Edinburgh_2019

  • Selbstorganisierter Städte-Trip „Edinburgh“ vom 11.07.-16.07.2019
  • Flug: non stop mit Boeing 737-800 der Fluggesellschaft Ryan Air
  • Flugdauer Berlin-Schönefeld—>Edinburgh: 2h  (ca. 1150km)
  • Zeitverschiebung(MESZ) Deutschland—>Schottland: -1h

© OpenStreetMap-Mitwirkende


Schon beim Landeanflug ist die auf sieben Hügeln erbaute Hauptstadt Schottlands grandios anzusehen! Geschützt durch die langgestreckte Bucht der Forth-Mündung zur Nordsee und die Berge der nördlichen High- und südlichen Uplands liegt sie majestätisch unter uns: Edinburgh zwischen Meer und und sanften grünen Berggipfeln ist für uns empfangsbereit.

Wie die Metropole an der Ostküste Großbritanniens allerdings richtig ausgesprochen wird, haben wir auch nach einer Woche intensiver „Stadtexpedition“ nicht so richtig herausbekommen. Die Ansagen in den Trams und Bussen der hop-on/hop-off Lines scheinen nicht auf einheitliche Aussprache ausgelegt zu sein. Und das Stimmengewirr in der ca. 500.000 Ew. zählenden Großstadt ist maßgeblich englisch und schottisch-gälisch, hier klingt Edinburg in etwa Ednboroh oder Edinbara.

Egal, Edinburgh ist in einer Woche natürlich nicht zu „schaffen“, wobei dies auch nicht unsere Ziel war (unter „Schaffen“ meine ich intensives und allumfassendes Kennenlernen). Aber eintauchen in die spannende Historie, Kunst und Kultur der Stadt um die einstige Burg „Dun Eiden“ konnten wir schon. Nicht nur in die geschichtsträchtigen, geheimnisvollen Gassen und gemütlichen Pubs der Altstadt, die 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt worden ist.

Blick von der Burg zum Firth of Forth

Geheimnisvoll? Mit Umzug des Königshofes und des Parlaments im 12. Jahrhundert entwickelte sich Edinburgh von der reinen Festung zur Hauptstadt Schottlands. Seine Altstadt erstreckt sich heut über einen langen Hügel bergabwärts und ist ein labyrinthartiges Durcheinander aus Häusern, closes (Gassen), Treppen und Gewölben. Einige davon werden nacheinander freigelegt und auch als Touristenatraktionen mit Gruseleffekt (z.B. Mary King`s Close) vermarktet. Legenden entstehen und so scheint es, als ob die Hauptstadt der Schotten noch nicht all ihre Geheimnisse preisgegeben hat: Geheimnisse um die seit dem frühen Mittelalter währenden tapferen Unabhängigkeitskriege gegen England; um die Schlachten von Stirling Bridge und Bannockburn und die noch heute durch die Schotten verehrten Volkshelden William Wallace und Robert de Bruce; um die Intrigen und Geschichten der schottischen Highland-Clans; um die schicksalshafte und glücklose Regentschaft Maria Stuarts, Queen of Scots und die spannende Chronik der Stuart-Monarchie; um die blutige Einführung des Protestantismus durch John Knox und die späteren Jakobitenaufstände des 18. Jhd. und um viele, viele andere mehr.

Lord Wellington

Nur am Rande: Auch der Adrenalinspiegel Napoleons soll in der Schlacht bei Waterloo am oberen Skalenende angeschlagen sein, als Lord Wellington seine Regimenter Schottischer Reiterei und Highlanders mit Kilt und Dudelsäcken gegen die französischen Linien aufmarschieren ließ. Mit Erfolg übrigens, wie die Zeitgeschichte belegt hat. Sein Reiterdenkmal am Ende der Princess Street steht übrigens gegenüber von Waverley Station. Sie bildet  die Sichtachse zum nahegelegenen Ehrenmonument auf dem Calton Hill…

Ungeteiltes Fazit: Wir waren zum Erstbesuch in einer der schönsten Städte Europas!

In diesem Zusammenhang durchaus erwähnenswert: In allen großen Städten gibt es sie mittlerweile, die grellfarbenen Reisebusse für den ersten Touri-Überblick zu Ausdehnung, Lage und Erreichbarkeit einzelner Ziele. Bei uns waren die vier Edinburgh Bus Tours (EDINBURGH, MAJESTIC, CITYSIGHTSEEING und 3 BRIDGES) eine bequeme und durchaus preiswerte Sache. Mit dem gut ausgebauten Stadt-Busnetz sowie einer superschnellen Tram, die vom Flughafen in 30 Minuten bis zur Stadtmitte fährt, waren die Ausgangspunkte für die meisten unserer Edinburgh-Ziele rasch erreichbar.

Was wir uns genauer angesehen haben? Hier die wesentlichen Ziele aus unserem 5-tägigen Besuchsprogramm, zu dem bei allen Edinburgh-Stadtführern, bei Michelin oder Baedeker mit Sicherheit eine allumfassende Beschreibung abrufbar ist (s.u.):

In Ergänzung dazu einige Collagen, die selbstredend auch die neugierigen und hilfsbereiten Schotten einschließen, die uns zu jeder Zeit freundlich und „wegweisend“ zur Verfügung gestanden haben- thanks!

Wahrzeichen der Stadt und seit ihrem Bau im 7. Jahrhundert abwechselnd in englischer, meist aber in schottischer Hand: Edinburgh Castle

Der Royal Palace in Edingburgh Castle: Der Bankettsaal Great Hall und das Zimmer, in dem Maria Stuart ihren einzigen Sohn und Thronfolger zur Welt brachte (als Jakob I. später König von Schottland und England)

Holyroodhouse ist seit seiner Erbauung (16. – 17. Jhd.) hochherrschaftlicher Sitz und offizielle Residenz der britischen Königin. Der Palast ist eng mit Schottlands reicher Geschichte verbunden und als Wohnstätte Maria Stuarts bekannt. Das Gemäuer steckt voller tragischer Moritaten. Gleich daneben die Ruine von Holyrood Abbey aus dem 12. Jhd. und der grünbewachsene Tafelberg Arthur`s Seat, der vermeintliche Sitz des legendären König Artus.

Der Calton Hill im Osten der Stadt: Auf ihm befinden sich das unfertige Nationalmonument zur Ehre der Gefallenen der Napoleonischen Kriege und eine 30m hohe Säule im Andenken an den britischen Admiral Horatio Nelson. Darüberhinaus ist er beliebtes Wanderziel und Aussichtspunkt- nicht nur für die unzähligen Touristen.

Die St. Giles Cathedral aus dem 15. Jhd. mit seinem 50 m hohen Kirchturm, der in einer Krone aus gotischen Streben endet. Hier predigte der calvinistische Reformator John Knox. Die Kathedrale St. Giles beherbergt die Kapelle des Distelordens (Noble Order of the Thistle)  mit imposanten Holzschnitz- und Steinmetzarbeiten.

An der linken Straßenseite der Royal Mile steht das verwinkelte Fachwerkhaus und Wohnhaus des Reformators John Knox. Der Kirchenmann war ob seines religiösen Eifers als calvinistischer Hitzkopf bekannt. Dies sowohl im Kampf gegen die katholische Kirche als auch als penetranter Widersacher Maria Stuarts.

Auch das ist Edinburgh: Dudelsackpfeifer an jeder zweiten Ecke, schottische Lebensfreude und Ausgelassenheit. Die Superlative in Sachen Musik und Konzerte steigt allerdings im Festivalmonat August

Drei der sieben Hügel Edinburghs: Blick von Arthur`s Sight bei Holyrood auf den Firth of Forth

(v.k.)

Mehr zum Thema:

zum Lesen/Anschauen:

  • „Schottland“, Lonely Planet Publications, MAIRDUMONT GmbH & Co. KG, Ostfildern, 2009
  • „ADAC-Reiseführer Schottland““, ADAC Verlag GmbH und Prestel-Verlag, München, 1996

im Internet:

flaggen-image: pixabay.com;  Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende

(v.k.)