Archiv der Kategorie: Unterwegs in Bildern

Im Elbsandsteingebirge: Durch das Polenztal zum Brand

22.08.2019

Für die Wanderung von Hohnstein durch das Polenztal und zurück sind im OUTDOORACTIVE-Magazin eine Strecke von 14.6km und eine Dauer von 3.5h angegeben. Dabei sind insgesamt ca. 400m Auf- und Abstieg zu bewältigen.

© OpenStreetMap-Mitwirkende

Die Tour führt vom Hockstein über das gesamte Polenztal talabwärts bis kurz vor Porschdorf. Ab dort geht es über den kühlen und schattigen Tiefen Grund zurück und über ca. 850 Stufen hinauf zur Brandscheibe. Belohnt wird man mit zwei Panorama-Aussichten: Zum einen  auf die Tafelberge von Lilienstein, Königstein und Pfaffenstein in südlicher Richtung. Zum anderen auf die „Hafersack“-Felsformation im Osten. Der weitere Wanderweg geht direkt zur Brandbaude und schließlich über die Gautschgrotte, den Kleinen Kuhstall, den Diebskeller und die Polenztalwächter zurück bis Hohnstein. Vom Ort selbst mit der zur Jugendherberge umgebauten gleichnamigen Burg führt ein Abstieg über den Schindergraben zurück in das Tal und nach steilem Aufstieg wieder zurück zum Hockstein.

„Diese Tour ist zu einem großen Teil geprägt von märchenhaften Tälern und Schluchten wie dem Polenztal, dem Schindergraben bei Hohnstein mit seiner urwüchsigen Vegetation und dem wilden Pfad durch den Tiefen Grund. Sie bietet mit der Brandaussicht eine schöne Abwechslung durch die  überwältigenden Panoramen in die Weiten der Landschaft“  (aus: outdooractive 2018: „Durch das Polenztal zur Gautschgrotte…“)

Im beschaulichen Polenztal

Panoramen von der Brandaussicht

Panoramen von der Brandaussicht

Und: Auch der Besuch des kleinen Ortes Hohnstein mit seiner Burg auf steilem Bergsporn lohnt sich, auch wenn seine Geschichte negativ besetzt ist. Als böhmische Herrschaftsburg und Jagdschloß im 12. Jhd. errichtet, wird sie ab dem 15. Jahrhundert abwechselnd Staatsgefängnis, königliche Landeskorrektionsanstalt und Jugendgefängnis. 1924 erfolgt der Ausbau zur größten Jugendherberge Deutschlands. Allerdings nur bis 1933/34, dann mißbrauchen die Nazis die Burg als „Schutzhaftlager“ für Andersdenkende und politische Gegner. Die Spuren von Folter und Gewalt aus dieser dunklen Zeit habe ich mit Schaudern in mich aufgenommen, als ich während meiner Berufsausbildung Hohnstein besuchen konnte. Heut ist manches davon verschwunden und das lebhafte Treiben in der Jugendherberge Hohnstein verdrängt einstige Willkür, Grausamkeit und Machtmißbrauch.

In der Burg Hohnstein

In der Burg Hohnstein

Abendlicher Thermik-Test vor der Hockstein-Schänke

(v.k.)

Karten-Image: © OpenStreetMap-Mitwirkende

Begegnungen an der Elbe

Elbradtour 08.-12.08.2019

Etwa 170 km ist man auf dem Elbe-Radweg von Dresden nach Wittenberg unterwegs. Wegziele dabei und schon lange in unserem Fokus: Die Elbestädte Torgau und Wittenberg als Wiege des Protestantismus um Luther, Melanchthon, Cranach und Spalatin. Für uns, die wir an (fast) jeder Milchkanne anhalten, schauen und darüberhinaus auch die Kamera schußbereit halten, war es letztendlich eine Fahrt über 3 Tage.

Unterwegs auf dem Elbe-Radweg                            © OpenStreetMap-Mitwirkende

Dabei ist die erste Weghälfte ab Dresden wirklich eine Tour direkt an der Elbe: Vorbei an Radebeul und Meißen, den Weinanbaugebieten bis Diesbar-Seußlitz und der Industriestadt Riesa, reißt die Tuchfühlung zu diesem Strom und seinen Flußauen niemals ab. Erst weiter nördlich, etwa ab Mühlberg, würde ich die Bezeichnung „Elbe-Radweg“ in „Weg durch die Wiesen“ ändern wollen. Denn: Lange Umwege durch Dörfer, Felder und Wiesen machen die Tour weniger reizvoll. Trotz allem liegen hier interessante Begegnungsorte mit spannendem Hintergrund. Wen die Geschichte und auch die Geschichten dazu am Rande interessieren:

  • Kreinitz: Nicht in Torgau, sondern in den ostelbischen Gemeinden Lorenzkirch und Kreinitz fanden am 25. April 1945 die ersten Begegnungen an der Elbe zwischen den allierten russischen und amerikanischen Truppen statt. Die Gesamtsituation einschließlich der Kommunikation untereinander waren in diesen Stunden allerdings mehr als verwirrend… Auch die weitgehend bekannten Verbrüderungsfotos zu diesem Ereignis sind gut anzuschauen, aber leider nachgestellt:

Begegnungsort in Kreinitz

  • Etwas weiter nördlich: Mühlberg ist im April 1547 Ort der Entscheidungsschlacht zwischen den Kaiserlichen Truppen und der Armee des Schmalkaldischen Bundes. Mit einer Kriegslist begann hier im Morgengrauen die Schlacht. Im Ergebnis besiegte die katholische Liga unter Kaiser Karl V. die protestantische Armee der Schmalkalder unter dem Kommando des sächsischen Kurfürtsen Johann Friedrich I. Dieser verlor seine Kurwürde und große Teile seines Landes an Moritz von Sachsen…

Historisches Mühlberg mit Zisterzienserkloster Marienstern

  • Kurz vor unserem Reiseziel Wittenberg: Am 3.0ktober 1813 gelang General Blücher und seiner Schlesischen Armee der Elbübergang bei Wartenburg. Maßgeblich an dieser Aktion beteiligt war das Korps unter General York, der für sein strategisches Geschick dabei ein Jahr später mit dem Namenszug „von Wartenburg“ in den Adelsstand erhoben wurde. Der erfolgreiche Flußübergang war weichenstellend für den weiteren Kriegsverlauf gegen die Truppen Napoleons (Herbstfeldzug):

An der Elbe-Furt bei Wartenburg

Und: Auch im Jahre 2 nach dem 500-jährigen Reformationsjubiläum von 2017 sind Torgau und Wittenberg ungebrochene Besuchermagneten in Sachsen-Anhalt. Als „Amme  bzw. Mutter der Reformation“ wurden beide Städte mit nicht unerheblichen Mitteln aus dem Welterbefond, sowie Landes- und Bundesmitteln saniert:

Torgau-Impressionen: Renaissance-Erker am Markt und Schloß Hartenfels mit Schloßkapelle und großem Wendelstein

In Wittenberg: Turm der Schloßkirche, Lutherdenkmal am Markt, Stadtwall, Lutherhaus und Asisi-Panorama

(v.k.)

Zum Nachschlagen:

1945:  https://www.via-regia.org/viaregiageschichte/Kleine_Geschichten/44.strehla.pdf

1547:  https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_M%C3%BChlberg

1813https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Wartenburg

Karten-Image:  © OpenStreetMap-Mitwirkende

Unterwegs in Nordsachsen: Schloß Hubertusburg

29.- 30.06.2019

Perfekt inszeniert und politisch clever: Die Traumhochzeit des Jahrhunderts

„Wenn heute Töchter oder Söhne europäischer Königshäuser vor den Altar treten, wird der Pomp groß inszeniert. Die Zeitungen und Illustrierten sind voll davon, die Einschaltquoten bei den Fernseh-Übertragungen hoch. Die digitale Welt platzt vor Bilderlust. Immer noch genießt das Publikum staunend den Glanz und die schönen Traumkulissen.

Was vor genau 300 Jahren in Sachsen stattfand, läßt allerdings heutige Vermählungen aussehen wie ein Erntedankfest: Als 1719 die Hochzeitsparty des 23-jährigen sächsischen Kurprinzen Friedrich August (Sohn August des Starken) mit der 20-jährigen österreichischen Erzherzogin Maria Josepha in Dresden stattfand, geriet die Elbestadt in einen wochenlangen Ausnahmezustand. Die Idee August des Starken: Eine Verbindung zwischen Sachsen und Österreich als starkes Duo im europäischen Gefüge“  (aus: „Die Traumhochzeit des Jahrhunderts“, Magazin des Freistaates Sachsen, 2019)

Der Ort, an dem dieser Ausnahmezustand in gleichem Maße zelibriert wurde, war neben der Landeshauptstadt Dresden das spätere Lieblingsschloß des sächsischen Herrscherpaares in Wermsdorf: Schloß Hubertusburg. Baubeginn für die damalige Jagdresidenz und das heute größte sächsische Rokokoschloß war 1721, Fertigstellung nach Umbauten und baulichen Erweiterungen 1752. Hubertusburg wurde damit regelmäßig im Herbst zur zweiten Residenz, in der sächsische bzw. europäische Geschichte weitergeschrieben wurde.

Hauptgebäude mit Schloßkapelle (Restaurierung im Jahre 2007)

In einer multimedialen Sonderausstellung holt die moderne Technik das Traumpaar dieser Zeit nun wieder auf ihr Lieblingsschloß in Nordsachsen zurück. Modern und spannend, lehrreich und ohne erhobenen Zeigefinger: Eine modern inszenierte große Historienschau mit Leihgaben der Sächsischen Schlösserverwaltung, des Grünen Gewölbes und in einer audiovisuellen 360-Grad-Videoinstallation! Dies allerdings in den kahlen und schmucklosen Räumen von erstmals zugängigen Schloßbereichen.

Exponate aus Sachsens Gloria

Die Crux: Die Zeit der rauschenden Feste, Bälle, Empfänge und Jagdvergnügen auf Schloß Hubertusburg war endlich und mehr als kurz. Nach Ausbruch des Siebenjährigen Krieges 1756 endete das höfische Leben hier abrupt. 1756 war des Herrscherpaar letztmalig hier. Sachsen wurde Kriegsschauplatz und August III., mittlerweile Kurfürst von Dresden und König von Polen, floh vor der Bedrohung durch den Preußenkönig nach Warschau. Doch damit nicht genug: 1761 und damit wenige Jahre nach seiner endgültigen Fertigstellung wurde das Schloß restlos geplündert. Die Demontage: Eine Vergeltung für das- auch durch sächsische Ulanenregimenter- beschädigte Schloß Charlottenburg bei Berlin.Nur weniges blieb erhalten. Davon die katholische Schloßkapelle mit ihren originalen Gemälden und Plastiken, die von den Preußen nicht angetastet wurde. Alles andere, Möbelstücke, Porzellan, Kunstwerke, Leuchter, Gobelins, Parkett, Tapeten, Beschläge, die Turmuhr, Glocken, Kupferdächer und die Schloßbibliothek wurde durch den Kriegsgegner fortgeschleppt.

1763 wurde durch Preußen, Österreich und Sachsen der „Frieden von Hubertusburg“ unterzeichnet, der den Siebenjährigen Krieg beendete. Die ab 1763 begonnene Wiederinstandsetzung blieb allerdings Stückwerk: Hubertusburg wurde über mehrere Jahrhunderte fremdgenutzt. Diese führte zu teilweise erheblichen baulichen Veränderungen, insbesondere im Inneren  des Schlosses. So zieren z.B. den großen Saal des Nordflügels noch braunorange Tapetenmuster aus den 1970er Jahren. Heizungsrohre, abgehängte Decken, geflieste Behandlungszimmer oder handgemalte „Raucherzimmer“-Schilder sind Relikte des Klinikkomplexes aus DDR-Zeiten.

Anbei Auszüge aus der Chronik des Verfalls (nach Ausstellungsunterlagen):

  • 1861: Ruine. Hubertusburg wird nach den preußischen Plünderungen zur unbewohnbaren Ruine.
  • 1813: Lazarett. Das Grauen der Völkerschlacht bei Leipzig zieht ein. Um Verwundete zu pflegen, räumt man das Schloß im Frühjahr 1813 frei. Bald liegen hier tausende sächsische und französische Soldaten. Etwa zehntausend Verwundete sterben, die Zustände sind erbärmlich.
  • 1837: Gefängnis, Hospital, Krankenhaus. In Hubertusburg ist Platz. Ein Landesgefängnis, ein Arbeitshaus für weibliche „Kriminelle“, ein Hospital für bedürftige Alte und ein Krankenhaus ziehen in das Gelände ein, dazu Anstalten für geisteskranke Frauen und Kinder. Gefängnis und Arbeitshaus schließen bis 1874. Es bleiben die Kranken, vor allem in der wachsenden Psychiatrie. Diese nennt sich seit 1880 Heil- und Pflegeanstalt.
  • 1914-1918: Hunger und Tod. Der Erste Weltkrieg tobt, in Deutschland werden die Lebensmittel knapp. Bei den „Geisteskranken“ spart man zuerst. Die Folgen sind schrecklich: Über 1.500 der 2.000 Hubertusburger Patienten sterben an Hunger und Mangel.
  • Um 1940: Auflösung der Heil- und Pflegeanstalt. Das Deutsche Reich nimmt Schloß Hubertusburg in Beschlag. Die Patienten der Psychiatrie verlagert man in andere Anstalten. Vorläufig, denn fast alle werden wenig später im Euthanasieprogramm der Nazis ermordet.
  • 1941: Luftwaffenschule. Während des Zweiten Weltkrieges richtet die Luftwaffe im Schloß eine Schule für Unteroffiziere ein. Zum Kriegsende werden Teile des Schlosses Lazarett.
  • 1945: Kommandantur. Erst die Amerikaner und dann die Sowjettruppen machen Hubertusburg zur Kommandantur. Die Schloßkapelle wird zum russischen Offizierskasino.
  • 1945: Krankenhaus. Verschiedene Kliniken werden in Schloß und Schloßanlage angesiedelt- einer der größten Krankenhausbetriebe der Region Leipzig entsteht. Das Krankenhaus zieht nach 1990 aus dem Hauptschloß aus und ist hier doch bis heute gegenwärtig.

Teil des heutigen Zustandes im Nordflügel

  • 1999: Die Sanierung beginnt. Am Dach des Hauptschlosses beginnt 1999 die Sanierung der Gesamtanlage. Bis 2019 investiert der Freistaat Sachsen weit über 90 Millionen € in die historisch bedeutsame Schloßanlage.
  • 2000: Suche nach dem Bernsteinzimmer. Befindet sich das verschollene Bernsteinzimmer in Schloß Hubertusburg? Im Jahr 2000 bohrt man nach verborgenen Kellern- vorerst vergeblich, aber weitere Untersuchungen stehen noch aus.

Nach erheblichen Investitionen in der Neuzeit durch den Freistaat Sachsen erstrahlt das Äußere des Schlosses wieder in seiner alten Schönheit und Pracht (s.o.). Im Inneren des „Sächsischen Versailles“ schlummert anno 2019 allerdings eine zukünftige Riesenbaustelle. Dabei ist der Startschuß ist gefallen. Mit dem Sanierungsbeginn von einzelnen Sälen und Zimmern ist- neben zeitbegrenzten Events, Konzerten und Ausstellungen- ein Nutzungskonzept von zentraler Bedeutung. Für eine dauerhafte Belebung der Riesenanlage mit ihren 12.000 leerstehenden Quadratmetern existieren dazu bereits Zukunftspläne im Finanzministerium des Freistaates, die es umzusetzen gilt…

Teil der Schloßanlage im Panorama

(v.k.)

Am Hetzdorfer Viadukt

Pfingstmontag, 2019

Brückenfest in Hetzdorf- ein sächsischer Eisenbahnviadukt zeugt noch heute von von der Meisterleistung einstiger Steinmetz-und Brückenbaumeister.

Es ist schon ein interessantes Stück Eisenbahngeschichte, das genau vor 150 Jahren im Tal der Großen Striegis und im Flöhatal geschrieben wurde. Denn: Mit dem groß angelegten Ausbau des Eisenbahnnetzes in Sachsen Mitte des 19. Jahrhunderts war auch die Strecke Dresden-Chemnitz in den Fokus der hiesigen Investoren gerückt. Neben dem Streckenausbau begann zwischen 1866 und 1869  über den Flüssen der Großen Striegis und der Flöha das Aufmauern zweier Viadukte, die in Länge und Höhe weitgehend identisch sind. An jedem der beiden Bauwerke waren zu dieser Zeit bis zu 500 Menschen beschäftigt. Am 1. März 1869 wurde die fertiggestellte Strecke durchgängig von Dresden über Freiberg bis Werdau übergeben.

Der Hetzdorfer Viadukt verläuft hier im Tal der Flöha. Er ist als 17-bogige Gewölbesteinbrücke konzipiert. Aber: Nach mehr als 120 Jahren Standzeit in Dauernutzung wurde die Brücke zum „Flaschenhals“ für den inzwischen elektrifizierten Eisenbahnbetrieb. Auf Grund des sich verschlechternden Bauzustandes mußte z.B. die Fahrgeschwindigkeit aller Züge im Jahr 1986 auf 10km/h herabgesetzt werden. 1992 wurde dann mit einer verkürzten Bahnstrecke eine neue Spannbetonbrücke über den Hetzbach in Betrieb genommen und der alte Viadukt  aus Sicherheitsgründen stillgelegt. Er ist heute für den Wander- und Fahrradverkehr freigegeben und ein technisches Denkmal.

 

Eisenbahnbrücke ohne Eisenbahn: Brückensichten

Technische Vita:

  • Höhe=43m, Länge=328m
  • 4 große und 13 kleine Bögen
  • Baumaterial: blaugrauer Gneis, Granit und Pirnaer Sandstein
  • damalige Baukosten: 550.000 Taler

(v.k.)

Auf dem Kunstmarkt in Augustusburg/Erzgebirge

Pfingstsonntag, 2019

Zu Pfingsten zeigt sich die Stadt Augustusburg am Fuße des Erzgebirges von ihrer künstlerischen Seite: Kunsthandwerker und Künstler verwandeln den Marktplatz der Stadt in ein offenes Atelier und präsentieren hier ihre Werke. In diesem Jahr gewonnen wurden zwölf Künstler, die nicht nur auf den Marktständen, sondern auch  in ihren Höfen und Werkstätten der Bergstadt ausstellen. Daneben sind auch das rekonstruierte Schloß, die Stadtkirche, der „Lotterhof“, Antiquariate, historische Gebäude und der Kurfürstin- Anna Stadtgarten pfingstoffen.

Augustusburg, Pfingsten 2019

PS: Das Schloß Augustusburg auf dem Schellenberg wurde durch den Leipziger Baumeister und Bürgermeister Hieronymus Lotter (1497-1580) erbaut. Zur Baugeschichte des ehemaligen Jagdschlosses gehörten die z.T. schwierige Bausubstanz, zahlreiche Änderungswünsche des Bauherren und steter Termindruck bei Projektierung und Umsetzung. Hinzu kamen Termin- und Geldstreitigkeiten, die auch dazu führten, daß einzelne Bauabschnitte aus Lotter`s Privatschatulle selbst finanziert werden mußten. Als das Schloß 1572 eingeweiht und an den Bauherren Kurfürst August von Sachsen übergeben wurde, stand Lotter schon nicht mehr als Oberbaumeister in dessen Diensten.

Kurfürstliches Stadtwappen auf Schloß Augustusburg

(v.k.)

Landesgartenschau Frankenberg/Sa.

Samstag, 01. Juni 2019

N a t ü r l i c h  m i t t e n d r i n !

Unter diesem Motto ist die 8. Sächsische Landesgartenschau vom 20.April bis 06. Oktober 2019 in Frankenberg beheimatet. Nach den vorjährigen Ausstellungen 2017 und 2018 in Löbau bzw. dem vogtländischen Oelsnitz wurden große Areale einstigen Industriegeländes speziell für diese Gartenschau umgestaltet. Eingerichtet zwischen der Zschopau-Aue und der romantischen Bachlandschaft des Mühlbachtals ist ein ca. 11ha größes neues Freigelände entstanden, das Interessenten, Gärtner und Blumenliebhaber auf das herzlichste einlädt. Mittendrin: Die Blumenhalle mit Wechselausstellungen zur Pflanzen- und Gartenwelt, ein Baumschulen-, Rhododendron-, Stein- und Orchideengarten, das MDR Sachsen-Cafe, Themenpavillons u.v.a.m. Etwas schade, daß nach dem Ade der Frühlingsblüher Anfang Juni die Rosen, Dahlien und Azaleen noch nicht so weit sind…

(v.k.)

Die Reise der gläsernen Arche: Kunst trifft Naturschutz

Freiberg, im Februar 2019

Sie glitzert in der Mittagssonne und wirkt in der offenen rechten Hand mehr als zerbrechlich: Die smaragdgrüne Glasarche 3 aus dem Bayerischen Wald. Ihre zentrale Botschaft auf der Reise durch ausgewählte Stationen in Deutschland ist ein Appell zum sorgsamen Umgang mit unserer Schöpfung sowie zu Achtung und Erhaltung von Natur und Umwelt.

Das Schiffs-Ensemble aus Glas und Holz will aufzeigen, daß die Bewahrung der Naturlandschaft allein in Menschenhand liegt. Seine leichte Neigung deutet ein sanftes Entgleiten der Arche aus der hölzernen Hand an. Ein Hinweis darauf, daß dieser Schutzauftrag nicht abstrakt ist, sondern auf jeden einzelnen Betrachter übergehen muß. Die symbolhaften Zerstörungen und Risse im Glas verweisen auf den brüchigen Zustand vieler Lebensformen, die es zu erhalten gilt.

„Die fünf Meter große gläserne Arche, getragen von einer Hand aus Eichenholz, entstand im Jahr 2016 im Rahmen des Naturschutzprojektes „Glasarche 3″, initiiert vom Landschaftspflegeverband Mittleres Elstertal e.V.  Seither befindet sie sich auf Expedition zu den schönsten Natur- und Kulturgebieten Mitteldeutschlands. Sie will den Menschen die Zerbrechlichkeit der Natur bewußt machen und sie daran erinnern, daß der Schutz besonderer Orte in ihrer Hand liegt“ (aus: Projektkonzept zur Glasarche 3)

Das gläserne Boot in der Eichenhand stammt aus dem  „Atelier Männerhaut“ im Bayerischen Zwiesel. Die Hand aus 84 Eichen-Kanthölzern hat übrigens ein Gewicht von ca. 3.5 Tonnen… Nach der Jungfernfahrt und dem Stop in Freiberg wird die Reise in 2019 über Dresden, Frankenberg, Eisenberg und Altenburg erst einmal weiter nach Jena gehen…

(v.k.)

Im böhmischen Skigebiet von Dlouha Louka

17.02.1019

Der steile Erzgebirgs-Abbruch nach Süden

Zwischen 600m….700m Höhendifferenz werden es sein. Vom Erzgebirgskamm bei Holzhau hinunter in das mittlere Böhmische Becken bei Teplice. Schaut man von hier aus zurück nach Norden, wird die steile Abbruchkante des Erzgebirges deutlich. Aber: Wie auf der Panorama-Karte unten eingezeichnet, tummeln sich hier zahlreiche tschechische Ski-Areale:

Das Langlaufgebiet bei Dlouha Louka/Langewiese (ca. 900m) und die Abfahrtsstrecke bei Kliny (ca. 800m) haben wir besucht, bevor es über den Erzgebirgskamm wieder gen Heimat zurück ging…

Dlouha Louha am alten „Riesenberger Steig“ zwischen Osek und Meißen

Industrie-Smog über dem Böhmischen Becken…

(v.k.)

Winterurlaub im Bayerischen Wald

02.02.1019-09.02.2019: Schneezauber Im Dreisesselgebiet des Bayerischen Waldes

„Die Natur von ihrer frostigen Seite erleben, dafür ist der Bayerische Wald/Bavorsky les im Winter geradezu prädestiniert. Filigrane Eiskristalle, teils meterhohe Schneedecken und tiefe Stille zeichnen das Gebiet in der kalten Jahreszeit besonders aus. Zusammen mit dem Böhmerwald/Sumava bildet er mit 500km Länge und bis zu 1500m hohen Bergkämmen das größte zusammenhängende Waldgebirge Europas“  (aus: „Eine Landschaft, die verbindet“, Europäische Union/Fond für regionale Entwicklung)

Sankt-Wolfgang-Kapelle in Bischofsreuth

Winterwald am „Goldenen Steig“

Bis zum Frühjahr ist es auch für die jungen Bäume noch weit…

Im Hintergrund kaum auszumachen: Der Dreisessel-Berg

Am Adalbert Stifter Steig

Auf der Brennerin-Loipe

Unterwegs auf alten Säumerwegen: Am Goldenen Steig zwischen Passau und Prachatize

Wunder der Natur: Schneekristalle

Auf der Hochebene von Schöneben

Die Schönheit der Natur bestaunen und in Demut innehalten, ist das eine.

Daraus Kraft und neue Energie schöpfen, das andere: Außerhalb der bayerisch/böhmischen Nationalparks sind über 300km markierte Wanderwege, rund 200km Radwege sowie im Winter 80km gespurte Loipen, einschließlich der Bayerwaldloipe ausgewiesen. Worauf also warten wir noch?

(v.k.)

Winter im Riesengebirge: Harrachov

26.01.-02.02.2019: In der Bergwelt von Rübezahl

Vor langer, langer Zeit soll er das erste Mal im gesehen worden sein im heutigen Grenzland zwischen Böhmen und Polen…

….und das erste Mal geschrieben wurde über ihn vor mehr als 500 Jahren. Seitdem ist er in den Bergen und dichten Wäldern des Riesengebirges um Harrachov, Rokytnice, Spindlermühle und Pec zu Hause. Er wacht über Natur und Tiere und treibt seinen Schabernack mit den Menschen. Er ist wild und unberechenbar, denn er ist Krakonos oder Rübezahl, der Herr der Berge.

Die Sage erzählt, daß Rübezahl jedes Jahr im Frühjahr von den Bergen in die Täler des Riesengebirges hinabsteigt, um in den Dörfern nach dem Rechten zu sehen. Um Nachlässigkeiten und Ungehorsamkeit in seinem Reich zu strafen, um seine Bergschätze zu verwalten, seinen Kräutergarten zu pflegen und Recht zu sprechen.

Dabei soll er in unterschiedlichsten Gestalten, meist aber als Berggeist oder Riese auftreten. Die Menschen kennen ihn auch als Bauer mit Rauschebart und dickem Knotenstock. Unzählige Legenden über ihn sind in Schlesien und Böhmen entstanden und werden noch heute weitererzählt. Rübezahl wird verehrt oder gefürchtet und ist heut allbekante Identifikationsfigur im Krkonos…

Harrachov ist die „Hauptstadt des westlichen Riesengebirges“ und gleichzeitig Bestandteil des gleichnamigen Nationalparks. In seiner einzigartigen Natur wechseln sich sanfte Bergwiesen, Wälder und Latschenfelder ab mit jenen Bergkämmen, die den Bach Mumlava umschließen. Im Sommer Wandergebiet, im Winter Domizil für Abfahrtsläufer und Snowboarder. An der Certak-Sprungschanzenanlage am Teufelsberg (4 Sprungschanzen/1 Flugschanze) fand im Jahre 2014 die letzte Skiflugweltmeisterschaft statt. Für Skilanglauf und Skiwanderungen über gut gespurte Loipen steht Harrachov allerdings weniger, auch wenn es z.B. über den Trail der Krkonosska magistrala Aufstiegsmöglichkeiten zur Vosecka(1130m) oder Labska Baude (1320m) gibt.

Anstieg an der Mumlavska bouda…

…bis zum Janouskova cesta (ca. 1100m)

Hochbetrieb an einer der Skischulen Harrachovs

(v.k.)