Archiv der Kategorie: Auf Tour(en) im Erzgebirge

Auf Tour(en) im Erzgebirge

Im Begleitheft für den „Sächsischen Wanderkalender 2020“ sind zwölf Rundwanderungen durch das östliche Erzgebirge in Streckenverlauf und Bild vorgestellt. Allesamt – so die Verfasser- sollen sie zu den schönsten Zielen des östlichen Erzgebirges führen (!)

Mittlerweile sind diese Tourenvorschläge durch uns weitgehend „abgearbeitet“ und  erfolgreich absolviert. „Wegweisende“ Kritik an die Herausgeber: Bei einzelnen Streckenbeschreibungen hat man sich leider nicht die Mühe gemacht, topaktuell zu sein. Das sollte man in diesem Metier und in unserer schnellebigen Zeit jedoch unbedingt, um Rätselraten oder große Umwege zu vermeiden. Inclusive Frust. Auch GPS-Daten helfen nicht weiter, wenn die in der Karte eingezeichnete Brücke wegen Überschwemmung vor drei Jahren zwei Kilometer flußabwärts neu errichtet worden ist, oder?

Das Osterzgebirge


Daß uns- neben den Vorschlägen im „Sächsischen Wanderkalender“- die Wanderziele im Erzgebirge zwischenzeitlich nicht ausgegangen sind, wollen die nachfolgenden Tourenberichte eindrucksvoll belegen. Sie beschränken sich mittlerweile nicht mehr nur auf den Osten, sondern auf das gesamte Erzgebirge incl. des böhmischen Teils. Ruft man auf der START-Seite dieser Homepage die KATEGORIE „Auf Tour(en) im Erzgebirge“ auf, erscheinen diese als Lose-Blatt-Sammlung und fein säuberlich nach Datum geordnet… 

PS: Die o.g. Kritik an der Nichtaktualität einzelner Wandervorschläge erhalte ich jedoch aufrecht. Dies betrifft auch die navigationsgeführte Wander-App von KOMOOT. Die Ursachen sind vielfältig, einen Verbesserungsvorschlag habe ich leider nicht parat.

(v.k.)

Unterwegs im Erzgebirge (29)

06.04.2026

In den Wäldern der Dippoldiswalder Heide

Profilbild von Tourismus-Information Stadt Rabenau   Laut Komoot umfaßt die ca. 2-stündige und leichte Rundwanderung ab dem Bahnhof Malter über die Wolfssäule, das Steinerne Messer, das Findlingskreuz, den Einsiedlerstein und die Barbara-Kapelle  eine Strecke von 6,8km. Der Gesamtaufstieg von 127m bis zum höchsten Punkt von 392m ist gemütlich und wie geschaffen für eine Osterwanderung. Die Beschilderung ist mannigfaltig; das heißt allerdings nicht, daß man sich hier nicht „verfransen“ kann….

Start- und Zielpunkt: Der Bahnhof bzw. die benachbarte Talsperre Malter

….keine Angst, alles ist schon eine Weile her

Am Einsiedlerstein, der auf den sagenhaften Einsiedler Dippold aus „katholischen Zeiten“ verweist (oben links) und an der Barbara-Kapelle

Quellen:
(1): https://rabenau.net/tourismus/sehenswertes/dippoldiswalder-heide/

(v.k.)

Unterwegs im Erzgebirge (28)

05.10.2025

Entlang der Weißeritztalhänge

Laut Komoot beträgt die ca. 3-stündige Rundwanderung ab Tharandt über den Brüderweg und den Klippenpfad über Freital-Hainsberg und zurück ca. 10km. Das Profil: ca. 250m bergauf und 260m bergab. Also nicht allzuschwer, auch wenn am Beginn der Wanderung auf geübte Wanderer mit geeignetem Schuhweg verwiesen wird. Also: Trittfestigkeit ist gefragt, Sandalen oder Flip-Flops sind somit absolut Fehl am Platze.

Start und Ziel ist die Kleinstadt Tharandt mit seinem berühmten Forstbotanischen Garten und der Forsthochschule, die seit 1929 zur TH Dresden gehört. Die hier angebotene Fachrichtung Forstwissenschaften besteht aktuell aus 9 Instituten mit 20 Hochschullehrern und ist heute Teil der Fakultät Umweltwissenschaften der TU Dresden.

Blick auf das Campusgelände der Forsthochschule Tharandt

Der gut markierte Einstieg des Brüderwegs befindet sich ganz in der Nähe des Bahnhofs Tharandt. Ab hier -und teilweise mit Handläufen versehen- geht es auf der Nordseite des Weißeritztals stetig nach oben

Am Backsteinfelsen eröffnet sich eine gute Fernsicht auf den Freitaler Ortsteil Hainsberg und den Einstieg in den Rabenauer Grund. Er markiert auch den Umkehrpunkt der Wanderung, der mit einem Abstieg zur S194 in das Tal der Wilden Weißeritz beginnt: 

Freital Hainsberg-West

Angekommen im Talgrund: Der Heilsberger Park mit dem Gebäude des Seniorenzentrums, dem „Gasthof zum Rabenauer Grunde“ und dem Tor zum Rabenauer Grund

Der Rückweg am südlichen Weißeritz-Talhang ist weniger blumig und erweist sich als  unübersichtlich, da Bergbau-Sanierungsarbeiten den markierten Wanderweg (Leitenweg) blockieren. So wird die Tour direkt am Flußlauf der Wilden Weißeritz bis Tharandt fortgesetzt und beendet:

   

Am Ende der Wanderung nochmals ein lohnender Blick über den Tharandter Campus mit der Ruine der mittelalterlichen Burgruine (hinten links ) und der dominanten evangelischen Bergkirche

Quellen:
Karten-image: © OpenStreetMap-Mitwirkende
(1): https://de.wikipedia.org/wiki/Forstliche_Hochschule_Tharandt
(2): https://tu-dresden.de/bu/umwelt/forst
(3): https://www.elbelabe.eu/poi/b/burgruine-tharandt/
(4): https://de.wikipedia.org/wiki/Bergkirche_Tharandt

(v.k.)

Unterwegs im Erzgebirge (27)

06.09.2025

Vom Triebischtal zum Tanneberger Loch 

Die Triebisch verläßt ihre besinnliche Route durch den Tharandter Wald und strebt nach Mohorn über Rothschönberg, Munzig und die angrenzenden Triebischtäler nun in Richtung Norden. Unterwegs nimmt sie bei Heynitz den Heynitzbach oder in Neurobschütz die Kleine Triebisch auf, ehe sie nach ca. 37km bei Meißen in die Elbe mündet. Unterwegs bei Rothschönberg gewinnt sie an Kraft, da hier die Grubenwässer des Rotschönberger Stollns einströmen. Unsere Wanderung um Grillenburg, im Quellgebiet der Triebisch und auf einem mittleren Abschnitt der Triebisch habe ich in vorangegangenen Blogbeiträgen bereits vorgestellt.

Unser (gelb markierter) Tourenverlauf diesmal: 

Laut Komoot beträgt die ca. 3-stündige Rundwanderung von Rothschönberg aus über das Tanneberger Loch, Burkhardswalde und Munzig ca. 11km. Das Profil: ca. 150m bergauf und 150m bergab. Also nicht allzuschwer.

Start und Ziel ist das Hauptstollnmundloch des Rothschönberger Stollns, welches einige hundert Meter vom etwas entfernteren Röschenmundloch direkt an der Triebisch entfernt ist. Der Stolln selbst ist ein technisches Meisterwerk des 19. Jhd., auch wenn es ähnliche wasserableitende Stolln bereits im späten Mittelalter gegeben hat (z.B. Markus Semmler-Stolln in Aue/Bad Schlema, 16. Jhd.). 2027 jährt sich die Fertigstellung dieses größten und tiefsten Entwässerungsstollns aus dem Freiberger Revier (Bauzeit 1844-1877) übrigens zum 150. Mal.

Am Hauptstollnmundloch des Rothschönberger Stollns

Direkt an der Triebisch befindet sich das gemauerte Röschenmundloch. Nach dem Passieren der ca. 850m vom Hauptstollnmundloch (obere Collage) entfernten und 2x3m großen unterirdischen Abzugsrösche ergießen sich die Grubenwässer in die bis dahin kleine und unscheinbare Triebisch  

Wir unterqueren die heutige Autobahntrasse der A4 und passieren das Tanneberger Loch, in dem sich bis in die späten 1990-iger Jahre die damalige Autobahn (Abschnitt Nossen-Wilsdruff) befand. Heute erinnert rein gar nichts mehr an diese alte Strecke, die wegen seiner Enge und der klimatischen Verhältnisse zu den Unfallschwerpunkten gehörte. 

Von der Natur zurückerobert und heut ein von hohen Laubbäumen umsäumtes Tal: Der ehemalige und insbesondere im Winter gefürchtete A4-Autobahnabschnitt im Tanneberger Loch(oben). Heute von einer modernen Stahlbetonbrücke überspannt

Die spätgotische Hallenkirche und der historische Gasthof von Burkhardswalde

Quellen:
(1): https://de.wikipedia.org/wiki/Triebisch
(2): https://de.wikipedia.org/wiki/Tanneberger_Loch

(v.k.)

Unterwegs im Erzgebirge (26)

30.08.2025

Im Tharandter Wald: Wanderung im Quellgebiet der Triebisch

Die Triebisch verläuft einen kleinen Teil ihrer besinnlichen Route im Tharandter Wald, ehe sie nach ca. 37km bei Meißen in die Elbe mündet. Unterwegs bei Rothschönberg nimmt sie die Grubenwässer des Rotschönberger Stollns auf, der noch heute die ehemaligen Bergbaugebiete um Freiberg entwässert. Unsere Wanderung um Grillenburg und auf einem mittleren Abschnitt der Triebisch habe ich in vorangegangenen Blogbeiträgen bereits vorgestellt.

Unsere Tourenverlauf diesmal: 

Laut Komoot beträgt unsere ca. 3-stündige (mittelschwere) Wanderung zwischen Grillenburg und Mohorn-Grund ca. 12km auf leicht hügeligem Profil. Sie bewegt sich weitgehend im Quellgebiet der Triebisch bei Grillenburg: Eine entspannte Rundtour zum Ausgleich, ca. 130m bergauf und 120m bergab, die zudem großen Spaß macht!

Der Abfluß der Grillenburger Teiche liegt im unmittelbaren Quellgebiet der Triebisch….

…in dem die mittelalterliche Jagdhausanlage von Grillenburg wieder besseren Zeiten entgegensieht

Trotz Waldgeist und seinen Feen am Wege: Keine Angst, der Weg ist das Ziel

Gut ausgeschildert, ist der Triebisch-Weg nur auf einem kurzen Abschnitt ein Holzweg

Eine Fee am Triebisch-See?

Teichrosen und Rohrkolben warten auf die müden Wanderer

Vor Mohorn ist aus dem Quell-Rinnsal bereits ein ansehnliches, kleines Triebisch-Bächlein geworden

Unser Wanderabschluß am Flügel Jägerhorn des Tharandter Waldes: Der Steinbruch, aus dem das Material für die Freiberger, Naumburger und Nossener Dombauhütten im späten Mittelalter gebrochen wurde 

Quellen:
(1): https://de.wikipedia.org/wiki/Triebisch

(v.k.)

Unterwegs im Erzgebirge (25)

24.05.2025

Im Tharandter Wald: Rund um Grillenburg

Der Tharandter Wald ist ein ca. 60qkm großes, zusammenhängendes Waldgebiet südwestlich von Tharandt. Dessen geographischer Mittelpunkt ist seit seiner Erwähnung im Jahre 1289 das kurfürstliche Amt incl.  Jagdpfalz und Jagdschloß  „Grillenburg“. Insbesondere im späten Mittelalter lieferten die Wälder nicht nur Holz für die sächsischen Bergwerke, ab Mitte des 16.Jhd. dienten sie auch den zunehmenden  Jagdinteressen des Dresdener Herrscherhauses. Unter der Leitung des Thüringer Forstmannes Heinrich Cotta wurde das Waldgebiet ab 1811 zum sächsischen Lehr- und Versuchsforst.


(v.k.)

Unterwegs im Erzgebirge (24)

Zu Gast im Kloster Buch (2)

18.05.2025

An dieser Stelle bzw. über diesen Link hatte ich das Kloster Buch vor längerer Zeit schon einmal vorgestellt. Sind wir nun zum zweiten oder bereits zum dritten Mal zu Gast auf seinem Gelände und in seinen historischen Gemäuern? Egal, der vom 16.-18.Mai 2025 stattfindende Kloster- und Gartenmarkt ist allemal ein Grund, dieses an der Freiberger Mulde bzw. am Muldental-Radwanderweg (zwischen Döbeln und Leisnig) gelegene Gelände nochmals zu besuchen:

Das erstmals 1192 urkundlich erwähnte Zisterzienserkloster Buch prägte nicht nur durch seinen zivilisatorischen Einfluß das Gesicht unserer Landschaft, sondern über Jahrhunderte auch die Geschichte unseres Landes. Wertvolle bauliche Zeugnisse vermitteln uns heute noch einen Eindruck seiner einstigen Bedeutung…

Karten-image: © OpenStreetMap-Mitwirkende

(v.k.)

Unterwegs im Erzgebirge (23)

Vorfrühling am Mittelpunkt Sachsens

09.03.2025

Unsere Rundwanderung startet am Naturerlebnishof Weidegut in Colmnitz mit seinem historischen Dreiseitenhof, dem grossen Kräutergarten und dem ganz in der Nähe liebevoll ausgebauten Kinderspielplatz. Er führt über die historische Schmalspur-Bahnstrecke (1921 – 1971) zum Mittelpunkt Sachsens. Zur Diebeskammer des ehemaligen Räuberhauptmannes Lips Tullian und am Colmnitzbach weiter bis zum südöstlichen Ortsrand der Gemeinde Naundorf. Anschließend zurück über die Alte Salzstrasse und den romantischen Tännichtgrund. Mit ca. 11km Wegstrecke und einem bequemen Höhenprofil mit 150m Auf- und Abstieg eine einfache Tour im romantischen Tal der Colmnitz…

♦ Image:
Geografischer Mittelpunkt Sachsens, Alexander Jäkel, CC BY-ND, Andre Kaiser
♦ Zum Nachlesen:
https://www.sachsen-erkunden.de/mittelpunkt-sachsen/
https://www.geopark-sachsen.de/de/geologie/geotope-im-geopark/lips-tullian-felsen/
https://www.sagenhaftes-mittelsachsen.de/sagensammlung/sagen-aus-der-region-freiberg/lips-tullian.html

(v.k.)

Unterwegs im Erzgebirge (22)

Nochmals an der Talsperre Klingenberg

04.03.2025

Namensgeber und markantestes Bauwerk der Gemeinde Klingenberg ist die Talsperre mit Staumauer und Vorsperre, die von 1909 bis 1914 aus Bruchsteinen unter der Leitung des Architekten Hans Poelzig erbaut wurde.
Sie dient vorrangig der Trinkwasserversorgung und dem Hochwasserschutz.

Einzelheiten zur Lage, zum Bau und zu den technischen Daten der Staumauer und dem in ihrem Inneren verborgenen Wasserkraftwerk sind meinem Blogbeitrag unten vom Mai 2020 zu entnehmen, in dem auch eine interessante Rundwanderung in Wort und Bild vorgestellt ist:

 

Unterwegs im Erzgebirge (14)

 

PS: Die idyllisch am Beginn der Staumauer gelegene Gaststätte „Lindenhof“ war übrigens eine der ersten Häuser, die mit Lockerung der CORONA-Schutzmaßnahmen in Sachsen am 14.01.2022 seine Türen für Touristen und Besucher wieder geöffnet hat…

 


Zum Nachlesen:
https://www.wasserwirtschaft.sachsen.de/TS_Klingenberg.html

(v.k.)

Unterwegs im Erzgebirge (21)

Jahreswechsel an der Talsperre Gottleuba

Sylvester, 2022/2023

Der Gottleuba-Stausee: Blick zur nördlichen Staumauer

Zugegeben, sie liegt gut versteckt. Eingebettet in die Talsenke des Flüßchens Gottleuba im Osterzgebirge scheint die gleichnamige Trinkwassertalsperre ein touristisches Dornröschendasein zu fristen. So, als wolle sie allen Wanderern, die ihre Schönheit und ihre Umgebung umfassend entdecken wollen, die gelbe Karte zeigen. Nur in ihrem östlichen Teil läßt sie jemanden an sich heran, die andere Hälfte des Stausee-Terrains ist wegemäßig nicht erschlossen und damit unpassierbar. Dies betrifft auch die Vorsperrenüberquerung und den Staumauer-Übergang: Allesamt Fehlanzeige und (bis auf Führungen) komplett passe. Schade.

Gut, es wird fleißig gebaut. Doch Trinkwasserschutzgebiet hin und her: Es bleibt zu hoffen, daß die strenge Schönheit irgendann einmal ihre Sprödigkeit aufgibt und ihr gegenwärtiges Markenzeichen „No tourist area“ ablegt…  

Gottleuba: Blick vom Augustusberg auf das Gottleuba-Tal, Wasserteiler am südlichen Einlauf, Vorsperre und festlich erleuchteter Marktplatz zum Jahreswechsel

(v.k.)