Anmerkung: Unter der Rubrik Buch-Lesetips erscheinen hier sehr persönliche Favoriten aus Lyrik und Belletristik. Die Tips sind mit Quellen aus dem Web verlinkt. Achtung: Diese öffnen sich mit einem Klick auf die bibliographische Angabe (!), nicht auf den Verweis „LINK“.
„Noah ist ein Künstler Anfang dreißig. Das Gehalt seiner Freundin Camilla reicht knapp für sie beide. Camilla jedoch hat sich mehr vom Leben erhofft, weshalb sie sich von Noah trennt. Es ist eine Kopfentscheidung, doch wann, wenn nicht jetzt, soll sie ihre Zukunft in die Hand nehmen? Um seine verlorene Liebe zurückzugewinnen, ist Noah zu allem bereit. Als eine ältere Dame ihm die Chance bietet, zu einem Vermögen zu kommen, läßt er sich auf einen zweifelhaften Deal mit ihr ein“ (1)
„Nach zehnjähriger Haft hat ihn der Bundespräsident begnadigt. Zum ersten Wochenende in Freiheit lädt seine Schwester die alten Freunde ein. Für sie ist das Leben weitergegangen. Und für ihn? Was bleibt von der Zeit der Gewalt? Legenden? Bewältigung? Sprachlosigkeit?
Ein kammerspielartiges Familiengeflecht, das mehr verrät über die Verstrickung in Ideologie und Gewalt als alle politischen Analysen. Die Parameter, die Schlink zur Erklärung der Eskalation der sechziger, siebziger Jahre heranzieht, sind elementar und darum zutreffend und überzeugend. Der Autor entwirft ein Setting, dem man sich weder intellektuell noch emotional entziehen kann.“ (1)
„Leipzig 1968. Der Historiker Dallow ist aus dem Gefängnis entlassen. Sein Vergehen: Er war als Klavierspieler bei einem Studentenkabarett eingesprungen und der Text, den er mit einem Tango begleiten sollte, hatte Anstoß erregt. Vergiß die dumme Geschichte, wird ihm geraten. Dallow hat nicht vergessen, aber er ist gefühllos geworden und wie gelähmt. Selbst das Eingeständnis seiner Umwelt, daß ihm Unrecht geschehen ist, läßt ihn gleichgültig. Dallows Apathie ist die seines Landes. Der Tangospieler zeigt, warum dieses Land keine Substanz hatte, sich dem Untergang wiedersetzen zu können.“ (1)
Robert Harris` Roman „Vergeltung“ spielt in den Novembertagen des Jahres 1944 und ist zwischen Großbritannien, den seit 1940 von deutschen Truppen besetzten Niederlanden und dem im September 1944 von den Alliierten befreiten Belgien angesiedelt. Die Geschichte aus den letzten Monaten des untergehenden Deutschen Reichs ist zum großen Teil authentisch:
Seit dem 07.September 1944 schlagen die ersten V2- „Vergeltungswaffen“ in London ein, abgefeuert von Abschußbasen aus dem holländischen Scheveningen. Seitdem große Teile der Heeresversuchsanlage in Peenemünde 1943 von der Royal Air Force zerstört wurden, werden die todbringenden Geschosse von dort über mobile Abschußrampen gestartet. Mit Zielen in England, Belgien und Frankreich. Mit einer Geschwindigkeit von über 5.000 Stundenkilometern und 90 Kilometern Flughöhe treffen die V2 bereits nach 5min Flugzeit vermehrt die Hauptstadt Großbritanniens- lautlos und ohne Vorwarnmöglichkeit.
Eine Bekämpfung dieser tödlichen Waffe in der Luft ist auf Grund seiner hohen Geschwindigkeit nicht möglich. In großer Eile wird in den Armeestäben der britischen Royal Air Force nach Lösungsmöglichkeiten gesucht, zumindest die im Raum Den Haag vermuteten deutschen Abschußrampen zu orten. Der Ansatz: Da die V2-Rakete kreiselgesteuert, rein ballistisch und ohne Funksteuerung in der Luft ist, ist es theroretisch möglich, aus den ersten Flugbahndaten der belgischen Radarstützpunkte und den Daten des Einschlags rückwirkend die Start-Koordinaten der mobilen V2-Rampen zu berechnen. Und dann zu bombardieren.
Eine Gruppe mathematisch gut ausgerüsteter WAAF-Offizierinnen (Women Auxiliary Air Force) nimmt im belgischen Mechelen seine Arbeit auf. Einem Ort, der vor kurzem erst von den Deutschen geräumt werden mußte.
Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt…
Zur Übersicht: Scheveningen und Mechelen, Flugbahn-Entfernung zwischen beiden Orten: 121km
„Anziehungs- und Fluchtformen der Liebe in sieben Geschichten: Als unterdrückte Sehnsüchte und unerwünschte Verwirrungen, als verzweifelte Seitensprünge und kühne Ausbrüche, als unumkehrbare Macht der Gewohnheit oder als Schuld und Selbstverleugnung. Alle Protagonisten sind dabei in ihre Zeit verstrickt…“ (1)
„Während eines Moskau-Aufenthaltes wird der britische Historiker Fluke Kelso von einem ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter aufgesucht. Nachdem Alkohol in Strömen geflossen ist, behauptet dieser, in Stalins Todesnacht dem Chef der Geheimpolizei (Berija) dabei geholfen zu haben, ein geheimes Notizbuch Stalins beiseitezuschaffen. Kelsos Nachforschungern ergeben rasch, daß der Alte die Wahrheit gesagt hat. Als sein Informant kurze Zeit später bestialisch ermordet aufgefunden wird, ist sich der Historiker sicher, daß dieses Notizbuch hochbrisante Informationen enthält und daß er nicht der einzige ist, der sich 45 Jahre nach Stalins Tod (1953) dafür interessiert. Die Jagd nach dem Buch führt durch ein Moskau der verlassenen Paläste und elenden Plattenbausiedlungen, bis Kelso die Notizen schließlich in den Händen hält. Sie übertreffen all seine Erwartungen und bringen ihn auf eine Spur, die direkt zu Stalins fast ein halbes Jahrhundert lang gehütetes Geheimnis führt…“ (1)
„So rein wie die Liebesgeschichte, die er als Manuskript in einem alten Nachttisch findet, sind auch Davids Gefühle für Marie. Dafür muß er ein anderer werden als der, der er ist. David schlüpft in eine Identität, die ihm irgendwann über den Kopf wächst.
Wie stets bei Martin Suter geht es auch in seinem wunderbar geschriebenen Roman „Lila, Lila“ um den Verlust von Identität. Suter packt einen von der ersten Seite an. Unbedingt lesen!“ (1)
„Zwei riesengrosse Meteoriten nähern sich der Erde, gefolgt von metallisch glänzenden Kugeln – Blitze zucken zwischen ihnen hin und her – eine hell leuchtende Gaswolke dringt in die Erdatmosphäre ein.
Waren es Boten einer bewohnten Welt? Die Spektralanalyse bestätigt es: Die Flugkugeln können nur vom äusseren Planeten des Sonnensystems, dem Transpluto, gekommen sein, der in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckt worden war. Aber wie kann dort, Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt, hochentwickeltes Leben entstanden sein?
Von Tursk am Aralsker See startet eine mächtige Photonenrakete zum Transpluto. Wenige Stunden vor dem Abflug verschwindet auf geheimnisvolle Weise Pjotr Roi, Hochfrequenzspezialist der Expedition. An seine Stelle tritt Juan Padero. Nur Kerstin Roth weiß, in wessen Auftrag das geschieht – aber sie schweigt. Der geheimnisvolle, unerforschte Planet birgt sensationelle Überraschungen. Eine künstliche Sonne umkreist ihn! Das erste Landefahrzeug des Raumschiffes wird von unbekannten Kräften in eine graue Schlammzone gedrückt. Auch das mächtige Raumschiff wird zur Landung gezwungen.
In einer erregenden, konfliktreichen Handlung gestaltet der Autor die Abenteuer der Transplutoexpedition.“ (1)
„Frankreich 1940: Als Ines herausfindet, daß ihr Ehemann auf dem Weingut der Familie Flüchtlinge und Waffen für die Resistance versteckt, ist auch sie gezwungen, sich für eine Seite zu entscheiden. Ines schließt sich dem Widerstand an- und begeht einen schrecklichen Fehler, der das Leben aller auf dem Weingut für immer verändert.
Jahrzehnte später begleitet die junge Amerikanerin Liv ihre exzentrische Großmutter auf einer Reise nach Frankreich. Vom Weingut Chauveau fühlt Liv sich wie magisch angezogen, und sie beginnt mithilfe des symphatischen Anwalts Julien Cohn die Vergangenheit zu erforschen. Ihre Recherchen führen sie zurück in die dunkelste Zeit des Zweiten Weltkriegs, zu einer Geschichte von Liebe und Verrat- und der Hoffnung auf Vergeltung.“ (1)
„Nur weil man es nicht gesehen hat, heißt es nicht, daß es nicht existiert!
In zehn Kapiteln führt die Oxforder Astrophysikerin Becky Smethurst den Leser durchs Weltall- kurz, knackig, lehrreich und unterhaltsam. Was war eigentlich vor dem Urknall? Gibt es dort draußen Lebewesen? Was hat es mit den schwarzen Löchern auf sich? Antworten auf diese und viele weitere Fragen finden sich in diesem kompakten Führer durch das Universum“ (1)