Schlagwort-Archiv: Soziale Verantwortung

Der Herr der Ringe: „Die Welt ist im Wandel“…

April, 2026

„Die Welt ist im Wandel: Ich spüre es im Wasser, ich spüre es in der Erde, ich rieche es in der Luft. Vieles was einst war, ist verloren, da niemand mehr lebt, der sich erinnert…

Alles begann mit dem Schmieden der großen Ringe. Drei wurden den Elben gegeben; unsterblich und die weisesten und reinsten aller Lebewesen. Sieben den Zwergenherrschern, großen Bergleuten und geschickten Handwerkern in ihren Hallen aus Stein. Und neun, neun Ringe wurden den Menschen geschenkt, die vor allem anderen nach Macht streben. Denn diese Ringe bargen die Stärke und den Willen, jedes Volk zu leiten.

Doch sie wurden alle betrogen. Denn es wurde noch ein Ring gefertigt. Im Lande Mordor, im Feuer des Schicksalsberges, schmiedete der dunkle Herrscher Sauron heimlich einen Meisterring, um alle anderen zu beherrschen. In diesen Ring floß seine Grausamkeit, seine Bosheit und sein Wille, alles Leben zu unterdrücken:

Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.
“ (1)

Ein Ring, sie zu knechten…


„Der Reihe nach fielen die freien Länder Mittelerdes unter die Herrschaft des Ringes. Doch einige leisteten Widerstand: Ein letztes Bündnis von Elben und Menschen zog in die Schlacht gegen Mordor und kämpfte an den Hängen des Schicksalsberges für die Freiheit Mittelerdes. Der Sieg war nah. Doch die Macht des Ringes konnte nicht gebrochen werden. Und es geschah in jenem Moment als es keine Hoffnung mehr gab, dass Isildur, des Königs Sohn, seines Vaters Schwert ergriff…

Sauron, der Feind der freien Völker Mittelerdes war besiegt. Der Ring ging an Isildur, der nun die Gelegenheit hatte, das Böse für immer zu vernichten. Doch die Herzen der Menschen sind leicht zu verführen. Und der Ring der Macht hat einen eigenen Willen. Er verriet Isildur und brachte ihm den Tod.

Und was nicht in Vergessenheit hätte geraten dürfen, ging verloren. Geschichte wurde Legende, Legende wurde Mythos. Und zweieinhalbtausend Jahre lang wusste niemand mehr um den Ring. Bis er sich eines Tages einen neuen Träger suchte. Der Ring geriet dem Geschöpf Gollum in die Hände, der ihn tief hinein in das Nebelgebirge trug.

Und dort verfiel er dem Ring. Der Ring verlieh Gollum ein unnatürlich langes Leben. Fünfhundert Jahre vergiftete er dessen Verstand. Und in der Finsternis von Gollums Höhle wartete er. Dunkelheit legte sich über den Wald der Welt. Gerüchte wurden laut über einen Schatten im Osten, ein namenloses Grauen ginge um. Und der Ring der Macht spürte, dass seine Zeit gekommen war. Er verließ Gollum. Doch dann geschah etwas, das der Ring nicht beabsichtigt hatte. Er wurde von dem unwahrscheinlichsten Geschöpf gefunden, das man sich vorstellen kann: von einem Hobbit, Bilbo Beutlin aus dem Auenland.

Und bald wird eine Zeit kommen, da die Hobbits das Schicksal aller bestimmen…“ (2)

The fellowship of the ring: Die 9 Gefährten


PS: In verdächtiger Parallele zur Handlung in diesem grandiosen Roman- bzw. Filmepos ist auch unsere heutige Welt im Wandel: Ein Sturm braut sich zusammen. Nach zwei Weltkriegen rüstet sich das Böse erneut und zeigt seine altbekannte Fratze. Die Länder Europas bereiten sich auf einen Verteidigungskrieg gegen einen brutalen russischen Imperator vor. Brandherde im Nahen Osten, in Taiwan oder Mittelamerika warten nur auf einen Zündfunken. Die Tendenzen von amerikanischem Großmachtstreben und israelischer Gewaltpolitik sind offenbar und können durch internationale Gremien, wie die Vereinten Nationen, nicht gezügelt werden. Die Sprache des Völkerrechts verstummt zunehmend vor der Sprache der Macht und der Gewalt. Vorderasien steht seit Februar 2026 in Flammen. Kriege im Sudan oder Myanmar weiten sich aus. Internationale Konflikte und Bürgerkriege nehmen zu, das Säbelrasseln ist allgegenwärtig und nicht mehr überhörbar.

In vielerlei Hinsicht ist Tolkiens „Herr der Ringe“- nach seinem Erscheinen 1954/55 auf dem Büchermarkt bzw. seiner  Verfilmung 2001 durch P. Jackson- hochmodern. Wenn es eine Botschaft aus diesem Werk gibt, so ist dies sicher der Triumph von Demut, Freundschaft und Mitleid über absolutes Machtstreben und das Böse. Und das Bestreben, nicht aufzugeben, auch wenn die Hoffnung noch so gering ist…

Quellen:
(1): Intro zu: Der Herr der Ringe-Teil1 (Die Gefährten); Synchronsprecherin der Galadriel (Cate Blanchet): Dörte Lyssewski
(2): J.R.R.Tolkien: Vorwort zu seiner dreiteiligen Roman-Saga „Der Herr der Ringe“ (1954/1955)
(2): https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Herr_der_Ringe
(3): https://www.focus.de/politik/videos/staaten-versinken-im-chaos-weltenbrand-diese-fuenf-konflikte-bedrohen-den-weltfrieden_id_4027746.html
images:
♦ „Ein Ring, sie zu knechten“, Pixabay
♦ „The fellowship of the ring“, Oscar Gende Villar, fotografos amateur de carballo, creative commons CC BY 2.0 

 (v.k.)

Der Salzpfad

März, 2026

DER SALZPFAD ist die Geschichte des Ehepaars Raynor Winn (Gillian Anderson) und Moth Winn (Jason Isaacs) und ihrer Wanderung über den South West Coast Path. Den längsten ununterbrochenen Wanderweg von Minehead nach Poole entlang der atemberaubenden Küste von Cornwall im Südwesten Englands.

Der Grund: Das Paar erhält eine schlechte gesundheitliche Diagnose und wird obdachlos: Durch eine dubiose Investition sind Haus und Hof verloren, sie stehen vor dem finanziellen Ruin. Bei Moth wurde zudem die niederschmetternde Diagnose einer unheilbaren Nervenerkrankung diagnostiziert. Von Obdachlosigkeit und Krankheit gezeichnet, fassen beide den verzweifelten Entschluss, zu wandern. Dies in der Hoffnung, ihr existenzbedrohendes Desaster ausblenden zu können und in der Natur Trost und ein Gefühl der Akzeptanz zu finden. Nur mit einem Zelt und ein paar lebensnotwendigen Dingen ist jeder Schritt auf dem Weg ein Zeugnis ihrer wachsenden Stärke und Entschlossenheit.
DER SALZPFAD ist eine Reise, die gleichermaßen erheiternd, herausfordernd und befreiend ist. Der Film basiert auf dem gleichnamigen autobiografischen Bestseller von Raynor Winn. 

„Der Salzpfad ist ein echtes Highlight. Eine Literaturadaption mit Tiefgang, Naturpoesie und Würde. Diese Tour de force ist beglückend und lebensverändernd. Ein fordernder und emotionaler Film mit tollen Darstellern, der weh tut und Mut macht“. (1)

Quelle:

(1): „Süddeutsche Zeitung“

(v.k.)

Die Heldin

April, 2025

„Floria arbeitet mit großer Leidenschaft und Professionalität als Pflegefachkraft in der Chirurgie eines Schweizer Krankenhauses. Bei ihr sitzt jeder Handgriff, sie hat selbst in Stresssituationen immer ein offenes Ohr für ihre Patient:innen und ist im Notfall sofort zur Stelle – idealerweise. Doch in der harten Realität ihres oft schwer kalkulierbaren Alltags sieht das meist anders aus. Als Floria an diesem Tag ihre Spätschicht antritt, fällt auf der voll belegten, unterbesetzten Station eine Kollegin aus. Trotz aller Hektik umsorgt Floria eine schwerkranke Mutter und einen alten Mann, der dringend auf seine Diagnose wartet, ebenso fürsorglich und routiniert wie den Privatpatienten mit all seinen Extrawünschen. Aber dann passiert ihr ein verhängnisvoller Fehler, und die Schicht droht, völlig aus dem Ruder zu laufen. Ein nervenzehrender Wettlauf gegen die Zeit beginnt …

Regisseurin Petra Volpe (»Die Göttliche Ordnung«) greift mit »Heldin« ein brandaktuelles Thema auf. Laut der WHO ist der weltweite Mangel an Pflegekräften ein globales Gesundheitsrisiko. In Deutschland könnten nach Angaben des Statistischen Bundesamts bis 2029 rund 260.000 Pflegende fehlen. Der Film ist zugleich eine respektvolle Hommage an alle Pflegekräfte sowie ein packendes Plädoyer für mehr Menschlichkeit und soziales Engagement. Er zeigt nicht zuletzt, wie essenziell eine gute Betreuung im Krankheitsfall für uns alle ist. Hauptdarstellerin Leonie Benesch (»Das Lehrerzimmer«, »September 5«) beeindruckt mit ihrer kraftvollen und fesselnden Darstellung, die das Kinopublikum atemlos lässt und uns noch lange nach Filmende begleitet“. (1)

 

Der Film »Heldin« ist eine Referenz an alle Pflegekräfte und ein packendes Plädoyer für mehr Menschlichkeit und soziales Engagement. Ein Film, der mit seiner Intensität und Glaubwürdigkeit unter die Haut geht. Und ein Film, dessen Drehbuch für uns- bzw. für viele von uns- in absehbarer Zeit schonungslose Realität sein wird.

Quelle:
(1): „Der SPIEGEL“, 8/2025 vom 14.02.2025

(v.k.)