Königsorte an der Straße der Romanik (8)

06.08.2021

An der Strasse der Romanik: Auf der A14 unterwegs zum Petersberg, nach Bernburg Waldau und Nienburg

1. Stiftskirche Sankt Petrus bei Halle

“Die Stiftskirche Sankt Petrus auf dem Petersberg bei Halle ist die erste bedeutende Grabstätte der Wettiner. Dedo IV. von Wettin und sein Bruder Konrad I. gründeten 1124 auf dem Mons serenus (Lauterberg) , wie der Petersberg im Mittelalter hieß, ein Augustiner-Chorherrenstift als spätere Grablege ihres Geschlechts. Geweiht wurde die dreischiffige kreuzförmige Basilika zwischen 1142 und 1151. Zwischen 1146 und 1217 war die Klosterkirche Begräbnisstätte der Wettiner. Konrad I. war der erste und einzige Markgraf von Meißen, der hier bestattet wurde. Mit der Verlagerung des Herrschaftszentrums in die Mark Meißen wurde das Kloster Altzella zur neuen Grablege der Wettiner”. (1)

Im Kircheninneren der zwischen 1853 und 1857 weitgehend originalgetreu wiederaufgebauten Stiftskirche

Grabplatten und Kenotaph der in der Stiftskirche beigesetzten Wettiner

Zur Gründungszeit des Augustiner-Chorherrenstifts war bereits ein Sakralbau auf dem Berg vorhanden, die sogenannte Alte Kapelle (Capella Vetus), deren Bauzeit vermutlich am Ende des 10. Jahrhunderts lag.

Rudimente der Burgmauer aus dem 10./11. Jh., die prunkvolle Grabstätte von Markgraf Konrad I. (1098-1157) und seiner Gemahlin Lucardis sowie südliches Querhausportal

Holzbalkendecke, Rundfenster und Seitenschiff

2. Dorfkirche St. Stefani in Bernburg-Waldau

“Zahlreiche Besucher waren bereits von der Schönheit der romanischen Stephanskirche im Bernburger Ortsteil Waldau begeistert. Scheinbar frei von späteren Veränderungen hat sich hier ein Beispiel für den in der Region häufig anzutreffenden Dorfkirchentyp (flachgedeckter Feldsteinbau mit Westquerturm) … erhalten. Die Historiker sind sich darüber einig, daß diese Pfarrkirche Teil der Stiftung des berühmten Markgrafen Gero an sein neu gegründetes Hauskloster in Gernrode war. Der Waldauer Kirchenbau war bezüglich seiner Funktion keine einfache “Dorfkirche”, sondern im Hochmittelalter Sitz eines Archipresbyters. Das heißt, dem dortigen Geistlichen unterstanden die Priester seines Sprengels”. (2)

Im Kirchenschiff

3. Das Benediktinerkloster in Nienburg

“Die Klosterkirche Nienburg ist eine der großen gotischen Hallenkirchen in Anhalt an der Strasse der Romanik. Sie geht als Klosterkirche auf das 11. Jahrhundert zurück. Bereits 975 war das vom Kölner Erzbischof Gero und seinem Bruder Thietmar in Thankmarsfelde im Harz gegründete Benediktinerkloster nach Nienburg verlegt worden.

1004 wird die erste Kirche des Reichsklosters Nienburg in Gegenwart von Heinrich II. dem heiligen Cyprian geweiht. Diese Kirche brennt 1050 ab, 1060 entsteht ein neuer romanischer Bau. 1166 wird das Kloster dem Magdeburger Erzbischof unterstellt und büßt damit seine Stellung ebenso wie zahlreiche Ländereien ein”.(3)

Nach Kämpfen zwischen dem Magdeburger Erzbischof und dem Markgrafen von Brandenburg werden Kloster und Kirche zerstört. Sie entstehen neu im gotischen Stil, bis sie 1280 wieder abbrennen und einer gotischen Hallenkirche weichen müssen.

Leider war die Klosterkirche trotz Voranmeldung im angegebenen Zeitraum nicht zu besichtigen. Nicht nur für uns, sondern auch für andere angereiste Interessenten. Sehr schade. Es bleibt zu hoffen, daß die Landeskirche dieses in ihrer Verantwortung liegende Kleinod der Romanik zukünftig angemessener präsentiert.

Quellen:

(1): Worldhistory-Personen der Weltgeschichte aus : http://worldhistory.de/wnf/navbar/wnf.php?oid=8841

(2): Mittelalter-Orte in Bernburg aus: https://www.boehlk.eu/mittelalterorte/st-stephan-bernburg-waldau/

(3): Klosterkirche Nienburg: Evangelische Landeskirche Anhalts

(v.k.)

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