04.11.2025
Bereits seit dem 12. Jahrhundert wurden im Gebiet um Freiberg unterschiedliche Lagerstätten an Silbererzen und Mineralien erschlossen und abgebaut. Die große Blüte des Bergbaus im sächsisch-böhmischen Grenzland ereignete sich jedoch erst im 15. und 16. Jahrhundert durch große Silberfunde am Schreckenberg bei Annaberg im Jahre 1470. Mit diesen und zahlreichen anderen Funden setzte mit dem „Großen Berggeschrey“ eine Welle von neuen Bergstadtgründungen im westlichen und mittleren Teil des sächsischen und böhmischen Erzgebirges ein.
Eine dieser Bergstädte ist Marienberg. Nach den ersten reichen Silberfunden im Jahre 1519 durch Clemens Schiffel in der Nähe der bäuerlichen Siedlung Wüstenschlette kommt es im Jahre 1521 zur Gründung der Bergstadt Marienberg durch den Grundherrn dieses Gebietes, Herzog Heinrich dem Frommen, Bruder des wettinischen Landesfürsten Herzog Georg. Im Jahr 1540 bestehen 559 Gruben, die einen Ertrag von 10.800kg Silber bzw. eine Ausbeite von 280.000 Gulden erbringen. Da die technischen Anforderungen zur Erzgewinnung in der Folge immer größer und kostspieliger werden, gelangt der Bergbau mit einem Ausbringen von nur 6kg Silber im Jahre 1736 zu einem vorläufigen Tiefstand. Die Neuverwaltung des Bergamtes (H. von Trebra) und zahlreiche technische Neuerungen (F.Mende) bringen einen gewisse Aufschwung, dies jedoch nur bis zur Einführung der Goldwährung im deutschen Kaiserreich im Jahre 1873. 1904 muß die letzte Zeche bei Wolkenstein schließen. Auf der Suche nach Uran für sowjetische Atombomben durch die „SDAG Wismut“ lebt der Marienberger Bergbau von 1947-1954 noch einmal auf.
Nachfolgende Karte zeigt die Schächte des Altbergbaus und der SAG Wismut im Grubengebiet um Marienberg:
Eine der Förder-Anlagen ist der Rudolphschacht im Marienberger Ortsteil Lauta. Die original wiederhergestellte Anlage des darauf befindlichen Pferdegöpels auf dem Haldenzug des Bauer Morgengangs gehört seit 2019 zum Bestandteil des UNESCO-Welterbes „Montanregion Erzgebirge/Krusnohori“. Der Göpel war in der Zeit zwischen 1839-1877 in Betrieb.
Glückauf!
Quellen:
(1): Ausstellung zum Marienberger Bergbau im Museum, dem früheren Bergmagazin der Stadt
(2): Bergstadt Marienberg zum Fühlen und Sehen, Touristinformation Marienberg
(3): https://www.marienberg-sachsen.de/bergbau.html
(3): Welterbekonvent Erzgebirge: „Die montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krûsnohorí auf dem Weg zum Welterbe“
(v.k.)





