Königsorte an der Straße der Romanik (2)

13.06.2020

R o m a n,  R o m a n i k,  R o m a n t i k. . .

Kann eine Straße der Romanik romantisch sein? Und ob! Als Reiseweg an sich, der den Ort A mit Ort B verbindet, sicher weniger. Dafür jedoch die Sehenswürdigkeiten, Denkmäler, Bauten und Städte, die seinen Verlauf säumen! Die gute Nachricht: Es gibt genau so eine Straße in Sachsen-Anhalt, die einen unschätzbaren Reichtum an mittelalterlichen Baudenkmälern verbindet. Die allesamt aus der Zeit-Epoche zwischen 950 und 1250 u.Z. stammen und in vielen Teilen erstaunlich gut erhalten sind. Klöster, Burgen, Dome und Kirchen sind die Zeitzeugen auf dieser Route. Und die Magnete für die in Stein gewordene Geschichte des Mittelalters…

Die Romanische Straße in Form einer “8” mit der Landeshauptstadt Magdeburg als Schnittpunkt. Auf einer Länge von mehr als 1000km verbindet sie 88 romanische Bauwerke in 73 Orten. Diese sind eng verknüpft mit der Geschichte der Ottonen und der Königserhebung Heinrichs I. Seit 2007 ist diese Straße ein Teil der Europäischen Kulturroute TRANS-ROMANICA, die europäische Regionen in acht Ländern verbindet.”

Nach Quedlinburg, Gernrode und Ballenstedt in Teil(1) sollen heut zwei weitere Ziele auf der Straße der Romanik vorgestellt werden:


Unterwegs zu zwei Kaiserpfalzen in Sachsen-Anhalt: Die Pfalzen Allstedt und Memleben

Allstedt: Kaiserpfalz, Schloß und Reformationsstätte

Auf einem Bergrücken vor Allstedt thront die imposante Burg- und Schloßanlage

Unsere Zielorte Allstedt und Memleben liegen in der südlichen Vorharz-Region von Sachsen-Anhalt.

“Als Alstediburg erstmals im Hersfelder Zehntverzeichnis Ende des 9. Jahrhunderts erwähnt, ist Allstedt eine der wichtigsten Pfalzen der umherziehenden mittelalterlichen Könige. Fast alle deutschen Könige und Kaiser sind hier zu Gast. Reichsversammlungen, Reichstage und die Erwähnung im Sachsenspiegel des Eike von Repkow zeugen von der Bedeutung der Pfalz. Nach Ausbau der Anlage im Spätmittelalter zur Wehrburg erfolgt im 16. Jhd. durch Kurfürst Friedrich der Weise der Ausbau zum Renaisassance-Schloß. Bedeutung erlangt Allstedt weiterhin durch den Theologen und Reformator Thomas Müntzer, der hier als Pfarrer wirkt und am 13. Juli 1524 seine berühmte Fürstenpredigt hält” (aus: Burg & Schloß Allstedt- Informationsbroschüre).

Im Inneren der Burganlage, daneben Zeittafel und der Allstedter Wigberti-Turm, in dem Müntzer gewohnt haben soll.

Kloster und Kaiserpfalz Memleben

“Von Otto dem Großen (912-973)  bis Heinrich II. (973-1024) kam eine ganze Herrscherdynastie in die ottonische Kaiserpfalz nach Memleben. Hier prägten die Mächtigen des Reiches die Geschichte von Kloster und Region. Kaiser Otto II. und seine byzantinische Gattin Theophanu gründeten hier ein berühmtes Benediktinerkloster. Der Ort ist seitdem Schauplatz erlebbarer Geschichte, das Herz Ottos des Großen (Otto I.) liegt in Memleben begraben. In unmittelbarer Nachbarschaft des gut erhaltenen Klosters liegen weitere imposante Reste zweier Klosteranlagen: Eine ottonische Monumentalkirche aus dem 10. Jhd. als auch die Ruine der frühgotischen Marienkirche aus der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Höhepunkt hier ist die spätromanische Krypta des jüngeren Kirchenbaus im Originalzustand (!)” (aus: Königsorte: Museum und Memorialort Memleben).

Ruinen der romanischen Kirchenanlagen

Im Inneren der spätromanischen Krypta

(v.k.)

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