es steht außer Frage: In der ‚Schöpfung‘ steckt alles. Die ganze Welt. Sie ist ein Blick zurück und weit in die Zukunft dessen, was Musik alles sein kann. Sie ist Gleichgewicht und Revolution zur selben Zeit, ein Stück Aufklärung eben. Prachtvolle Chöre, anmutige Melodien, feinste Polyphonie, all das fest verankert in einem optimistischen Menschenbild: Wer sich nach diesem Stück nicht automatisch besser fühlt, braucht wirklich Hilfe. Die ‚Schöpfung‘ ist auf so ehrliche Weise gesund. Zur Gesundheit gehört aber auch eine gute Prise Humor, und der kommt bei Haydn selbst in einem so weihevollen Umfeld wie der Schöpfungsgeschichte nicht zu kurz.

Zugleich wirft das lichtdurchflutete Werk einige Schatten auf unsere eigene Gegenwart. Was ist geblieben vom Geist der Aufklärung? Und was haben wir gemacht mit der Welt, so groß, so wunderbar?“ (Textpassage aus (1))

Haydns Oratorium über die Erschaffung der Welt ist sein wichtigstes musikalisches Vermächtnis. Die heutige Aufführung im Freiberger Dom wurde mit den Solisten Isabel Schickedanz (Sopran), Thomas Kiechle (Tenor) und Daniel Ochoa (Bass) sowie mit dem Philharmonischen Kammerorchester Dresden und dem Freiberger Domchor unter der Leitung seines Kantors Albrecht Koch gestaltet.

Anmerkung: Die parallel gestaltete Multimediale Projektion trägt nach meiner Ansicht nicht zum Verständnis dieses großartigen Oratoriums bei. Leider lenkt sie vom musikalischen Geschehen ab und ist daher weder erforderlich noch sinnstiftend.


Image: Pixabay
Quellen:

(1): BR-Klassik Concert, 24.09.2023

(v.k.)

Die Erben des „Buena Vista Social Clubs“

16.08.2024

Hasta la victoria sempre?

Dieser Beitrag basiert auf unserer Kuba-Reise im Jahr 2015, deren damalige Eindrücke ich im nachfolgenden LinkedIn-Artikel zusammengefaßt habe:

https://www.linkedin.com/pulse/hasta-la-victoria-sempre-volker-kliem

Bei allen schwerwiegenden Problemen dieses Landes, eines ist heut offenbar genau oder ähnlich wie vor 10 Jahren: Mit ihrer Musik scheinen sich für viele Kubaner als begnadete Lebenskünstler die täglichen Probleme ihres Landes in Luft aufzulösen. Die vitale Lebensfreude hat neben Zigarren made in Kuba, Coctails, Mojito und Cuba Libre auch einen bestimmten Namen: Buena Vista Social Club!

Die einstigen Musiker des legendären Social Clubs (1) leben schon längst nicht mehr, doch deren Vermächtnis wird verehrt und in unsere Zeit weitergetragen. Ihre Musik als Quell von Virtuosität und Einfühlung, Körperlichkeit und Erotik ist noch heute legendär und aktuell. Beweis gefällig?

Am 16. August 2024, bei karibischen Temperaturen und eisgekühlten Mojitos, schafften es über 250 Fans der Kubanischen Musik in den Freiberger Schloßhof zu Ecos de Siboney, den offiziellen Nachfolgern der durch den Wim Wenders Film weltberühmten „Buena Vista Social Club“ mit seiner Musikerlegende Company Segundo. Dessen Enkel Leonardo, Alejandro und Ernesto halten das Erbe des mit 96 Jahren verstorbenen Company am Leben. „Wir geben ca. 25 Konzerte in Europa, sagt Sänger Alejandro. Für Musiker ist die Situation in Kuba sehr schwierig, man muß absolute Weltklasse sein, um dort überleben zu können. Daher lebe man in Mexiko, bestreite dort den Lebensunterhalt, teils auch mit Musik“ (2).

Im Freiberger Schloßhof

Mehr als zwei Stunden Lebensfreude, Spaß an Improvisation und ihrer kubanischen Musik: „Ecos de Siboney“

Quellen: 
(1): Youtube: „Chan-Chan-Buena Vista Social Club“, aus dem Film von Wim Wenders, 1999
(2): „Klassik im Schloßhof“: Freie Presse, 19.08.2024

(v.k.)

Die Johannes-Passion im Freiberger Dom

24.03.2024

Mit dem Palmsonntag vor Ostern, dem bibelgeschichtlichen Einzug von Jesus Christus in Jerusalem, beginnt für die Christen der ganzen Welt die Karwoche. Der Beginn dieser Feiertage in diesem Jahr hat mit einem eindrucksvollen Konzert im Freiberger Dom seinen Anfang genommen: Der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach. In der musikalischen Interpretation dargestellt sind Jesus` Gefangennahme und Tod. *).

Vor dem verhüllten Altar des Doms ein unvergeßlicher Musikabend mit den fünf Solisten, dem Dresdener Barockorchester und dem Freiberger Domchor unter der Leitung seines Kantors Albrecht Koch.

Die ca. 2 Stunden dauerende Johannes-Passion wurde vor genau 300 Jahren erstmalig in der Nikolaikirche Leipzig uraufgeführt. Seitdem gehört sie zu den eindrucksvollsten Musikstücken der Karwoche.


*) Warum Passion nach Johannes?

Der durch den Evangelisten Johannes überlieferte Bericht ist eines der vier christlichen Erzählungen (Evangelien) zum Leben, Wirken und Sterben Jesu Christi. Er steht, wie auch die vergleichbaren Texte des Markus, Matthäus und Lukas, im Neuen Testament, also dem zweiten Teil der Bibel. Nach mehrheitlichem Kenntnisstand entstanden diese Evangelien zu unterschiedlichen Zeiten: 70 n.Chr. (Markus), 90 n.Chr. (Matthäus und Lukas) bzw. 100 n.Chr. (Johannes). Allerdings sind -auch ansatzweise- deren wirkliche Verfasser und ihre Vita nicht verifizierbar („Verfasser unbekannt“). Sie sind damit mit hoher Wahrscheinlichkeit anonym übermittelte Berichte. Nicht nachweisbar ist ebenfalls, daß einer dieser Evangelisten Jesus persönlich kannte. Vermutlich zufällig ist auch deren Namensgleichheit mit den Aposteln Matthäus und Johannes, zweier Jünger des Messias. Allerdings steht fest, daß in allen Texten auf mündliche Erzählungen zurückgriffen wurde, die man sich in den frühchristlichen Gemeinden von Palästina, Syrien, Griechenland und Kleinasien  über den „Nazarener“ erzählt hat.

Das Johannes- Evangelium entstand also etwa um 100 n.Chr, also ca. 70 Jahre nach Gefangenschaft und Kreuzigung Jesu und ist damit die jüngste Version der Lebensgeschichte des Messias. Wer dieser Johannes wirklich war, ist nicht verifizierbar und verliert sich im Dunklen. Genau so wie seine rätselhafte, verklausulierte Sprache bleibt sie ein Bericht über einen Heiligen. Voller Mythos und Geheimnisse…

Image: Pixabay
Quellen:
Was Lukas überlieferte“, Tagespiegel – 23.12.2011
https://de.quora.com/Wurden-die-Evangelien-von-den-J%C3%BBngern-Jesu-geschrieben
https://www.spiegel.de/politik/doppelt-oder-nichts-a-8297e188-0002-0001-0000-000008931363

(v.k.)

„Die Päpstin“ im Mittelsächsischen Theater Freiberg

16.03.2024

WER BIN ICH GOTT, WAS HAST DU MIT MIR VOR?

„Vor dem historischen Hintergrund des frühen 9.Jahrhunderts, Machtkämpfen innerhalb des Kaiserreichs, aber auch zwischen Papst und Kaiser, spielt sich eine nahezu moderne Emanzipationsgeschichte ab: Gegen alle Widerstände in der Familie und in der Gesellschaft lernt die kleine Johanna, Tochter eines Dorfpfarrers, lesen und schreiben und kann in Männerkleidern sogar studieren. Wissenkraft und Klugheit bahnen ihr den Weg zu einer unglaublichen Karriere, die sie- natürlich als Mann- bis auf den Papstthron führt…“  (1)

Das Musical „Die Päpstin“, das am 16.03. auch in Freiberg Premiere feierte, wurde nach dem gleichnamigen Romanbestseller der amerikanischen Schriftstellerin Donna Woolfolk Cross entwickelt und 2011 in Fulda zur Uraufführung gebracht. Seitdem feiert „Die Päpstin“ in verschiedenen deutschen Städten, aber auch in Brünn und Budapest große Erfolge.

Image: Pixabay
Quellen:
(1): Mittelsächsisches Theater: Spielzeitheft 2023/24

(v.k.)