Hermann Hesse: “Manchmal”

MANCHMAL

Manchmal, wenn ein Vogel ruft
Oder ein Wind geht in den Zweigen
Oder ein Hund bellt im fernsten Gehöft,
Dann muß ich lange lauschen und schweigen.
 
Meine Seele flieht zurück,
Bis wo vor tausend vergessenen Jahren
Der Vogel und der wehende Wind
Mir ähnlich und meine Brüder waren.
 
Meine Seele wird ein Baum
Und ein Tier und ein Wolkenweben.
Verwandelt und fremd kehrt sie zurück
Und fragt mich. Wie soll ich Antwort geben?

                              ***

(aus: “Das Lied des Lebens, Die schönsten Gedichte von Hermann Hesse“, Suhrkamp-Verlag Frankfurt am Main, 1986)

(v.k.)

2 Gedanken zu „Hermann Hesse: “Manchmal”

    1. admin01 Beitragsautor

      Hallo, Herr Heumannskaemper,
      danke für Ihre Rückinfo. Leider wurde das Video von Youtube gecancelt und steht für die Allgemeinheit nicht mehr zur Verfügung. Sehr traurig und auch für mich nicht nachvollziehbar! Traurig und schade um die wunderbaren Bilder. Und um die Stimme von Gottfried John, der dieses Gedicht von H. Hesse gesprochen hat und für den in Memoriam der Youtube-Kanal bereitgestellt wurde…
      Gruß-V.Kliem

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.