Schlagwortarchiv: Gegenwartsliteratur

Buchtip: „Die Enkelin“

Buch-Lesetip:

Bernhard Schlink: „Die Enkelin„, Diogenes Verlag AG , Zürich, 2021

„Birgit ist zu Kaspar in den Westen geflohen, für die Liebe und die Freiheit. Erst nach ihrem Tod entdeckt er, welchen Preis sie dafür bezahlt hat. Er spürt ihrem Geheimnis nach, begegnet im Osten den Menschen, die für zählten, erlebt ihre Bedrückung und ihren Ei´gensinn. Seine Suche führt ihn zu einer völkischen Gemeinschaft auf dem Land- und zu einem jungen Mädchen, das in ihm den Großvater und in dem er die Enkelin sieht. Ihre Welten könnten nicht fremder sein. Er ringt um sie“. (1)

(1): Aus dem Klappentext 

(v.k.)

Buchtip: „Die blaue Liste“

Buch-Lesetip:

Wolfgang Schorlau: „Die blaue Liste„, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2003

„Wolfgang Schorlau fügt drei Ereignisse neuerer deutscher Geschichte zu einem Krimi der Extraklasse: Am 27.Juni 1993 wurde das RAF-Mitglied Wolfgang Grams am Bahnhof in Bad Kleinen erschossen. Sieben Jahre später behauptet das Bundeskriminalamt, ein Haar von Grams am Tatort des Attentats auf Carsten Rohwedder identifiziert zu haben. Rohwedder war der erste Präsident der Treuhandgesellschaft, jener Behörde, die nach der Wende alle Betriebe der ehemaligen DDR verwaltete. Mit seinem Tod wurde eine Änderung der Treuhandpolitik möglich; dem Ausverkauf des Ostens konnte Rohwetter nicht mehr widersprechen. Sechs Wochen nach dem Attentat stürzte eine Maschine der Lauda-Air über dem Dschungel von Thailand ab. An Bord: hochrangige Berater von Rohwedder

Mit Georg Dengler erschuf Schorlau eine Figur, die an den Grundfesten des Staates rüttelt.“ (1)

(1): Aus dem Klappentext 

(v.k.)

Buchtip: „Das späte Leben“

Buch-Lesetip:

Bernhard Schlink: „Das späte Leben„, Diogenes Verlag AG Zürich, 2023

„Martin, sechsundsiebzig, erfährt, daß ihm nur noch wenige Monate bleiben. Sein Leben und seine Liebe gehören seiner jungen Frau und seinem sechsjährigen Sohn. Was kann er noch für sie tun, was ihnen noch geben? Womit beschenkt, womit belastet er sie? Und wie gelingt es, loszulassen und versöhnt zu sterben? Martin erfährt, daß auch das späte Leben voller Überraschungen und Herausforderungen steckt.

Bernhard Schlink ist einer der erfolgreichsten und einer der vielseitigsten deutschen Schriftsteller der Gegenwart.“ (1)

Dazu ein interessanter Link:

https://www.srf.ch/kultur/literatur/das-spaete-leben-neuer-roman-von-bernhard-schlink-ein-durchzogenes-lese-erlebnis

(1): Aus dem Klappentext 

(v.k.)

Buchtip: „Wut und Liebe“

Buch-Lesetip:

Martin Suter: „Wut und Liebe„, Diogenes Verlag AG Zürich, 2025

„Noah ist ein Künstler Anfang dreißig. Das Gehalt seiner Freundin Camilla reicht knapp für sie beide. Camilla jedoch hat sich mehr vom Leben erhofft, weshalb sie sich von Noah trennt. Es ist eine Kopfentscheidung, doch wann, wenn nicht jetzt, soll sie ihre Zukunft in die Hand nehmen? Um seine verlorene Liebe zurückzugewinnen, ist Noah zu allem bereit. Als eine ältere Dame ihm die Chance bietet, zu einem Vermögen zu kommen, läßt er sich auf einen zweifelhaften Deal mit ihr ein“ (1)

(1): Aus dem Klappentext 

(v.k.)

Buchtip: „Das Wochenende“

Buch-Lesetip:

Bernhard Schlink: „Das Wochenende„, Diogenes Verlag AG Zürich, 2010

„Nach zehnjähriger Haft hat ihn der Bundespräsident begnadigt. Zum ersten Wochenende in Freiheit lädt seine Schwester die alten Freunde ein. Für sie ist das Leben weitergegangen. Und für ihn? Was bleibt von der Zeit der Gewalt? Legenden? Bewältigung? Sprachlosigkeit?

Ein kammerspielartiges Familiengeflecht, das mehr verrät über die Verstrickung in Ideologie und Gewalt als alle politischen Analysen. Die Parameter, die Schlink zur Erklärung der Eskalation der sechziger, siebziger Jahre heranzieht, sind elementar und darum zutreffend und überzeugend. Der Autor entwirft ein Setting, dem man sich weder intellektuell noch emotional entziehen kann.“ (1)

(1): Aus dem Klappentext 

(v.k.)

Link

Buch-Lesetip:

Christoph Hein: „Der Tangospieler„, Aufbau Taschenbuchverlag Verlag, Berlin und Weimar, 1999

„Leipzig 1968. Der Historiker Dallow ist aus dem Gefängnis entlassen. Sein Vergehen: Er war als Klavierspieler bei einem Studentenkabarett eingesprungen und der Text, den er mit einem Tango begleiten sollte, hatte Anstoß erregt. Vergiß die dumme Geschichte, wird ihm geraten. Dallow hat nicht vergessen, aber er ist gefühllos geworden und wie gelähmt. Selbst das Eingeständnis seiner Umwelt, daß ihm Unrecht geschehen ist, läßt ihn gleichgültig. Dallows Apathie ist die seines Landes. Der Tangospieler zeigt, warum dieses Land keine Substanz hatte, sich dem Untergang wiedersetzen zu können.“ (1)

(1): Aus dem Klappentext 

(v.k.)

Der Herr der Ringe: „Die Welt ist im Wandel“…

April, 2026

„Die Welt ist im Wandel: Ich spüre es im Wasser, ich spüre es in der Erde, ich rieche es in der Luft. Vieles was einst war, ist verloren, da niemand mehr lebt, der sich erinnert…

Alles begann mit dem Schmieden der großen Ringe. Drei wurden den Elben gegeben; unsterblich und die weisesten und reinsten aller Lebewesen. Sieben den Zwergenherrschern, großen Bergleuten und geschickten Handwerkern in ihren Hallen aus Stein. Und neun, neun Ringe wurden den Menschen geschenkt, die vor allem anderen nach Macht streben. Denn diese Ringe bargen die Stärke und den Willen, jedes Volk zu leiten.

Doch sie wurden alle betrogen. Denn es wurde noch ein Ring gefertigt. Im Lande Mordor, im Feuer des Schicksalsberges, schmiedete der dunkle Herrscher Sauron heimlich einen Meisterring, um alle anderen zu beherrschen. In diesen Ring floß seine Grausamkeit, seine Bosheit und sein Wille, alles Leben zu unterdrücken:

Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.
“ (1)

Ein Ring, sie zu knechten…


„Der Reihe nach fielen die freien Länder Mittelerdes unter die Herrschaft des Ringes. Doch einige leisteten Widerstand: Ein letztes Bündnis von Elben und Menschen zog in die Schlacht gegen Mordor und kämpfte an den Hängen des Schicksalsberges für die Freiheit Mittelerdes. Der Sieg war nah. Doch die Macht des Ringes konnte nicht gebrochen werden. Und es geschah in jenem Moment als es keine Hoffnung mehr gab, dass Isildur, des Königs Sohn, seines Vaters Schwert ergriff…

Sauron, der Feind der freien Völker Mittelerdes war besiegt. Der Ring ging an Isildur, der nun die Gelegenheit hatte, das Böse für immer zu vernichten. Doch die Herzen der Menschen sind leicht zu verführen. Und der Ring der Macht hat einen eigenen Willen. Er verriet Isildur und brachte ihm den Tod.

Und was nicht in Vergessenheit hätte geraten dürfen, ging verloren. Geschichte wurde Legende, Legende wurde Mythos. Und zweieinhalbtausend Jahre lang wusste niemand mehr um den Ring. Bis er sich eines Tages einen neuen Träger suchte. Der Ring geriet dem Geschöpf Gollum in die Hände, der ihn tief hinein in das Nebelgebirge trug.

Und dort verfiel er dem Ring. Der Ring verlieh Gollum ein unnatürlich langes Leben. Fünfhundert Jahre vergiftete er dessen Verstand. Und in der Finsternis von Gollums Höhle wartete er. Dunkelheit legte sich über den Wald der Welt. Gerüchte wurden laut über einen Schatten im Osten, ein namenloses Grauen ginge um. Und der Ring der Macht spürte, dass seine Zeit gekommen war. Er verließ Gollum. Doch dann geschah etwas, das der Ring nicht beabsichtigt hatte. Er wurde von dem unwahrscheinlichsten Geschöpf gefunden, das man sich vorstellen kann: von einem Hobbit, Bilbo Beutlin aus dem Auenland.

Und bald wird eine Zeit kommen, da die Hobbits das Schicksal aller bestimmen…“ (2)

The fellowship of the ring: Die 9 Gefährten


PS: In verdächtiger Parallele zur Handlung in diesem grandiosen Roman- bzw. Filmepos ist auch unsere heutige Welt im Wandel: Ein Sturm braut sich zusammen. Nach zwei Weltkriegen rüstet sich das Böse erneut und zeigt seine altbekannte Fratze. Die Länder Europas bereiten sich auf einen Verteidigungskrieg gegen einen brutalen russischen Imperator vor. Brandherde im Nahen Osten, in Taiwan oder Mittelamerika warten nur auf einen Zündfunken. Die Tendenzen von amerikanischem Großmachtstreben und israelischer Gewaltpolitik sind offenbar und können durch internationale Gremien, wie die Vereinten Nationen, nicht gezügelt werden. Die Sprache des Völkerrechts verstummt zunehmend vor der Sprache der Macht und der Gewalt. Vorderasien steht seit Februar 2026 in Flammen. Kriege im Sudan oder Myanmar weiten sich aus. Internationale Konflikte und Bürgerkriege nehmen zu, das Säbelrasseln ist allgegenwärtig und nicht mehr überhörbar.

In vielerlei Hinsicht ist Tolkiens „Herr der Ringe“- nach seinem Erscheinen 1954/55 auf dem Büchermarkt bzw. seiner  Verfilmung 2001 durch P. Jackson- hochmodern. Wenn es eine Botschaft aus diesem Werk gibt, so ist dies sicher der Triumph von Demut, Freundschaft und Mitleid über absolutes Machtstreben und das Böse. Und das Bestreben, nicht aufzugeben, auch wenn die Hoffnung noch so gering ist…

Quellen:
(1): Intro zu: Der Herr der Ringe-Teil1 (Die Gefährten); Synchronsprecherin der Galadriel (Cate Blanchet): Dörte Lyssewski
(2): J.R.R.Tolkien: Vorwort zu seiner dreiteiligen Roman-Saga „Der Herr der Ringe“ (1954/1955)
(2): https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Herr_der_Ringe
(3): https://www.focus.de/politik/videos/staaten-versinken-im-chaos-weltenbrand-diese-fuenf-konflikte-bedrohen-den-weltfrieden_id_4027746.html
images:
♦ „Ein Ring, sie zu knechten“, Pixabay
♦ „The fellowship of the ring“, Oscar Gende Villar, fotografos amateur de carballo, creative commons CC BY 2.0 

 (v.k.)

Buchtip: „Vergeltung“

Buch-Lesetip:

Robert Harris: „Vergeltung„, W. Heyne Verlag München, 2022

Robert Harris` Roman „Vergeltung“ spielt in den Novembertagen des Jahres 1944 und ist zwischen Großbritannien, den seit 1940 von deutschen Truppen besetzten Niederlanden und dem im September 1944 von den Alliierten befreiten Belgien angesiedelt. Die Geschichte aus den letzten Monaten des untergehenden Deutschen Reichs ist zum großen Teil authentisch:

Seit dem 07.September 1944 schlagen die ersten V2- „Vergeltungswaffen“ in London ein, abgefeuert von Abschußbasen aus dem holländischen Scheveningen. Seitdem große Teile der Heeresversuchsanlage in Peenemünde 1943 von der Royal Air Force zerstört wurden, werden die todbringenden Geschosse von dort über mobile Abschußrampen gestartet. Mit Zielen in England, Belgien und Frankreich. Mit einer Geschwindigkeit von über 5.000 Stundenkilometern und 90 Kilometern Flughöhe treffen die V2 bereits nach 5min Flugzeit vermehrt die Hauptstadt Großbritanniens- lautlos und ohne Vorwarnmöglichkeit.

Eine Bekämpfung dieser tödlichen Waffe in der Luft ist auf Grund seiner hohen Geschwindigkeit nicht möglich. In großer Eile wird in den Armeestäben der britischen Royal Air Force nach Lösungsmöglichkeiten gesucht, zumindest die im Raum Den Haag vermuteten deutschen Abschußrampen zu orten. Der Ansatz: Da die V2-Rakete kreiselgesteuert, rein ballistisch und ohne Funksteuerung in der Luft ist, ist es theroretisch möglich, aus den ersten Flugbahndaten der belgischen Radarstützpunkte und den Daten des Einschlags rückwirkend die Start-Koordinaten der mobilen V2-Rampen zu berechnen. Und dann zu bombardieren.

Eine Gruppe mathematisch gut ausgerüsteter WAAF-Offizierinnen (Women Auxiliary Air Force) nimmt im belgischen Mechelen seine Arbeit auf. Einem Ort, der vor kurzem erst von den Deutschen geräumt werden mußte.

Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt…   

Zur Übersicht: Scheveningen und Mechelen, Flugbahn-Entfernung zwischen beiden Orten: 121km

Quellen:
♦  https://de.wikipedia.org/wiki/Heeresversuchsanstalt_Peenem%C3%BCnde
♦ https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/kriegsverlauf/die-wunderwaffen-v1-und-v2
♦ https://de.wikipedia.org/wiki/Aggregat_4

(v.k.)

„Marianengraben“ am Mittelsächsischen Theater

25.03.2026

Am Mittwoch, den 25. März feierte im Freiberger Theater das Bühnenstück „Marianengraben“ seine Uraufführung. Das Schauspiel in der Fassung von Stephan Bestier und Catherina Jacobi greift auf den gleichnamigen Roman von Jasmin Schreiber zurück. Bravourös in den Hauptrollen: Nele Schweers und Michael Berger. Ein absolut sehenswertes, modernes Theaterstück!

Szene auf einer Bühne, auf der ein älterer Mann den Inhalt einer Urne in eine Kaffeedose umfüllt; im gegenüber sitzt ein junges Mädchen mit geflochtenen Zöpfen, die ihre Hände an einer Tasse wärmt.

 

„Die Inszenierung wagt etwas Ungewöhnliches: nämlich leicht zu erzählen vom Allerschwersten. Tieftraurig und voller skurrilem Humor agieren die beiden Akteure.

Die Geschichte erzählt von der Verzweiflung einer jungen Frau, die um ihren geliebten Bruder trauert. Und den Folgen einer zufälligen nächtlichen Begegnung auf dem Friedhof. Dort trifft Paula auf Helmut, der gerade dabei ist, eine Urne auszugraben. Er hatte seiner Frau eine Reise versprochen. Und auf die begeben sich nun diese beiden einander fremden Versehrten – der alte kranke Mann und die tief traurige Heldin“. (1)

(1): Foto und Textpassage aus dem Prorgrammheft 03/2026 des MiT
♦ https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/chemnitz/freiberg/premiere-marianengraben-mittelsaechsisches-theater-kultur-news-100.html

(v.k.)