Archiv der Kategorie: Unterwegs in Bildern

Die Reise der gläsernen Arche: Kunst trifft Naturschutz

Freiberg, im Februar 2019

Sie glitzert in der Mittagssonne und wirkt in der offenen rechten Hand mehr als zerbrechlich: Die smaragdgrüne Glasarche 3 aus dem Bayerischen Wald. Ihre zentrale Botschaft auf der Reise durch ausgewählte Stationen in Deutschland ist ein Appell zum sorgsamen Umgang mit unserer Schöpfung sowie zu Achtung und Erhaltung von Natur und Umwelt.

Das Schiffs-Ensemble aus Glas und Holz will aufzeigen, daß die Bewahrung der Naturlandschaft allein in Menschenhand liegt. Seine leichte Neigung deutet ein sanftes Entgleiten der Arche aus der hölzernen Hand an. Ein Hinweis darauf, daß dieser Schutzauftrag nicht abstrakt ist, sondern auf jeden einzelnen Betrachter übergehen muß. Die symbolhaften Zerstörungen und Risse im Glas verweisen auf den brüchigen Zustand vieler Lebensformen, die es zu erhalten gilt.

„Die fünf Meter große gläserne Arche, getragen von einer Hand aus Eichenholz, entstand im Jahr 2016 im Rahmen des Naturschutzprojektes „Glasarche 3″, initiiert vom Landschaftspflegeverband Mittleres Elstertal e.V.  Seither befindet sie sich auf Expedition zu den schönsten Natur- und Kulturgebieten Mitteldeutschlands. Sie will den Menschen die Zerbrechlichkeit der Natur bewußt machen und sie daran erinnern, daß der Schutz besonderer Orte in ihrer Hand liegt“ (aus: Projektkonzept zur Glasarche 3)

Das gläserne Boot in der Eichenhand stammt aus dem  „Atelier Männerhaut“ im Bayerischen Zwiesel. Die Hand aus 84 Eichen-Kanthölzern hat übrigens ein Gewicht von ca. 3.5 Tonnen… Nach der Jungfernfahrt und dem Stop in Freiberg wird die Reise in 2019 über Dresden, Frankenberg, Eisenberg und Altenburg erst einmal weiter nach Jena gehen…

(v.k.)

Im böhmischen Skigebiet von Dlouha Louka

17.02.1019

Der steile Erzgebirgs-Abbruch nach Süden

Zwischen 600m….700m Höhendifferenz werden es sein. Vom Erzgebirgskamm bei Holzhau hinunter in das mittlere Böhmische Becken bei Teplice. Schaut man von hier aus zurück nach Norden, wird die steile Abbruchkante des Erzgebirges deutlich. Aber: Wie auf der Panorama-Karte unten eingezeichnet, tummeln sich hier zahlreiche tschechische Ski-Areale:

Das Langlaufgebiet bei Dlouha Louka/Langewiese (ca. 900m) und die Abfahrtsstrecke bei Kliny (ca. 800m) haben wir besucht, bevor es über den Erzgebirgskamm wieder gen Heimat zurück ging…

Dlouha Louha am alten „Riesenberger Steig“ zwischen Osek und Meißen

Industrie-Smog über dem Böhmischen Becken…

(v.k.)

Winterurlaub im Bayerischen Wald

02.02.1019-09.02.2019: Schneezauber Im Dreisesselgebiet des Bayerischen Waldes

„Die Natur von ihrer frostigen Seite erleben, dafür ist der Bayerische Wald/Bavorsky les im Winter geradezu prädestiniert. Filigrane Eiskristalle, teils meterhohe Schneedecken und tiefe Stille zeichnen das Gebiet in der kalten Jahreszeit besonders aus. Zusammen mit dem Böhmerwald/Sumava bildet er mit 500km Länge und bis zu 1500m hohen Bergkämmen das größte zusammenhängende Waldgebirge Europas“  (aus: „Eine Landschaft, die verbindet“, Europäische Union/Fond für regionale Entwicklung)

Sankt-Wolfgang-Kapelle in Bischofsreuth

Winterwald am „Goldenen Steig“

Bis zum Frühjahr ist es auch für die jungen Bäume noch weit…

Im Hintergrund kaum auszumachen: Der Dreisessel-Berg

Am Adalbert Stifter Steig

Auf der Brennerin-Loipe

Unterwegs auf alten Säumerwegen: Am Goldenen Steig zwischen Passau und Prachatize

Wunder der Natur: Schneekristalle

Auf der Hochebene von Schöneben

Die Schönheit der Natur bestaunen und in Demut innehalten, ist das eine.

Daraus Kraft und neue Energie schöpfen, das andere: Außerhalb der bayerisch/böhmischen Nationalparks sind über 300km markierte Wanderwege, rund 200km Radwege sowie im Winter 80km gespurte Loipen, einschließlich der Bayerwaldloipe ausgewiesen. Worauf also warten wir noch?

(v.k.)

Winter im Riesengebirge: Harrachov

26.01.-02.02.2019: In der Bergwelt von Rübezahl

Vor langer, langer Zeit soll er das erste Mal im gesehen worden sein im heutigen Grenzland zwischen Böhmen und Polen…

….und das erste Mal geschrieben wurde über ihn vor mehr als 500 Jahren. Seitdem ist er in den Bergen und dichten Wäldern des Riesengebirges um Harrachov, Rokytnice, Spindlermühle und Pec zu Hause. Er wacht über Natur und Tiere und treibt seinen Schabernack mit den Menschen. Er ist wild und unberechenbar, denn er ist Krakonos oder Rübezahl, der Herr der Berge.

Die Sage erzählt, daß Rübezahl jedes Jahr im Frühjahr von den Bergen in die Täler des Riesengebirges hinabsteigt, um in den Dörfern nach dem Rechten zu sehen. Um Nachlässigkeiten und Ungehorsamkeit in seinem Reich zu strafen, um seine Bergschätze zu verwalten, seinen Kräutergarten zu pflegen und Recht zu sprechen.

Dabei soll er in unterschiedlichsten Gestalten, meist aber als Berggeist oder Riese auftreten. Die Menschen kennen ihn auch als Bauer mit Rauschebart und dickem Knotenstock. Unzählige Legenden über ihn sind in Schlesien und Böhmen entstanden und werden noch heute weitererzählt. Rübezahl wird verehrt oder gefürchtet und ist heut allbekante Identifikationsfigur im Krkonos…

Harrachov ist die „Hauptstadt des westlichen Riesengebirges“ und gleichzeitig Bestandteil des gleichnamigen Nationalparks. In seiner einzigartigen Natur wechseln sich sanfte Bergwiesen, Wälder und Latschenfelder ab mit jenen Bergkämmen, die den Bach Mumlava umschließen. Im Sommer Wandergebiet, im Winter Domizil für Abfahrtsläufer und Snowboarder. An der Certak-Sprungschanzenanlage am Teufelsberg (4 Sprungschanzen/1 Flugschanze) fand im Jahre 2014 die letzte Skiflugweltmeisterschaft statt. Für Skilanglauf und Skiwanderungen über gut gespurte Loipen steht Harrachov allerdings weniger, auch wenn es z.B. über den Trail der Krkonosska magistrala Aufstiegsmöglichkeiten zur Vosecka(1130m) oder Labska Baude (1320m) gibt.

Anstieg an der Mumlavska bouda…

…bis zum Janouskova cesta (ca. 1100m)

Hochbetrieb an einer der Skischulen Harrachovs

(v.k.)

Schneemassen im Neuen Jahr

13.01.2019

Kurz nach Beginn des neuen Jahres: Schnee, Schnee und nochmals Schnee!

Nach Bayern gilt nun auch im Erzgebirge „Land unter“. Die Schneemassen führen zu Chaos auf den Straßen, umstürzenden Bäumen und Schneelasten von bis zu 0.2t/qm auf vielen Dächern. Dagegen im Einsatz viele Helfer, THW, Feuerwehr, Rotes Kreuz und auch Soldaten der Bundeswehr. Den einen treibt es den Angstschweiß auf die Stirn, die anderen können nicht schnell genug in die Skigebiete kommen… Schauen wir, wie lange sich die weiße Pracht halten wird.

(v.k.)

Herbststimmung an der Rauschenbachtalsperre

31.10.2018

Die Rauschenbach-Talsperre zwischen Cämmerswalde und Neuwernsdorf/Erzgebirge wurde zwischen 1963-1968 erbaut und staut den Rauschenbach und die Flöha an. Heute unter der Oberfläche des Stausees verschwunden, befand sich früher der Neuwernsdorfer Wasserteiler. Er wurde 1882 nach langem Streit zwischen den Anliegerbetrieben an der Flöha und dem Freiberger Bergbau installiert. Der Sinn: Der Teiler „zapfte“ das Wasser der Flöha an und regulierte über einen Überlauf die Wassermenge zwischen dem natürlichen Flußverlauf und den Kunstgräben in das Brander/Freiberger Bergbaugebiet. Mit einer Wassermengen-Garantie für die ansässigen Spinnereien und Sägewerke! Die Kunstgräben indessen führten das notwendige  Aufschlagwasser für die Künste der Silberbergwerke aus dem Erzgebirge heran. Ab Wasserteiler bis Freiberg: ca. 30km.

Talsperren-Sichten, rechts unten der Blick zum Schwartenberg

Kunstgräben, Röschen, Teiche und Rückhaltebecken sind Zeugen der wasserwirtschaftlichen Anlagen des historischen Freiberger Erzbergbaus und noch heute in Betrieb. Das Wassersystem wurde zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert angelegt und umfaßt eine Gesamtstrecke von ca. 80km.

Mit einem Stauvolumen von ca. 15Mio qm ist die Rauschenbach-Talsperre damit Teil der weit verzweigten Trinkwasserregulierung im Freistaat Sachsen.

(v.k.)

In Ilmenau ist der Himmel blau…


…und der Herbst steht auf der Leiter

19.-21.Oktober 2018

45 Jahre Diplomverleihung für die „Nachrichtentechniker“ des 17. Matrikels der TU Ilmenau gilt es zu feiern. Mit einem geselligen Beisammensein incl. Liedern zur Gitarre im „Fridolin“, einer Wanderung am Thüringer Rennsteig und einem herzlichen Gedankenaustausch in der Ilmenauer „Tanne“. Einschließlich der sonntäglichen Versicherung vor dem „Mönchhof“, sich in fünf Jahren wiederzutreffen. Unbedingt und auf jeden Fall. Und natürlich wieder in Ilmenau…

Ilmenaus sprichwörtlicher blauer Himmel und der goldene Herbst 2018 haben sich speziell für diesen Anlaß verbündet. Sie bilden -wie ich meine- einen tollen Rahmen für dieses Treffen:

Gemeinsam unterwegs in Ilmenau, dem neuen Campus…

…und seiner wunderschönen Umgebung

(v.k.)

In den Zillertaler Alpen

Im September, 2018

Das Tuxertal: Auf Augenhöhe mit Tirols 3000-ern

„Der Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen umfaßt eine Fläche von 400qkm und erstreckt sich von etwa 1000m im Bergsteigerdorf Ginzling bis 3509m am Hochfeiler über alle alpinen Höhenstufen. Er reicht von der Reichenspitzgruppe im Osten bis zum Olperer im Westen und von der Bergwelt Mayrhofens im Norden bis zum Südtiroler Pfitscher- und Arntal.

Die Zillertaler Alpen inmitten des Ost-Alpenraums

Eine wilde Naturlandschaft, eng verflochten mit dem alpinen Lebens- und Wirtschaftsraum. Die Täler wurden von mächtigen Gletschern geformt und ihre Eingangstore sind oft wilde Klammen und Schluchten. Hat man diese auf den gepflegten Wegen und Steigen durchschritten, öffnet sich die „Belle Etage“, die Gipfelwelt der 3000er und des Ewigen Eises…“ (aus: „Wandern im Naturpark Zillertaler Apen“).

Am Hintertuxer Gletscher

In Mayrhofen, dem Südausgang des Zillertals, fließen mit Ziller, Stillup, Zemm und Tuxbach vier mittelgroße Gebirgsbäche zusammen. Sie sind die Namensgeber der Täler, die mit einem Talschluß vor dem Alpen-Hauptkamm enden. Dabei wird der Talschluß des Tuxertals (ca. 17km lang) vom Hintertuxer Gletscher dominiert.

Wir sind zehn Tage lang Gast in einem Hochgebirge, das sich im Herbst 2018 -zur typischen Wanderer- und Kletterzeit- klar und in seinen schönsten Farben präsentiert:

Leuchtende Preiselbeerfelder zwischen Ahorn-Hütte und dem Stillup-Tal

Das Keesfeld des Großen Möselers (3480m)

Vor der Gletscherwelt des Großen Olperers (3476m)

Der Schlegeis-Speicher von der Olperer Hütte aus

Bergaussichten vor der Granatkapelle am Penkenplateau (2095m)

Aufstieg über Bergmatten und Geröllfelder…

…geschafft!

Telekommunikation in den Tiroler Bergen: Mobil-und Richtfunkstationen neben einem Österreichischen Rundfunksender (ORS-Sendestation)

Energiegewinnung vor dem  Zillertaler Hauptkamm: Das 350MW-Kraftwerk Mayrhofen im Verbund von Zillergrund-, Stillup- und Schlegeisspeicher

Landschafts-Impressionen aus dem Naturpark Zillertaler Alpen

Höhenwege vor dem Tuxer Talschluß

Blick vom Filzenkogel auf das Plateau der Ahornspitze

Unterwegs auf dem Berliner Höhenweg: Luftige Hängebrücke über dem Zembach

(v.k.)

karten-image: de.wikipedia.org

Zu Gast im Kloster Buch

08.09.2018

„Um 1190 stifteten die Burggrafen von Leisnig das Zisterzienser-Kloster Buch. In den folgenden Jahrhunderten wurde das in einer Flußschleife der Freiberger Mulde gelegene Kloster zu einem der größten Grundbesitzer zwischen Erzgebirge und Elbe. Durch Schenkungen und Erwerbungen besaß es über 60 Dörfer oder Dorfanteile sowie die Stadt Belgern.

Im Zuge der Reformation wurde das Kloster Buch aufgelöst und in ein Rittergut umgewandelt. Als Adelsbesitz erhielt es später die Fürstenschule St. Augustin in Grimma, die den Landwirtschaftsbetrieb verpachtete. 1836 wurde das Rittergut als Kammergut in Staatsbesitz überführt. Ab 1946 „Parteigut“ der SED, wurde es 1955 zu einem Volkseigenen Gut (VG). Mit dem Ende der DDR ergab sich die Chance für einen Neubeginn. 2000 erwarb der Förderverein das Gelände vom Freistaat Sachsen.“ (aus: Klosterunterlagen, Kloster Buch)

Die Benediktsregel 1.2 („Die Mönche in einer klösterlichen Gemeinschaft leben und dienen unter Regel und Abt“ trifft zwar für das Kloster Buch heut nicht mehr zu. Aber: Die Klosteranlage in der breiten Muldenaue und die einzigartigen Fachwerkhäuser des Klosterdorfes sind heut und auf jeden Fall ein absoluter Geheimtip:

Treten Sie ein! Dem Besucher stehen heut alle Tore weit offen…

(v.k.)

Der Eisenhammer Dorfchemnitz

Im August, 2018

„Rasch war das Feuer angefacht; der Blasebalg faucht, die Funken sprüh`n. Rasch ist das Werkzeug hergeholt und schon die neuen Eisen glüh`n“.         (Quelle: Metallbau Siegers)

Achtung: Die beiden Schwanzhämmer haben auch heute noch nichts von ihrer Schmiedekraft eingebüßt…

Für uns Freiberger sollte der Besuch des Eisenhammers bei Sayda zu den einfachen Heimspielen gehören. Doch zu unserer Schande müssen wir gestehen, den Weg dorthin noch nie gesucht zu haben… Zu Unrecht, denn das 500-jährige technisches Denkmal der ehemaligen Hammerschiede am Chemnitzbach ist unbedingt eine Reise wert. Mit den beiden neuen Wasserrädern, der intakten Hammeranlage und dem fauchenden Schmiedefeuer ein weiteres Stück sächsischer Technikgeschichte!

(v.k.)

image: eisenhammer-chemnitz.de