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Winter(sport)liches

14. Februar 2021

Zwischen der Idee, im Freiberger Umland ein Loipennetz für Skifahrer zu installieren und ihrer prompten Umsetzung durch findige Zeitgenossen, liegt nicht mehr als eine reichliche Woche: Schnell und unkompliziert, aber professionell gespurt, lädt ab Mitte Februar eine gespurte Loipe alle Langlauf-Fans zu Sport und Erholung “vor den Toren der Stadt” ein. Eine klare Ansage an die restriktive und mehr als verschwurbelte 15km-Radius Verordnung aus dem CORONA-Instrumentenkasten !

Das präparierte Gelände liegt übrigens im Südwesten des Freiberger Bergbaureviers zwischen den ehemaligen Gruben Himmelsfürst (Brander Revier) und der Freiberger Himmelfahrt-Fundgrube. Es wird von den winterlich verschneiten Übertage-Anlagen zahlreicher Schächte des einstigen Silberbergbaus dominiert:

Das Entscheidende dabei: Die Idee funktioniert außerordentlich gut, wie die Bilder zeigen…

Der Andrang schon vor den Loipeneinstiegen ist groß und nicht zu übersehen.

Ein Loipeneinstieg liegt direkt an der Bundesstrasse 101 vor dem bergbauhistorischen Haldengelände im Ortsteil Freiberg-Zug…

…und unweit des hochgelegenen Dreibrüderschachtes.

Und: Bei Kaiserwetter, herrlichem Sonnenschein und Wohlfühl-Temperaturen um -5°C auf der Skitour sind sie immer in Sichtweite:

Die bewachsenen Abraumhalden, einzelne Abschnitte des Kunstgrabens oder die winterlich verschneiten Silbergruben des ehemaligen Bergbaureviers. Auf der Collage unten die Übertage-Anlagen des Konstantin-Schachtes.

Karten-Image: © OpenStreetMap-Mitwirkende

(v.k.)

Fast ein Wintermärchen…

Freiberg, 17. Januar 2021

Ein Wintermärchen? Nur bedingt, denn auch das neue Jahr 2021 beginnt tief im Pandemie-Modus: Die Corona-Schutzbestimmungen hier in Sachsen sind restriktiv und machen die attraktiven Ski- und Wintersportgebiete sowohl im Böhmischen als auch im Oberen Erzgebirge für uns unerreichbar (Aufenthalte nur im 15km Radius möglich)!

Daß sich die Natur um krisenbedingten Lockdown, fehlende Impfstoffe in der EU oder Sinn bzw. Unsinn diverser Epidemie-Einschränkungen nicht schert, wollen die Bilder zeigen: Insbesondere der Wald hier im Erzgebirge ist zu einem verwunschenen Winterort geworden, voller Schönheit und voller Zurückhaltung. Und genau so märchenhaft weiß und tief verschneit sind die Straßen, Wege und Bahnlinien in seinem Umfeld, deren Enden sich irgendwo im Nirvana verlieren… 

Die Bilder zeigen aber auch, daß man zum Erleben dieser Schönheit nicht weit in die Ferne schweifen muss:

(v.k.)

Bilder aus dem Bayerischen Wald (2)

01.02.-08.02.2020

Was laut Schneebericht im Monat Januar für das polnisch/böhmische Riesengebirge gilt, muß nicht zwangsläufig für die Höhenlagen des Bayerischen Waldes zutreffen. Nicht immer gilt der Schneezauber des Dreisesselgebietes, wie im vergangenen Jahr erlebt und berichtet.

Zumindest in diesem Jahr gilt für das Dreiländereck zwischen Bayern, Böhmen und Österreich “Ski und Rodel nicht (!) gut”. Die kurzen Tage des diesjährigen Möchtegern-Winters sind hier kaum durch Schneeflocken erhellt worden. Grau-grüne Matten in 360° Panorama-Rundumsicht und leider auch im benachbarten Langlaufgebiet des Nordischen Ski-Zentrums von Schöneben (in ca. 1000m Höhe). Eine Landschaft unter glitzerndem Pulverschnee, dazu frischgespurte und frost-knirschende Neuschnee-Loipen: Allesamt Fehlanzeige!

Böhmerwald-Aussichten von Neureichenau mit einem spärlichen Anflug von “Weiss”

So bleiben nur die alpinen Abfahrten mit Kunstschnee aus den rund um die Uhr laufenden Schneekanonen. In der Ski-Schaukel der Hochficht-Arena im österreichischen Mühlviertel z.B. dreht sich Anfang Februar alles um Speed und Fun zwischen blauen, roten und schwarzen Pisten:

Im lockeren Gewölk der Beschneiungsanlagen: Die Ski-Arena am österreichischen Hochficht (1338m)

Eine weitere Alternative für uns zwischen Schmuddelwetter und dem angekündigten Orkantief “Sabine”: Erkundungen abseits der Pisten, hier in der Dreiflüssestadt Passau.

Passau am Zusammenfluß von Donau, Inn und Ilz: Cafe-Blick zu den Grenzfesten Ober- & Niederhaus

In Passau: Barocker Dom St. Stephan mit der größten Domorgel der Welt (5-teilige Orgel mit 17.974 Pfeifen)

(v.k.)

Bilder aus dem Riesengebirge (2)

25.01.-01.02.2020

Es ist an der Zeit, dem Riesengebirge auch in diesem Jahr wieder einen Besuch abzustatten.  Genauso wie im vergangenen Jahr. Auch, um Rübezahl in seinem Reich in gebührlicher Form “Guten Tag” zu sagen. Dem Berggeist, der seit Jahrhunderten in den Gefilden des Krkonos hausen soll. Und von dem man sagt, daß er zuweilen gute Taten vollbringt oder auch übermütigen Spott und Schabernack mit Mensch und Tier treibt. Viel wird von ihm erzählt. Stolz soll er sein und unberechenbar, aber auch launisch, je nach Wetter und Gemütslage…

Tauchen wir eine Woche ein in die winterliche Natur von Krkonos und Iser-Gebirge…

In den verschneiten Wäldern des Riesengebirges

Um 950m N.N.: Farbige Wegemarken, jede Menge Langlaufski und drei lustige Gesellen vor dem einstigen Glasort Clausthal (Orle)

Rübezahl allgegenwärtig: Auch auf die Wanderwege und Loipen hier hat er ein Auge…

In den Wäldern um das frühere Torfabbaugebiet: das Naturschutzgebiet Groß-Iser

Es scheint zu stimmen: Wer einmal das Riesengebirge besucht hat, den zieht die bizarre und abwechslungsreiche Landschaft immer wieder aufs neue in ihren Bann. Wälder und Moore, steile Felsen und Schluchten sowie anmutige Bäche und Wasserfälle wechseln sich ab. Grenzüberschreitend zwischen Böhmen und Polen. Erlebbar bleibt ein Stück Natur in ihrer ganzen Schönheit, Vielfalt und Urwüchsigkeit, wie man sie in unserer aufgeräumten Kulturlandschaft vergeblich sucht.

Die eisige Iser (Jizera) unter Schönwetterwolken: Aus dem Norden kommend und auf ihrem Weg nach Böhmen…

Geöffnetes Natur-Fenster am Flußufer: Guten Tag und guten Weg, Jizera!

(v.k.)

Im böhmischen Skigebiet von Dlouha Louka

17.02.1019

Dlouha Louka

Der steile Erzgebirgs-Abbruch nach Süden

Zwischen 600m….700m Höhendifferenz werden es sein. Vom Erzgebirgskamm bei Holzhau hinunter in das mittlere Böhmische Becken bei Teplice. Schaut man von hier aus zurück nach Norden, wird die steile Abbruchkante des Erzgebirges deutlich. Aber: Wie auf der Panorama-Karte unten eingezeichnet, tummeln sich hier zahlreiche tschechische Ski-Areale:

Dlouha Louka

Das Langlaufgebiet bei Dlouha Louka/Langewiese (ca. 900m) und die Abfahrtsstrecke bei Kliny (ca. 800m) haben wir besucht, bevor es über den Erzgebirgskamm wieder gen Heimat zurück ging…

Dlouha Luka

Dlouha Louha am alten “Riesenberger Steig” zwischen Osek und Meißen

Dlouha Luka

Industrie-Smog über dem Böhmischen Becken…

(v.k.)

Winterurlaub im Bayerischen Wald

02.02.1019-09.02.2019: Schneezauber Im Dreisesselgebiet des Bayerischen Waldes

Es ist wie seit Jahren. Und doch kehren wir im Winter jeden Jahres immer wieder dorthin zurück. Zurück in die Dreiecksmark, das Dreiländereck zwischen Bayern, Böhmen und Österreich. Zurück in die verschneiten Wälder und Loipengebiete der bayerischen Gemeinden Haidmühle/Neureichenau oder des österreichischen Ortes Schöneben. Und zurück auch in die bei 1300m liegenden Ski-Arenen um Mitterfirmiansreuth/BY und Hochficht/AT.

“Die Natur von ihrer frostigen Seite erleben, dafür ist der Bayerische Wald/Bavorsky les im Winter geradezu prädestiniert. Filigrane Eiskristalle, teils meterhohe Schneedecken und tiefe Stille zeichnen das Gebiet in der kalten Jahreszeit besonders aus. Zusammen mit dem Böhmerwald/Sumava bildet er mit 500km Länge und bis zu 1500m hohen Bergkämmen das größte zusammenhängende Waldgebirge Europas”  (aus: “Eine Landschaft, die verbindet”, Europäische Union/Fond für regionale Entwicklung)

Bayerischer Wald

Sankt-Wolfgang-Kapelle in Bischofsreuth

Bayerischer Wald

Winterwald am “Goldenen Steig”

Bayerischer Wald

Bis zum Frühjahr ist es auch für die jungen Bäume noch weit…

Bayerischer Wald

Im Hintergrund kaum auszumachen: Der Dreisessel-Berg

Altreichenau

Am Adalbert Stifter Steig

Altreichenau

Auf der Brennerin-Loipe

Altreichenau

Unterwegs auf alten Säumerwegen: Am Goldenen Steig zwischen Passau und Prachatize

Altreichenau

Wunder der Natur: Schneekristalle

Altreichenau

Auf der Hochebene von Schöneben

Die Schönheit der Natur bestaunen und in Demut innehalten, ist das eine.

Daraus Kraft und neue Energie schöpfen, das andere: Außerhalb der bayerisch/böhmischen Nationalparks sind über 300km markierte Wanderwege, rund 200km Radwege sowie im Winter 80km gespurte Loipen, einschließlich der Bayerwaldloipe ausgewiesen. Worauf also warten wir noch?

Bayerischer Wald

Bayerischer Wald

(v.k.)

Winter im Riesengebirge: In der Bergwelt von Rübezahl

26.01.-02.02.2019: In der Bergwelt von Rübezahl

Vor langer, langer Zeit soll er das erste Mal gesehen worden sein im heutigen Grenzland zwischen Böhmen und Polen… Und das erste Mal geschrieben wurde über ihn vor mehr als 500 Jahren. Seitdem ist er in den Bergen und dichten Wäldern des Riesengebirges um Harrachov, Rokytnice, Spindlermühle und Pec zu Hause. Er wacht über Natur und Tiere und treibt seinen Schabernack mit den Menschen. Er ist wild und unberechenbar, denn er ist Krakonos oder Rübezahl, der Herr der Berge.

Harrachov“Droben im Riesengebirge, wo über alle Gipfel die Schneekoppe aufragt, da wohnt er, der bärtige Rübezahl. Seine Launen und Grillen sind dort wohl bekannt: dem Kräutersammler verhagelt er die Ernte, den Wanderer führt er in die Irre und mit Donner und Blitz bestraft er grob, wer ihn beim verhaßten Spottnamen ruft. Gott lob hilft er den Guten und Braven, etwa dem armen, vom gierigen Händler bedrängten Weber oder der verzweifelten Mutter, die kein Brot mehr hat für ihre Kinder. So ranken sich unzählige Geschichten und Legenden um den Berggeist.” (aus: Paul Arndt: “Rübezahl: Der Herr des Riesengebirges, Januar 2019)

Die Sage erzählt, daß Rübezahl jedes Jahr im Frühjahr von den Bergen in die Täler des Riesengebirges hinabsteigt, um in den Dörfern nach dem Rechten zu sehen. Um Nachlässigkeiten und Ungehorsamkeit in seinem Reich zu strafen, um seine Bergschätze zu verwalten, seinen Kräutergarten zu pflegen und Recht zu sprechen. Dabei soll er in unterschiedlichsten Gestalten, meist aber als Berggeist oder Riese auftreten. Die Menschen kennen ihn auch als Bauer mit Rauschebart und dickem Knotenstock. Unzählige Legenden über ihn sind in Schlesien und Böhmen entstanden und werden noch heute weitererzählt. Rübezahl wird verehrt oder gefürchtet und ist heut allbekante Identifikationsfigur im Krkonos…

Harrachov ist die “Hauptstadt des westlichen Riesengebirges” im Böhmischen und gleichzeitig Bestandteil des gleichnamigen Nationalparks. In seiner einzigartigen Natur wechseln sich sanfte Bergwiesen, Wälder und Latschenfelder ab mit jenen Bergkämmen, die den Bach Mumlava umschließen. Im Sommer Wandergebiet, im Winter Domizil für Abfahrtsläufer und Snowboarder. An der Certak-Sprungschanzenanlage am Teufelsberg (4 Sprungschanzen/1 Flugschanze) fand z.B. im Jahre 2014 die letzte Skiflugweltmeisterschaft statt. Seitdem stehen die Schanzenanlagen dort still und es hat nicht den Anschein, als ob sie jemals wieder aus ihrem Winterschlaf erwachen werden:

Für Skilanglauf und Skiwanderungen über gut gespurte Loipen steht Harrachov allerdings weniger, auch wenn es z.B. über den Trail der Krkonosska magistrala Aufstiegsmöglichkeiten zur Vosecka(1130m) oder Labska Baude (1320m) gibt. Das geeignete Gebiet dafür findet man nur wenige Kilometer weiter nördlich. Einen Katzensprung jenseits der Grenze und im polnischen Isergebirge:

Idyllische Loipen und sanfte Skiwanderwege erstrecken sich hier rund um den Ort Jakuszyce (Jakobsthal) und laden zu Tages- und Halbtagestouren auf dem 900m hohen Plateau zwischen Orle (Clausthal), Wielka Izera (Groß-Iser) und der glasklaren Jizera (Iser) ein…

Harrachov

Anstieg an der Mumlavska bouda…

Harrachov

…bis zum Janouskova cesta (ca. 1100m)

Auf romantischen Loipen entlang der Iser

Harrachov

Für Knirpse und künftige Skipiloten nicht wegzudenken: Hochbetrieb an einer der Skischulen Harrachovs

(v.k.)

Ein Hauch von Alaska

Samstag, 18.02.2017

Wenn sich die Elite der Schlittenhundelenker im Winter im Bayerischen Wald trifft, muß natürlich Schnee liegen. Möglichst so viel Schnee, so wie im Norden Kanadas oder Russlands, wo Hundegespanne alltägliches Transportmittel sind.

Huskyrennen

Diese Bedingungen plus eine Mütze gutes Wetter sind zum diesjährigen internationalen Schlittenhunderennen am 18. und 19.02. im bayerischen Haidmühle auf jeden Fall gegeben. In 800m Höhe und Im Dreiländereck von Bayern, Österreich und Böhmen gelegen, gilt das waldreiche Gebiet schon immer als relativ schneesicher. Musher aus ganz Europa mit ca. 100 Gespannen von Sibirian Huskies, Alaskan Malamutes, Samojeden oder  Grönlandhunden sind hier zum sportlichen Wettkampf angetreten: In verschiedenen Kategorien und Klassen (Gespanngröße, offen/reinrassig) geht es auf die verschneiten und gut präparierten Trails im Waldgebiet rund um den 1160m hohen Haidel. Dabei sind in Sprint- oder Distanz-Wettbewerben Strecken zwischen 4km (Zweiergespanne) und 42km (Sechs bzw. zwölf Hunde)  zurückzulegen. Wenn man so will, ein Wintermarathon, bei dem Mensch und Tiere ihre Kräfte messen können.

Bevor die Gespanne starten, ist In der ganzen Gegend das Kläffen und Jaulen der aufgeregten Hunde zu hören. Begierig kratzen ihre Pfoten über den Schnee, in den letzen Minuten vor dem Start sind die Tiere nur mit großer Anstrengung ihrer Musher im Geschirr zu halten. Erst mit dem “Go” an der Startlinie zieht der aufgeregte Pulk los…

Huskyrennen

An beiden Tagen und während der Rennen sind zur Sicherheit übrigens einige der Loipen im Bereich Haidmühle gesperrt.

(vk)