Schlagwort-Archiv: Gegenwartsliteratur

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Buch-Lesetip:

Christoph Hein: „Der Tangospieler„, Aufbau Taschenbuchverlag Verlag, Berlin und Weimar, 1999

„Leipzig 1968. Der Historiker Dallow ist aus dem Gefängnis entlassen. Sein Vergehen: Er war als Klavierspieler bei einem Studentenkabarett eingesprungen und der Text, den er mit einem Tango begleiten sollte, hatte Anstoß erregt. Vergiß die dumme Geschichte, wird ihm geraten. Dallow hat nicht vergessen, aber er ist gefühllos geworden und wie gelähmt. Selbst das Eingeständnis seiner Umwelt, daß ihm Unrecht geschehen ist, läßt ihn gleichgültig. Dallows Apathie ist die seines Landes. Der Tangospieler zeigt, warum dieses Land keine Substanz hatte, sich dem Untergang wiedersetzen zu können.“ (1)

(1): Aus dem Klappentext 

(v.k.)

Der Herr der Ringe: „Die Welt ist im Wandel“…

April, 2026

„Die Welt ist im Wandel: Ich spüre es im Wasser, ich spüre es in der Erde, ich rieche es in der Luft. Vieles was einst war, ist verloren, da niemand mehr lebt, der sich erinnert…

Alles begann mit dem Schmieden der großen Ringe. Drei wurden den Elben gegeben; unsterblich und die weisesten und reinsten aller Lebewesen. Sieben den Zwergenherrschern, großen Bergleuten und geschickten Handwerkern in ihren Hallen aus Stein. Und neun, neun Ringe wurden den Menschen geschenkt, die vor allem anderen nach Macht streben. Denn diese Ringe bargen die Stärke und den Willen, jedes Volk zu leiten.

Doch sie wurden alle betrogen. Denn es wurde noch ein Ring gefertigt. Im Lande Mordor, im Feuer des Schicksalsberges, schmiedete der dunkle Herrscher Sauron heimlich einen Meisterring, um alle anderen zu beherrschen. In diesen Ring floß seine Grausamkeit, seine Bosheit und sein Wille, alles Leben zu unterdrücken:

Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.
“ (1)

Ein Ring, sie zu knechten…


„Der Reihe nach fielen die freien Länder Mittelerdes unter die Herrschaft des Ringes. Doch einige leisteten Widerstand: Ein letztes Bündnis von Elben und Menschen zog in die Schlacht gegen Mordor und kämpfte an den Hängen des Schicksalsberges für die Freiheit Mittelerdes. Der Sieg war nah. Doch die Macht des Ringes konnte nicht gebrochen werden. Und es geschah in jenem Moment als es keine Hoffnung mehr gab, dass Isildur, des Königs Sohn, seines Vaters Schwert ergriff…

Sauron, der Feind der freien Völker Mittelerdes war besiegt. Der Ring ging an Isildur, der nun die Gelegenheit hatte, das Böse für immer zu vernichten. Doch die Herzen der Menschen sind leicht zu verführen. Und der Ring der Macht hat einen eigenen Willen. Er verriet Isildur und brachte ihm den Tod.

Und was nicht in Vergessenheit hätte geraten dürfen, ging verloren. Geschichte wurde Legende, Legende wurde Mythos. Und zweieinhalbtausend Jahre lang wusste niemand mehr um den Ring. Bis er sich eines Tages einen neuen Träger suchte. Der Ring geriet dem Geschöpf Gollum in die Hände, der ihn tief hinein in das Nebelgebirge trug.

Und dort verfiel er dem Ring. Der Ring verlieh Gollum ein unnatürlich langes Leben. Fünfhundert Jahre vergiftete er dessen Verstand. Und in der Finsternis von Gollums Höhle wartete er. Dunkelheit legte sich über den Wald der Welt. Gerüchte wurden laut über einen Schatten im Osten, ein namenloses Grauen ginge um. Und der Ring der Macht spürte, dass seine Zeit gekommen war. Er verließ Gollum. Doch dann geschah etwas, das der Ring nicht beabsichtigt hatte. Er wurde von dem unwahrscheinlichsten Geschöpf gefunden, das man sich vorstellen kann: von einem Hobbit, Bilbo Beutlin aus dem Auenland.

Und bald wird eine Zeit kommen, da die Hobbits das Schicksal aller bestimmen…“ (2)

The fellowship of the ring: Die 9 Gefährten


PS: In verdächtiger Parallele zur Handlung in diesem grandiosen Roman- bzw. Filmepos ist auch unsere heutige Welt im Wandel: Ein Sturm braut sich zusammen. Nach zwei Weltkriegen rüstet sich das Böse erneut und zeigt seine altbekannte Fratze. Die Länder Europas bereiten sich auf einen Verteidigungskrieg gegen einen brutalen russischen Imperator vor. Brandherde im Nahen Osten, in Taiwan oder Mittelamerika warten nur auf einen Zündfunken. Die Tendenzen von amerikanischem Großmachtstreben und israelischer Gewaltpolitik sind offenbar und können durch internationale Gremien, wie die Vereinten Nationen, nicht gezügelt werden. Die Sprache des Völkerrechts verstummt zunehmend vor der Sprache der Macht und der Gewalt. Vorderasien steht seit Februar 2026 in Flammen. Kriege im Sudan oder Myanmar weiten sich aus. Internationale Konflikte und Bürgerkriege nehmen zu, das Säbelrasseln ist allgegenwärtig und nicht mehr überhörbar.

In vielerlei Hinsicht ist Tolkiens „Herr der Ringe“- nach seinem Erscheinen 1954/55 auf dem Büchermarkt bzw. seiner  Verfilmung 2001 durch P. Jackson- hochmodern. Wenn es eine Botschaft aus diesem Werk gibt, so ist dies sicher der Triumph von Demut, Freundschaft und Mitleid über absolutes Machtstreben und das Böse. Und das Bestreben, nicht aufzugeben, auch wenn die Hoffnung noch so gering ist…

Quellen:
(1): Intro zu: Der Herr der Ringe-Teil1 (Die Gefährten); Synchronsprecherin der Galadriel (Cate Blanchet): Dörte Lyssewski
(2): J.R.R.Tolkien: Vorwort zu seiner dreiteiligen Roman-Saga „Der Herr der Ringe“ (1954/1955)
(2): https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Herr_der_Ringe
(3): https://www.focus.de/politik/videos/staaten-versinken-im-chaos-weltenbrand-diese-fuenf-konflikte-bedrohen-den-weltfrieden_id_4027746.html
images:
♦ „Ein Ring, sie zu knechten“, Pixabay
♦ „The fellowship of the ring“, Oscar Gende Villar, fotografos amateur de carballo, creative commons CC BY 2.0 

 (v.k.)

Buchtip: „Vergeltung“

Buch-Lesetip:

Robert Harris: „Vergeltung„, W. Heyne Verlag München, 2022

Robert Harris` Roman „Vergeltung“ spielt in den Novembertagen des Jahres 1944 und ist zwischen Großbritannien, den seit 1940 von deutschen Truppen besetzten Niederlanden und dem im September 1944 von den Alliierten befreiten Belgien angesiedelt. Die Geschichte aus den letzten Monaten des untergehenden Deutschen Reichs ist zum großen Teil authentisch:

Seit dem 07.September 1944 schlagen die ersten V2- „Vergeltungswaffen“ in London ein, abgefeuert von Abschußbasen aus dem holländischen Scheveningen. Seitdem große Teile der Heeresversuchsanlage in Peenemünde 1943 von der Royal Air Force zerstört wurden, werden die todbringenden Geschosse von dort über mobile Abschußrampen gestartet. Mit Zielen in England, Belgien und Frankreich. Mit einer Geschwindigkeit von über 5.000 Stundenkilometern und 90 Kilometern Flughöhe treffen die V2 bereits nach 5min Flugzeit vermehrt die Hauptstadt Großbritanniens- lautlos und ohne Vorwarnmöglichkeit.

Eine Bekämpfung dieser tödlichen Waffe in der Luft ist auf Grund seiner hohen Geschwindigkeit nicht möglich. In großer Eile wird in den Armeestäben der britischen Royal Air Force nach Lösungsmöglichkeiten gesucht, zumindest die im Raum Den Haag vermuteten deutschen Abschußrampen zu orten. Der Ansatz: Da die V2-Rakete kreiselgesteuert, rein ballistisch und ohne Funksteuerung in der Luft ist, ist es theroretisch möglich, aus den ersten Flugbahndaten der belgischen Radarstützpunkte und den Daten des Einschlags rückwirkend die Start-Koordinaten der mobilen V2-Rampen zu berechnen. Und dann zu bombardieren.

Eine Gruppe mathematisch gut ausgerüsteter WAAF-Offizierinnen (Women Auxiliary Air Force) nimmt im belgischen Mechelen seine Arbeit auf. Einem Ort, der vor kurzem erst von den Deutschen geräumt werden mußte.

Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt…   

Zur Übersicht: Scheveningen und Mechelen, Flugbahn-Entfernung zwischen beiden Orten: 121km

Quellen:
♦  https://de.wikipedia.org/wiki/Heeresversuchsanstalt_Peenem%C3%BCnde
https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/kriegsverlauf/die-wunderwaffen-v1-und-v2
https://de.wikipedia.org/wiki/Aggregat_4

(v.k.)

„Marianengraben“ am Mittelsächsischen Theater

25.03.2026

Am Mittwoch, den 25. März feierte im Freiberger Theater das Bühnenstück „Marianengraben“ seine Uraufführung. Das Schauspiel in der Fassung von Stephan Bestier und Catherina Jacobi greift auf den gleichnamigen Roman von Jasmin Schreiber zurück. Bravourös in den Hauptrollen: Nele Schweers und Michael Berger. Ein absolut sehenswertes, modernes Theaterstück!

Szene auf einer Bühne, auf der ein älterer Mann den Inhalt einer Urne in eine Kaffeedose umfüllt; im gegenüber sitzt ein junges Mädchen mit geflochtenen Zöpfen, die ihre Hände an einer Tasse wärmt.

 

„Die Inszenierung wagt etwas Ungewöhnliches: nämlich leicht zu erzählen vom Allerschwersten. Tieftraurig und voller skurrilem Humor agieren die beiden Akteure.

Die Geschichte erzählt von der Verzweiflung einer jungen Frau, die um ihren geliebten Bruder trauert. Und den Folgen einer zufälligen nächtlichen Begegnung auf dem Friedhof. Dort trifft Paula auf Helmut, der gerade dabei ist, eine Urne auszugraben. Er hatte seiner Frau eine Reise versprochen. Und auf die begeben sich nun diese beiden einander fremden Versehrten – der alte kranke Mann und die tief traurige Heldin“. (1)

(1): Foto und Textpassage aus dem Prorgrammheft 03/2026 des MiT
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/chemnitz/freiberg/premiere-marianengraben-mittelsaechsisches-theater-kultur-news-100.html

(v.k.)

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Buch-Lesetip:

Robert Harris: „Aurora„, Wilhelm Heyne Verlag, München, 2000

„Während eines Moskau-Aufenthaltes wird der britische Historiker Fluke Kelso von einem ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter aufgesucht. Nachdem Alkohol in Strömen geflossen ist, behauptet dieser, in Stalins Todesnacht dem Chef der Geheimpolizei (Berija) dabei geholfen zu haben, ein geheimes Notizbuch Stalins beiseitezuschaffen. Kelsos Nachforschungern ergeben rasch, daß der Alte die Wahrheit gesagt hat. Als sein Informant kurze Zeit später bestialisch ermordet aufgefunden wird, ist sich der Historiker sicher, daß dieses Notizbuch hochbrisante Informationen enthält und daß er nicht der einzige ist, der sich 45 Jahre nach Stalins Tod (1953) dafür interessiert. Die Jagd nach dem Buch führt durch ein Moskau der verlassenen Paläste und elenden Plattenbausiedlungen, bis Kelso die Notizen schließlich in den Händen hält. Sie übertreffen all seine Erwartungen und bringen ihn auf eine Spur, die direkt zu Stalins fast ein halbes Jahrhundert lang gehütetes Geheimnis führt…“ (1)

(1): Aus dem Klappentext 

(v.k.)

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Buch-Lesetip:

Martin Suter: „Lila, Lila„, Diogenes Verlag AG Zürich, 2004

„So rein wie die Liebesgeschichte, die er als Manuskript in einem alten Nachttisch findet, sind auch Davids Gefühle für Marie. Dafür muß er ein anderer werden als der, der er ist. David schlüpft in eine Identität, die ihm irgendwann über den Kopf wächst.

Wie stets bei Martin Suter geht es auch in seinem wunderbar geschriebenen Roman „Lila, Lila“ um den Verlust von Identität. Suter packt einen von der ersten Seite an. Unbedingt lesen!“ (1)

(1): Aus dem Klappentext

(v.k.)

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Buch-Lesetip:

Lothar Weise: „Das Geheimnis des Transpluto„, Verlag Neues Leben Berlin, 1962

Zwei riesengrosse Meteoriten nähern sich der Erde, gefolgt von metallisch glänzenden Kugeln – Blitze zucken zwischen ihnen hin und her – eine hell leuchtende Gaswolke dringt in die Erdatmosphäre ein.

Waren es Boten einer bewohnten Welt? Die Spektralanalyse bestätigt es: Die Flugkugeln können nur vom äusseren Planeten des Sonnensystems, dem Transpluto, gekommen sein, der in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckt worden war. Aber wie kann dort, Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt, hochentwickeltes Leben entstanden sein?

Von Tursk am Aralsker See startet eine mächtige Photonenrakete zum Transpluto. Wenige Stunden vor dem Abflug verschwindet auf geheimnisvolle Weise Pjotr Roi, Hochfrequenzspezialist der Expedition. An seine Stelle tritt Juan Padero. Nur Kerstin Roth weiß, in wessen Auftrag das geschieht – aber sie schweigt. Der geheimnisvolle, unerforschte Planet birgt sensationelle Überraschungen. Eine künstliche Sonne umkreist ihn! Das erste Landefahrzeug des Raumschiffes wird von unbekannten Kräften in eine graue Schlammzone gedrückt. Auch das mächtige Raumschiff wird zur Landung gezwungen.

In einer erregenden, konfliktreichen Handlung gestaltet der Autor die Abenteuer der Transplutoexpedition.“ (1)

(1): Aus dem Klappentext

(v.k.)

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Buch-Lesetip:

Kristin Harmel: „Das letzte Licht des Tages„, Knaur Verlag, München, 2019

„Frankreich 1940: Als Ines herausfindet, daß ihr Ehemann auf dem Weingut der Familie Flüchtlinge und Waffen für die Resistance versteckt, ist auch sie gezwungen, sich für eine Seite zu entscheiden. Ines schließt sich dem Widerstand an- und begeht einen schrecklichen Fehler, der das Leben aller auf dem Weingut für immer verändert.

Jahrzehnte später begleitet die junge Amerikanerin Liv ihre exzentrische Großmutter auf einer Reise nach Frankreich. Vom Weingut Chauveau fühlt Liv sich wie magisch angezogen, und sie beginnt mithilfe des symphatischen Anwalts Julien Cohn die Vergangenheit zu erforschen. Ihre Recherchen führen sie zurück in die dunkelste Zeit des Zweiten Weltkriegs, zu einer Geschichte von Liebe und Verrat- und der Hoffnung auf Vergeltung.“ (1)

(1): Aus dem Klappentext

(v.k.)

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Buch-Lesetip:

Becky Smethurst: „Das kleine Buch vom großen Knall„, Anaconda Verlag, München, 2025

„Nur weil man es nicht gesehen hat, heißt es nicht, daß es nicht existiert!

In zehn Kapiteln führt die Oxforder Astrophysikerin Becky Smethurst den Leser durchs Weltall- kurz, knackig, lehrreich und unterhaltsam. Was war eigentlich vor dem Urknall? Gibt es dort draußen Lebewesen? Was hat es mit den schwarzen Löchern auf sich? Antworten auf diese und viele weitere Fragen finden sich in diesem kompakten Führer durch das Universum“ (1)

(1): Aus dem Klappentext

(v.k.)